Radio aus der Schule – ein Projekt lebt virtuell weiter

1996 begann „RadS – Radio aus der Schule“ in Düsseldorf und im Kreis Neuss, kreative Radioarbeit im Schuluntericht zu erproben. Das Nachfolgeprojekt „RADS-NRW“ hat mit vielfältigen Anregungen und Angeboten geholfen, Schülerradio in ganz Nordrhein-Westfalen zu verankern.

Bei der Abschlussveranstaltung am 12. April im Medienzentrum Rheinland zogen Michael Thessel, der Hausherr, Jürgen Brautmeier von der LfR und der Projektleiter Michael Veldkamp eine positive Bilanz. Ziel der Veranstaltung war es auch, das Medienpaket Rads vorzustellen. Das Radioprojekt Rads ist beendet, aber in Form handfester Materialien für den Unterricht und einer sehr lesenwerten Website lebt es fort. Seit kurzem isteine Einführung namens „Wie eine Sendung für’s Radio entsteht“ in Form einer Videokassette mit Begleitheft erhältlich.

 

1996 startete „Rads – Radio aus der Schule“ in Düsseldorf und im Kreis Neuss mit dem Ziel, sowohl im Fach- wie auch im fächerübergreifenden Unterricht Hörfunksendungen zu produzieren,und zwar in Zusammenarbeit mit den beiden örtlichen Lokalsendern „Antenne Düsseldorf“ und „NE-WS 89,4“. Hörfunk-Studios in vorhandenen kommunalen Medienzentren und ein eigens angeschaffter „Ü-Wagen“ konnten dazu genutzt werden. Im Unterschied dazu hatte das von der LfR geförderte Nachfolge-Projekt „RADS-NRW“ den Auftrag, Schulen in ganz Nordrhein-Westfalen die Möglichkeiten einer dauerhaften Radioarbeit aufzuzeigen. RADS-NRW hatte dabei Kooperationspartner, die auch nach dem offiziellen Projektende bei schulischen Radioprojekten in der Tradition von Rads Unterstützung geben:

Die lokalen e-teams der e-nitiative.nrw, die als Beratungs- und Fortbildungsagenturen arbeiten, und die 160 von der Landesanstalt für Rundfunk anerkannten Radiowerkstätten.

 

Im „Rads-Reader“ befindet sich folgender Passus über die „Risiken und Nebenwirkungen“, die mit dem Radiomachen verbunden sein können:
>> Plötzlich ohrenbetäubender Krach im Hintergrund. Das
Gespräch mit Marlies Smeets ist jäh unterbrochen. „Kein
Problem, Frau Smeets, fangen Sie einfach noch mal an, wir
schneiden das dann”. Alma, 9, macht gerade ein Interview mit
der damaligen Düsseldorfer Oberbürgermeisterin. Das Interview soll Teil einer Sendung werden, die Alma zusammen mit ihren MitschülerInnen und ihrem Klassenleher an einer Grundschule produziert. Sechs bis acht Wochen später ist dann Sendetermin im Bürgerfunk beim Lokalsender. Es ist Almas zweite Sendung. Daß sie der unerwarteten Unterbrechung eher gelassen gegenübersteht, liegt auch schon ein wenig an ihrer Erfahrung. Ist erst einmal klar, wie eine Sendung gemacht wird, weiß jeder, worauf es ankommt – und daß eine solche Unterbrechung am Schnittcomputer in der Schule in ein paar Sekunden weggeschnitten ist. Ein kleines Stück Medienkompetenz, fast nebenbei erworben und ein dickes Plus auf demKonto des Selbstwertgefühls.
Das Produzieren einer Radiosendung ist ein Wagnis – keine
Frage. Ob die Sendung gelingt, weiß niemand im Voraus. Und
es ist auch keine Schande, am Ende einer Unterrichtseinheit
zu entscheiden, eine Produktion nicht auszustrahlen. Eher im
Gegenteil: Sich darüber klar zu werden, was gut und was
weniger gut gelaufen ist, die Reflexion über das Produzierte
also und das Radiohören mit „anderen Ohren” zeugt auch und
gerade von Kompetenz im Umgang mit dem Medium Radio. <<

Author: Hans-Uwe Daumann
E-Mail: redaktion@connex-magazin.de

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