Rheinland-Pfalz: OK-Digitalisierung kommt voran

Ende Januar 2003 schneit es wieder auf den Höhen des Pfälzerwalds, des Hunsrücks und der Eifel. Wenn es auf den Straßen zwischen Mosel, Nahe und Rhein glatt wird, dann werden in Rheinland-Pfalz Termine abgesagt oder verschoben. Für die Techniker der LPR ist das Alltag; sie haben in den vergangenen Monaten 27 Offene Kanäle mit digitaler Technik ausgerüstet und liegen gut im Plan.
Die LPR, die Landeszentrale für private Rundfunkveranstalter, ist direkt für die Ausstattung und Wartung der Studiotechnik in den meist ehrenamtlich geführten Bürgersendern des Landes verantwortlich. In den vergangenen Jahren sind Schnittcomputer der Hersteller Panasonic, Fast, Apple und AVID durch die Abteilung Rundfunktechnik gegangen und wurden insbesondere im Offenen Kanal Ludwigshafen getestet. Die Techniker um Michael Trynczer entschieden sich schließlich für die Zusammenarbeit mit dem Hersteller Canopus, weil die dort konzipierten Schnittsysteme sowohl die „Skalierbarkeit“ der Anwendungssoftware, d. h., die Nachbearbeitung mit unterschiedlich komplexen Werkzeugen erlauben, als auch die Option der Vernetzung von Schnitt und „Play Out“ im OK-Studio eröffnen.

 

Für die MitarbeiterInnen  in den OK-Vereinen zwischen Adenau und Zweibrücken steht im Vordergrund, dass mindestens eine der von der LPR beschafften Schnittstationen in ihrem Studio eingetroffen ist – DV-Kameras sind bereits vorhanden. Die erste Phase der Digitalisierung, die derzeit abgeschlossen wird, umfasst aber auch den Austausch vieler Studio-Bildmischer und aller Rolltitelcomputer (bisher waren das in der Regel noch Amigas, jetzt stehen da PCs). Überall ist es jetzt auch möglich, digitale Bänder zu senden. Alles zusammen spielt im Konzept der LPR-Abteilung Medienkompetenz/Offene Kanäle eine wichtige Rolle; die „Rolltitel“ der Offenen Kanäle werden mit Musik, Animationen und aktuellen Informationen aus dem Internet aufgepeppt und viele Sendebänder werden über die „Beitragsbörse“ der Offenen Kanäle vervielfältigt und als Mini-DV-Kopien in allen Ecken des Landes gesendet.

 

Im Offenen Kanal Ludwigshafen haben digitale nonlineare Schnittsysteme vor mehr als 2 Jahren Einzug gehalten. Die alten Hartschnittplätze sollten nur für eine kurze Übergangszeit daneben stehen bleiben. Bis heute wird im OK auch analog und linear geschnitten – zum einen, weil bestimmte Sendeformen der NutzerInnen das nahe legen, zum anderen aber auch, weil die Scheu vieler OK-Aktiven auch nach einem Schnupperkurs am Computersystem nicht geschwunden ist.

Die „Switcher“, die Umsteiger auf Computerschnitt benötigen kontinuierliche Ermutigung und Betreuung. Das Bildungszentrum BürgerMedien hat deshalb eine Seminarreihe aufgelegt, in der OK-MitarbeiterInnen und spezielle TrainerInnen geschult werden. Auf Anforderung der Offenen Kanäle und in Absprache mit den Regionalbüros der LPR sollen die Canopus-TrainerInnen mit bedarfsgerechten Einweisungen, Kursen und Schulungen dazu beitragen, dass die erste Phase der Digitalisierung nicht nur technisch, sondern auch in der Alltagspraxis der Offenen Kanäle erfolgreich abgeschlossen werden kann.

Author: Hans-Uwe Daumann
E-Mail: redaktion@connex-magazin.de

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