„Videoaktiv“ – Erzieherinnen überwinden Kamerascheu

An vier Mittwoch-Nachmittagen im Oktober wurde im Offenen Kanal Worms eine Kursreihe für Erzieherinnen unter Leitung von Anneliese Boller durchgeführt.

Es nahmen 10 Erzieherinnen aus 10 verschiedenen evangelischen Kindergärten in Worms teil. 

Von der LPR wurden 3 Camcorder (Panasonic AG-455) mit Stativen und Mikrofonen zur Verfügung gestellt; im OK Worms befinden sich zwei analoge Schnittplätze.

Ziel war es, die Möglichkeiten des Einsatzes von Videotechnik in den Einrichtungen aufzuzeigen und zu erproben.

Die Teilnehmerinnen gingen, wie sie später sagten, „mit gemischten Gefühlen“ in die Veranstaltung hinein, weil sie sich nicht vorstellen konnten, was da auf sie zukommen würde. Videoerfahrung war in keinem Fall vorhanden. Die Scheu vor der Camcordertechnik und die Furcht „etwas kaputt zu machen“, war anfangs ziemlich ausgeprägt.

Im Verlauf gelang es aber, diese Vorbehalte abzubauen und die Gruppe fand zu einer wirklich harmonischen Zusammenarbeit in einer lockeren und sachgerechten Atmosphäre. Alle 10 Teilnehmerinnen waren zu den 4 Terminen vollzählig zugegen.

Der lange Zeitrahmen über 4 Wochen ist durch die Planung der Fortbildungstermine in den Einrichtungen begründet. Die Referentin befürchtete, das Ganze könnte sich dadurch zerfransen; so kam sie auf die Idee, die Lücken zwischen den Seminarterminen mit „Hausaufgaben“ zu füllen: jeweils 3 der Teilnehmerinnen nahmen die 3 von der LPR zur Verfügung gestellten Camcorder mit Stativen etc. mit und sollten in einem kurzen Beitrag ihre jeweiligen Einrichtungen vorstellen. Die Ergebnisse wurden dann gemeinsam gesichtet und bewertet. Das Engagement der Damen, welche ja in den alltäglichen Betrieb der Kindergärten voll eingebunden sind, war bemerkenswert, ebenso die Bereitschaft, aus gemachten Fehlern zu lernen und zu Verbesserungsvorschlägen zu kommen.

Zu Beginn wurden die Teilnehmerinnen sehr ausführlich in die Funktionen des Camcorders, den Aufbau auf das Stativ, die Benutzung des externen Mikrofons eingeführt; dies wurde vor Ort von allen ausprobiert.  Das Aha-Erlebnis: „So schwierig ist es ja gar nicht!“ 

Einstellungsgrößen, Kameraperspektiven- und bewegungen wurden erklärt und die Möglichkeiten bzw. Grenzen des Einsatzes besprochen.

Verschiedene Trickfilmarten (Stopptrick, Figurentrick, Mund/          Augenmensch, Maltrick, Bilderbuchanimation, Bergsteigertrick) wurden in Kleingruppen durchgeführt  –  immer mit Blick auf die Anwendbarkeit in den Einrichtungen. Die Teilnehmerinnen waren mit viel Fantasie und Begeisterung bei der Sache.

Auch die Möglichkeit, in eine kleine Spielszene durch die Auflösung in Einzeleinstellungen Spannung zu bringen, wurde durchgesprochen und ausprobiert; als „Gemeinschaftsproduktion“ entstand der Beitrag „Die Hutmodenschau“. 

Schließlich gab die Referentin eine grundlegende kurze Einführung in die Interviewtechnik (auf ausdrücklichen Wunsch einiger Teilnehmerinnen); in Kleingruppen wurde auch dieses durchgespielt und die Ergebnisse jeweils anschließend gemeinsam gesichtet. 

Die Arbeit am Schnittplatz kam wegen Zeitmangels am Schluß etwas zu kurz, konnte aber von 4 der Teilnehmerinnen immerhin in Angriff genommen werden.

Die Resonanz auf die Veranstaltung war außerordentlich positiv und die Bereitschaft, in den Einrichtungen mit Videotechnik weiterzuarbeiten sehr groß. Die Teilnehmerinnen zeigten sich an einer weiterführenden Veranstaltung interessiert.

Informationen über den Offenen Kanal und die Möglichkeiten der Nutzung wurden gegeben und es bleibt die Hoffnung, dass der Kontakt erhalten bleibt und sich evtl. in zukünftigen Sendebeiträgen niederschlägt.     

Author: Anneliese Boller
E-Mail: boller-worms@t-online.de

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