LfM-Hörfunkpreis 2002 geht an 4 Bürgerfunkgruppen

Die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) hat am 22. November 2002 in Dortmund zum elften Mal den LfM-Hörfunkpreis für herausragende journalistische Leistungen im privaten Hörfunk verliehen. Insgesamt wurden 14 Preise, davon 4 in der Kategorie „Bürgerfunk“ vergeben.

 

Einer von zwei ersten Preisen im Bürgerfunkbereich ging an das Feature „Hanky Man“ der Produktionsgruppe NewsWave aus der Radiowerkstatt der Volkshochschule Solingen/Radio RSG (Casy M. Dinsing; Jacqueline Eppe; Michael Holland). Im Text der Verleihungsurkunde heißt es: „Toleranz und Zivilcourage – Eckpfeiler menschlicher Koexistenz. Dieses immer aktuelle Thema hat die Produktionsgruppe NewsWave in eine für Jugendliche anschauliche und spannende Erzählung verpackt, die ihrer Erlebniswelt entspringt. Professionell präsentiert, musikalisch treffend untermalt. Der Beitrag wirkt, regt ohne erhobenen Zeigefinger zum Nachdenken an und hat somit eine Bestnote verdient.“

 

Ebenfalls einen ersten Preis erhielten Sascha Hölterhoff; Dirk Kemper; Petra Kimmerle; Thomas Bruchhausen und zwölf Kinder der Kindertagesstätte „Elterninitiative Pelikan“ von der Radiowerkstatt Exlex e.V. / Radio 90,1 (Mönchengladbach) für das Hörspiel „Der einsame Frosch“. Die Jury des LfM-Hörfunkpreises unter dem Vorsitz der Journalistin Inge Seibel-Müller merkt dazu an, dass die Zielgruppe Kinder in den Zeiten des Formatradios oft vergessen wird: „Auch Kinder sind Radiohörer und Ehre gebührt demjenigen, der davor nicht die Augen und Ohren verschließt.“ Der preisgekrönte Beitrag „Der einsame Frosch“ ist ein Märchen, das die Erwachsenen von der „Radiowerkstatt Exlex e.V.“ und der „Elterninitiative Pelikan“ mit 12 Kindern aus einer Kindertagesstätte erfunden und in ein Hörspiel umgesetzt haben.

 

Um die Liebesbeziehung von zwei Frauen aus verschiedenen Ländern und um die „Heirat“ zwischen gleichgeschlechtlichen Partnerinnen geht es in „Verliebt Verlobt Verpartnert“, einem Beitrag von Katerina Katsatou, Claudia Friedrich und Helga Guthmann vom Kölner Frauen- und Lesbenradio „Lästerher(t)z“. Die Jury begründet die Verleihung eines zweiten Preises: „In einem atmosphärisch dichten Beitrag werden der Beginn und die Entwicklung einer Liebe zwischen zwei Frauen aus den USA und Deutschland über die Grenzen hinweg geschildert. Ein vielschichtiger Beitrag im Bürgerfunk: kurzweilig, unterhaltsam und sehr informativ gestaltet.“

„Das Super-High-Tech-Klo“ in Herne beziehungsweise der witzige Beitrag, den Thomas Trosien für die Sendung „Kurzschluss – das Jugendmagazin“ darüber produziert hat, war der Jury einen dritten Preis wert.

 

Die LfM vergibt den LfM-Hörfunkpreis seit 1992 als Anerkennung für kreative Programmleistungen im nordrhein-westfälischen Privatfunk.  Der LfM-Hörfunkpreis ist mit je 2.500 Euro bzw. 1.250 Euro dotiert; zusätzlich erhalten die Preisträger eine Skulptur und eine Urkunde.
Für herausragende redaktionelle Leistungen im Bereich des professionellen Lokalfunks wurde in der Kategorie „Kommunale Berichterstattung“ Georg Rose, Chefredakteur von Radio Wuppertal, für seine Beitragsreihe zur „Kremendahl-Affäre“ ausgezeichnet. 
Auf den LfM-Internetseiten zum Hörfunkpreis berichtet er in einem Interview von seiner Motivation, über die Korruptionsaffären in der Wuppertaler Stadtpolitik zu berichten, über die notwendigen Rahmenbedingungen in einer Lokalfunkredaktion und über die Reaktionen der Kommunalpolitik auf die Berichterstattung.
Unter der gleichen Adresse sind die Beiträge der Preisträger  des LfM-Hörfunkpreises 2002 als Audiodateien abrufbar.

 

Foto: Uwe Völkner/FOX

Author: Hans-Uwe Daumann
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