1 Sekunde 8 Aufnahmen – Die TRICKBOXX

Gute Medienpädagogen scheuen sich nicht vor mutigen Selbstversuchen. Jörg Ruckel vom Offenen Kanal Kassel hat die TRICKBOXX des Erfurter Kinderkanals KI.KA mit nach Hause genommen und mit seinem Sohn Nicolai (9 Jahre) an 2 Wochenenden seinen ersten Trickfilm produziert: „Im Garten eines Kraken“ ist eine witzige und fantasievolle Verfilmung des gleichnamigen Liedes und hat es auf Anhieb in die samstägliche TRICKBOXX-Sendung von KI.KA und auf die Website des Senders geschafft.
Selbstverständlich ist der Dreiminüter auch im Offenen Kanal Kassel gelaufen. „Die TRICKBOXX erzeugt den Modelleisenbahneffekt: Vater kauft seinen Kindern Spielzeug, weil er selbst damit spielen möchte“, sagt Armin Ruda, der Leiter des Offenen Kanals. In der Tat sind auch Erwachsene von dem „Tricktisch mit Dach“ in der Größe einer Schatzkiste begeistert. Die TRICKBOXX kommt aus Schweden, ist aus Nadelholz geschreinert, hat eine senkrecht arretierte Videokamera mit Intervallschaltung und zwei Tricktischleuchten eingebaut. Selbst Grundschüler lernen mit der TRICKBOXX in Nullkommanix, kleine Trickfilme zu produzieren. Erwachsene Respektspersonen, z. B. Lehrkräfte, und ältere Schüler können die beigelegte „Joes und Rolfis kleine Trickfilm-Schule“ lesen oder mit den Kindern zusammen das schlau aufgebaute und wirklich lustige Video „TRICKBOXX – Wie funktioniert’s?“ anschauen.
Motor der deutschen TRICKBOXX-Bewegung ist der Kinderkanal von ARD und ZDF, der den Holzkasten mit Kamera und Anleitung seit 3 Jahren bundesweit an Schulklassen und Kindergruppen verleiht. Die Ergebnisse sind samstags um 10.50 Uhr auf KI.KA zu sehen oder zeitunabhängig im Internet zu bewundern (auch Juri Tetzlaff, der Moderator der Sendung, hat seinen Selbstversuch dort platziert).
Der Offene Kanal Kassel hat seine eigene TRICKBOXX in Erfurt gekauft und hat in seinem Einzugsbereich viele neue Trickfilm-Fans gefunden. Als Armin Ruda neulich vor KollegInnen aus anderen Bundesländern Trickfilm-Beispiele zeigte, hätte er sofort einige Boxen verkaufen können. Das allerdings ist nicht ganz einfach: Gegen Nachbauten des Holzkastens hat zwar auch KI.KA nichts einzuwenden, trickfilmtaugliche Videokameras gibt es allerdings nur wenige – das ursprünglich verwendete Modell ist längst vergriffen.
Für den TRICKBOXX -Enthusiasten bedeuten diese kleinen technischen Hürden kein echtes Hindernis: Die Trickfilmfabrik im IKEA-Look wird ihren Siegeszug durch die Offenen Kanäle fortsetzen, der Kinderkanal wird sich über neue Kooperationspartner in den Bürgersendern freuen und über die vielen kleinen Trickfilme, die ihren Weg nach Erfurt finden. Den verdienten Lohn für die medienpädagogische Basisarbeit könnte die Redaktion am 25. November in Gestalt eines „International Emmy Award“ in Empfang nehmen, falls sich die Jury unter 4 nominierten Kindersendungen für die TRICKBOXX entscheidet.


Wer sich für die TRICKBOXX interessiert und Beispielfilme sehen möchte, kann dies unter www.kika.de oder www.trickboxx.de tun. Wer sich für Kooperationen interessiert, kann sich an den Kinderkanal-Redakteur Matthias Franzmann (matthias.franzmann@kika.de) wenden.

Author: Hans-Uwe Daumann
E-Mail: redaktion@connex-magazin.de

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