Koblenz: Freie Filmwerkstatt 08.11. – 10.11.2002

Im Rahmen der Koblenzer Jugendtage, deren Hauptorganisation die JugendKunstWerkstatt Koblenz e. V. (JuKuWe) in die Hände nahm, fand von 8. bis 10. Novemver 2002 eine Freie Filmwerkstatt für Jugendliche ab 14 Jahren statt. Der Offene Kanal Koblenz e. V., das Bildungszentrum Bürgermedien, wie auch die JuKuWe stellten Raum und Personal zur Verfügung. Die teilnehmenden Jugendlichen konnten unter pädagogischer Leitung einen kleinen Beitrag, eine Reportage oder einen Clip zu einem von ihnen ausgewählten Thema realisieren.

 

Der erste Tag
Neben üblichen einführenden Worten zur Technik und einigen ‚Spielen‘ mit der Kamera, die ihnen helfen sollten, sich mit der Technik auseinanderzusetzen und diese verstehen zu lernen, hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich ein Thema zu wählen.
Nach einigen kreativen Ergüssen entschieden sich die Jugendlichen (im Durchschnitt 15 Jahre) für das Thema „Aus dem Rahmen fallen…“. Als ‚Hauptdarsteller‘ bot sich dementsprechend ein mannshoher blauer Holzrahmen der JuKuWe an. -Doch was macht dieser? Warum gerade dieses Thema?
Die Teilnehmenden setzten sich mit der Frage der Umsetzung, aber auch mit thematischen Problemen auseinander. Schließlich war dann klar, dass sie Interviews zum Thema in der Fußgängerzone von Koblenz machen und dabei die Befragten in den großen Rahmen stellen wollten. Ein kleiner Rahmen, der sogleich in der JuKuWe gesucht wurde, sollte die Möglichkeit einer genaueren ‚Porträtierung‘ von Befragten geben.
Es stellte sich jedoch recht schnell heraus, dass es nicht nur mit der Organisation der entsprechenden Requisiten und einer groben thematischen Vorstellung getan war. Nun folgte eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema, eine Konkretisierung von „aus dem Rahmen fallen…“. Einige Teilnehmende fanden es zu negativ besetzt, einige zu schwer, andere philosophierten über „den Rahmen sprengen“ und andere scheinbar verwandte Metaphern.
Nach einer vollständigen organisatorischen, thematischen und kameratechnischen Planung ging der Tag zu Ende.

 

Der zweite Tag
Auf dem Programm stand für diesen Tag v. a. die Interviewdurchführung in der Koblenzer Fußgängerzone. Die kleine Gruppe hatte die Möglichkeit, zwei digitale Kameras mit externen Mikros, einen digitalen Fotoapparat und zwei Rahmen zu nutzen.
Die Jugendlichen waren die überwiegende Zeit allein unterwegs, um zu filmen. Nach ihrem Ausflug wurde dann noch ein Trickfilm für den Titel gedreht, in dem Jens die Wörter als Graffiti auf grüne Blätter malte, was hinterher im Computer schneller gerechnet wurde.
Zum Abschluss wurde noch jeder Teilnehmende im Rahmen auf eine von ihm individuelle Art vorgestellt. Ein Gruppenbild im Rahmen, welches mit Stopptrick die Jugendlichen ‚verschwinden‘ ließ, sollte Abschluss für die Gruppenvorstellung und damit für den Clip werden.

 

Der dritte Tag
Der dritte Tag war geprägt von Tonspuren, Bildspuren, Musik finden, sich mit der Technik auseinandersetzen und „rendern“. Wer schon einmal einen Film geschnitten hat, weiß wie viel Arbeit und Konzentration hier erforderlich ist …
Auch wenn einer der zwei mobilen Schnittplätze uns schon anfänglich mit Nicht-Funktionieren strafte, entstand eine arbeitsame und kreative Atmosphäre, die einen ganz erstaunlichen Film hervorbrachte. Aus zwei Trickfilmen, einem Making of und den Interviews entstand eine bunte Kombination, die den Clip ausmacht.
Durch die Auswahl der Befragten aus unterschiedlichen Altergruppen wie auch Schichten, ebenso durch die Musikauswahl und die digitale Bearbeitung haben die Jugendlichen dem Clip ihre ganz eigene Note verliehen.
Ein wirklich gelungener und spaßiger Workshop für alle Beteiligten.

Author: Sandra Lentz
E-Mail: lentz@lmz.bildung-rp.de.de

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