Die HAM fragt: OK – Mainstream oder Multikultur?

„Hier kann jeder machen was er will!“ Mit dieser Schlagzeile gab 1988 der Offene Kanal Hamburg seinen Start bekannt. In den Zeiten des beginnenden Privatfunks bestand von nun an eine Möglichkeit zur aktiven Teilhabe an der Medienöffentlichkeit auch für diejenigen, die trotz des damaligen Booms an neuen Frequenzen absehbar kaum oder gar nicht in den professionellen Programmen zu Wort kommen würden. Daraus ist inzwischen ein wohlstrukturiertes Angebot geworden.

Über 40.000 von Bürgern selbst produzierte Hörfunk- und TV-Beiträge sind ausgestrahlt worden. Musiksendungen jenseits des Mainstream und ungewöhnliche Fernsehformate haben dem Offenen Kanal inzwischen beträchtliche Hörer- und Zuschauerreichweiten gebracht. Er ist damit in Hamburg zu einem unverzichtbaren Bestandteil der metropolitanen Rundfunklandschaft geworden.

Ob er will oder nicht: Frequenznachbarn des Offenen Kanals sind quotenorientierte Programme mit großen Etats und von hohem Verweilreiz beim Durchzappen. Auch deshalb sind die Ansprüche an den Bürgerfunk gewachsen, und zwar technisch, ästhetisch und thematisch. Stand am Anfang vor allem die kommunikative Entfaltung seiner Macher – der Nutzer – im Mittelpunkt, so tritt heute neben den Gedanken der reinen Partizipation auch eine qualitative Erwartung: die Orientierung der Beiträge auf Öffentlichkeit und öffentliche Kommunikation.

Nach wie vor geht es um Zugangsoffenheit für alle Bürgerinnen und Bürger und deren Beiträge, um Multikulturalität und Förderung wichtiger Aufgaben wie die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen. Diese Schwerpunkte des Offenen Kanals wollen allerdings in der heutigen Medienwelt weiterentwickelt werden. Hauptfrage dabei ist: Wie kann zukünftig das Gleichgewicht zwischen Offenheit und Qualifizierung, zwischen thematischer Schwerpunktbildung und freiem Zugang gehalten werden?

Die 22. HAMburger Mediendebatte soll nicht nur die Notwendigkeit der Institution Offener Kanal, sondern auch den bundesweiten Stand dieses Bürgermediums reflektieren.

 

22. HAMburger Mediendebatte, 19.11.2002, 14 Uhr

„Mainstream oder Multikultur?
Der Offene Kanal Hamburg:
Bedeutung und Perspektiven eines Bürgermediums“

 

DiskutantInnen u. A.:

  • Prof. Dr. Uwe Hasebrink, Direktor des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung, Hamburg
  • Amina Krüger, Medienberaterin, Europäisches Netzwerk Online / More Colour in the Media
  • Dr. Lothar Jene, Direktor der HAM
  • Dietrich Rusche, Mitglied der CDU-Fraktion der Hamburgischen Bürgerschaft
  • Aydan Özuguz, Mitglied der SPD-Fraktion der Hamburgischen Bürgerschaft
  • Dr. Eva Oehrens, Dozentin für Medienpädagogin, Akademie Remscheid
  • Dr. Ullrich Laaser, bereich Internationale Beziehungen, Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik (HWP)
  • Ulrich Kamp, Medienberater, Berlin
  • Leonhard Hansen, Beauftragter für den Offenen Kanal Hamburg

Informationen:
http://www.offener-kanal-hamburg.de/
fon: 040/896907-0

Author: Redaktion
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