Südwestpfalz-OK: Bahn frei für kleine Werbeprofis

Plakate, Werbespots, Sponsoring: Zwei Tage lang drehte sich für die Schüler der 2b der Breitwiesen-Grundschule in Zweibrücken alles rund um das Thema Werbung. Zusammen mit Melanie Wolf, Praktikantin im Bereich Medienpädagogik beim Südwestpfalz-OK,  diskutierten die Kinder über Fragen wie: „Was ist Werbung, wer macht sie und warum gibt es Werbung überhaupt?“.
Zum Aufwärmen sammelten die Zweitklässer erst einmal alles, was ihnen zum Thema Werbung einfiel: Die einen mögen Werbung, weil sie ihnen zeigt, „was für tolle Dinge es zu kaufen gibt“, die anderen sind eher genervt, wenn der Werbeblock den Lieblingsfilm im Fernsehen an der spannendsten Stelle unterbricht, und eine Schülerin nutzt die Zeit der Werbespots grundsätzlich, „um aufs Klo zu gehen, ohne was zu verpassen“. Aber sind das die Gründe, warum Werbung gemacht wird? „Natürlich nicht“, wusste ein schon Werbeerfahrener. „Werbung machen die Leute, weil sie Sachen verkaufen und Geld verdienen wollen.“
„Ziel ist es nicht, Werbung zu verteufeln“, erklärt Melanie Wolf. „Im Gegenteil: Die Kinder sollen die Kompetenz erlangen, Medien und Werbung sinnvoll, aber auch kritisch wahrzunehmen und zu nutzen“. Und das ist heute notwendiger denn je: Vielen (Kindern und Eltern) ist nicht bewusst, dass Kinder als Konsumenten und als Kaufbeeinflusser bei ihren Eltern eine bedeutende Größe für die werbetreibende Wirtschaft sind – die Kleinen werden mit Spots und Reklame überhäuft, verstehen aber das Prinzip der Werbung oft noch nicht. Deshalb steht das Thema Werbung in Schulen auch auf dem Lehrplan.
Doch genug geredet: Um die Entstehung von Werbung besser zu verstehen, sollten die Zweitklässer nun selbst aktiv werden. Jeder sollte etwas Neues erfinden und die anderen Kinder von dem Produkt überzeugen – also Werbung dafür machen.

So überlegten, malten und erklärten die Schüler, was das Zeug hielt: Pommes mit Schokoladengeschmack, der Radiergummi, der automatisch alle Fehler im Diktat ausradiert oder ein unsichtbares Motorrad braucht schließlich jedes Kind, oder nicht? Dann wurden Zielgruppen für die Erfindungen definiert, ein lustiger Werbetext dazu geschrieben und einige dachten sich sogar ein kleines Lied aus. Wie in einer richtigen Werbeagentur!
Für den Ideenreichtum und die gute Mitarbeit erhielten alle Schüler der 2b am Ende der Unterrichtseinheit einen Werbeorden, den sie ganz stolz ihren Freunden präsentierten. 
Und hängen geblieben ist bei den Schülern eines besonders: Nicht alles, was in der Werbung gesagt und gezeigt wird, entspricht der Realität. Aber wer aufpasst und genau hinschaut, kann manches falsche Versprechen entlarven.
Die Landesmedienanstalten aus Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz konzipierten für den Einsatz in Kindergarten und Grundschule eigens einen Baukasten „Kinder und Werbung“ mit Arbeitsmaterialien. CD-Rom, Hörspiele und Aktionskarten geben Anregungen und praktische Tipps für den spielerischen Umgang mit dem Thema Werbung sowie pädagogische und didaktische Vorschläge zum Gestalten einer Unterrichtseinheit. Außerdem enthält der Baukasten Kopiervorlagen, Mal- und Bastelbögen und Spiele zur Unterstützung der Projekte. Sämtliche Materialien sind frei kombinierbar und lassen Freiraum für eigene Ideen.
Der Baukasten „Kinder und Werbung“ und andere Materialien für die medienpädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen werden vom MedienkompetenzNetzwerk Südwestpfalz Pirmasens/Zweibrücken e.V. (MKN Südwestpfalz) zur Verfügung gestellt und können in Zukunft an den Standorten des Offenen Kanals in Zweibrücken, Pirmasens und Rodalben ausgeliehen werden.

Author: Melanie Wolf
E-Mail: ok-ps-zw@t-online.de

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