Ludwigshafen: Sekt zur „FeSCH“-Premiere

Katharina Kleinschnitger ist gerade 16 geworden. Sie wirkt älter, ist selbstbewusst, telegen, und damit die ideale Moderatorin für „FeSCH“. FeSCH ist ein Fernsehmagazin, produziert von 16 Menschen zwischen 16 und 77 Jahren, das am 27. April im Offenen Kanal Ludwigshafen seine Premiere hat. Fast ein halbes Jahr hat die Redaktion an ihrer Erstsendung gearbeitet – Grund genug, am letzten Aprilsonntag ein paar Flaschen Sekt zu entkorken. Des Rätsels Lösung: „FeSCH“ ist das Ergebnis des „Grundkurses Fernsehschein“, in dem Laien intensiv in die Gründe des Fernsehmachens einsteigen. Zehn Seminarwochenenden zwischen November 2002 und April 2003 hat das Bildungszentrum BürgerMedien mit dem Referententeam geplant und durchgeführt; etwa die gleiche Zeit investierten die TeilnehmerInnen zusätzlich in ihre „Hausaufgaben“ – in Übungen, Dreh- und Schnitttermine unter der Woche. Die Eingangsvoraussetzungen waren äußerst unterschiedlich: Gisela Reimsbach, Veronika Seffernik und Liesel Schäfer gehören seit Jahren der Seniorenvideogruppe im Offenen Kanal an. Gunter Poth ist Berufsfeuerwehrmann und Hobbyfilmer. Und Katharina Kleinschnitger hat das Medium erst vor kurzer Zeit entdeckt und ist seitdem Feuer und Flamme.


Der Kameramann Hartwin Grieger und die Autorin und Cutterin Katharina Ulmer arbeiten für öffentlich-rechtliche Sender. Nicht zum ersten Mal bilden sie Amateure aus. Aber der „Grundkurs Fernsehschein“ ist keine lockere Vortragsveranstaltung. Die TeilnehmerInnen werden – ungeachtet ihres Alters und ihrer Vorkenntnisse – von Anfang an gefordert. Auf dem Stundenplan stehen Gestaltung und Redaktionsarbeit – zuerst werden aber die technischen Grundlagen im Umgang mit Kamera und Schnittplatz gelegt. Die Arbeit an einem Magazinformat ist umfassend; Gastreferenten sorgen für Einblicke in die Bereiche Interview, Moderation, Tonaufnahme und Lichtgestaltung. Alles soll in einem Endprodukt zusammen fließen: Das erfordert selbstständige Arbeit, aber auch Teamfähigkeit. Vier Gruppen sind für einzelne Magazinbeiträge verantwortlich. In der Redaktionskonferenz berichten alle über ihre Arbeitsfortschritte; gemeinsam wird für die restliche Zeit geplant.

Kurz vor der Aufzeichnung der Abschlusssendung ist der Stress besonders hoch: In den Osterferien werden im Offenen Kanal die Beiträge fertig bearbeitet; Gäste müssen koordiniert, Moderationen vorbereitet werden. Wenn am 27. April um 17 Uhr „FeSCH“ über die Bildschirme geht, werden die TeilnehmerInnen und das Fernsehschein-Referententeam aufatmen. Aber zumindest einigen AbsolventInnen wird es bald wieder in den Fingern kribbeln und sie werden sich im Offenen Kanal neue und anspruchsvolle Produktionsaufgaben suchen. Und Katharina Kleinschnitger weiß ohnehin, was sie will: Nach dem Abitur in die Medienmetropole Köln gehen und eine Moderatorinnenkarriere anpeilen.

 

Der Fernsehschein wurde vom Bildungszentrum BürgerMedien entwickelt und erstmals 2001/02 in Neuwied durchgeführt. Nach dem zweiten Durchlauf in Ludwigshafen wird der Grundkurs Fernsehschein voraussichtlich an einem anderen Ort wiederholt.

Author: Hans-Uwe Daumann
E-Mail: redaktion@connex-magazin.de

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