Der Offene Kanal Bremen wird 10 Jahre alt

Am Freitag, dem 30. August 2002 ab 16.30 Uhr stieg in der Bremer Findorffstraße die Geburtstagsfete: Gerhard Schäfer, Vorsitzender des Bremer Landesrundfunkausschusses, und Uwe Parpart, Bremischer OK-Beauftragter, gratulierten zum Jubiläum, und drei Moderatorenteams präsentierten Highlights der vergangenen Jahre und aktuelle Livesendungen. Wie beim Start des OK-Fernsehens vor 10 Jahren gab es jede Menge Live-Musik, Brezeln, Bier und Bratwürstchen.
Am 14. August 1992 begann der Offene Kanal mit „selbstgemachtem“ Fernsehen von Bremer BürgerInnen für Brermer BürgerInnen. Am 25. Februar 1994 nahm der Offene Kanal Hörfunk seinen Betrieb auf. Auf der Website des OK Bremen heißt es stolz: „Über 8000 Bremerinnen und Bremer haben hier die Möglichkeiten genutzt, selbstständig Fernseh- und Radioprogramme zu produzieren und dabei sind ca. 25.000 Sendungen entstanden. Zur Zeit erstellen ca. 1100 aktive Programmmacher in Redaktionsgruppen oder alleine ein Programmvolumen von 12 Stunden im Fernsehen und 24 Stunden im Radio täglich an 6 Tagen in der Woche.“
Da alle Fernsehbeiträge in Blöcken wiederholt werden, kommt der OK Fernsehen insgesamt auf 48 Stunden wöchentliche Sendezeit. Dabei teilt er sich den Kabelkanal 11 mit Onyx und erreicht ca. 190.000 Haushalte in Bremen und einigen Nachbargemeinden. Der OK Hörfunk ist im Kabel auf 101,85 MHz und terrestrisch auf UKW 92,5 MHz zu hören; durch die UKW-Ausstrahlung hat er ein weit über Bremen hinaus reichendes Sendegebiet. Fernsehen und Radio arbeiten stark mit festen Sendeplätzen, die jährlich neu vergeben werden. Lücken im Hörfunkprogramm füllt die „Dauerwelle“, ein automatisiertes Musikprogramm, das aus über 5.000 gespeicherten Musiktiteln wählt.
Das Bürgersender-Angebot der Bremischen Landesmedienanstalt wurde Ende 1993 durch den Offenen (Fernseh-) Kanal Bremerhaven ergänzt, 1996 kam auch in Bremerhaven Hörfunk hinzu. In den niedersächsischen Nachbargebieten starteten die Offenen Kanäle (jetzt: Bürgerrundfunksender) „Umland“ und „Wesermündung“. Kooperation wird in Bremen groß geschrieben: Die Nordkooperation Bürgermedien, ein Zusammenschluß von 7 Landesmedienanstalten, ist auf den Internetseiten des Offenen Kanals Bremen zu Hause. Wettbewerbe, Beitragsaustausch und senderübergreifende Thementage gehören zu den gemeinsamen Aktivitäten. In Bremen wird die Zusammenarbeit mit der breiten medienkünstlerischen und medienpädagogischen Szene gepflegt.
Der Offene Kanal Bremen hat technologisch immer eine Spitzenposition eingenommen: Hörfunk-Sendeautomatisierung und ISDN-Liveübertragungen gehören da fast zu den Selbstverständlichkeiten. Seit Januar 1998 ist bremenText, der Videotext des Offenen Kanals Bremen auf Sendung. bremenText hat sich als aktuelles Informationssystem nicht nur für OK-Nutzer und -Zuschauer etabliert. Selbstverständlich wird der OK-Hörfunk „gestreamt“, und mit der Teilnahme am bremischen ATM-Betriebsversuch hat sich der Offene Kanal einen Anteil an der digitalen HiTech-Entwicklung gesichert.
Auch personell hat Bremen etwas Besonderes zu bieten: Nach dem Weggang des ersten OK-Leiters Dirk Schwampe, den es ins freie Unternehmerleben zog, übernahmen Sabine Hartmann und Thomas Beck gemeinsam die Führung des Bürgersenders. Da sie das schon vorher auch in Bremerhaven taten, liegt die Verantwortung für die beiden (60 km voneinander entfernten) Offenen Kanäle im Stadtstaat Bremen in den gleichen vier Händen.

Author: Hans-Uwe Daumann
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