afk max Nürnberg: „Vielfalt ist unsere Stärke“

Es gibt Welt- und Lokalnachrichten, Gewinnspiele, Filmtipps, Umfragen, zu hören ist der „Sound der 70er bis heute“ und relativ viel Wortanteil – afk max ist ein professionell gemachtes Radioprogramm, das im vielfältigen Angebot des Nürnberger Raums seine Nische gefunden hat. Und das bei höchster Mitarbeiterfluktuation – bis zu 100 kommen und gehen pro Jahr. Alles junge Menschen, die eine Medienkarriere ansteuern und sich bei afk max erste Hörfunksporen verdienen – afk steht schließlich für „Aus- und Fortbildungskanal“, und das Nürnberger Radio ist eine von 3 derartigen Einrichtungen, die von der Bayrischen Landeszentrale für Medien (BLM) und einem Konglomerat prominenter Medienfirmen getragen werden.

Im Studioalltag von afk max in einem ehemaligen Fabrikgebäude von Triumph Adler in der Fürther Straße geht es ruhig und strukturiert zu. Das Büro des Programmchefs Achim Kasch steht offen, von Zeit zu Zeit kommt eine(r) seiner jungen MitarbeiterInnen, um eine Frage zu stellen. Um 14 Uhr werden im Studio B Nachrichten gelesen, dann beendet Margit Kasch, Chefin vom Dienst, ihre Frühschicht, und nimmt den Hund der Kaschs, der bisher ruhig unter einem Tisch im großen Redaktionsraum lag, mit nach Hause. Ausbildungsradio als Familienbetrieb?
Im Frühjahr 1998 übernahm Achim Kasch die Leitung des Senders, der seit 1996 im Kabel zu hören war. Die Aufschaltung auf eine UKW-Frequenz stand kurz bevor, und innerhalb von 6 Wochen stellte Kasch ein 24-Stunden-Programmschema auf die Beine. Seine jetzige Frau machte eine typische afk-Karriere: Sie kam als Praktikantin und stieg als freie Mitarbeiterin zur „CvD“ auf – was bei afk max sowohl „Chefin vom Dienst“ als auch „Coach vom Dienst“ bedeutet. Während in den vergangenen Jahren über 70 afk-Absolventen eine Karriere im privaten Hörfunk, bei Zeitungen oder Fernsehanstalten starteten, blieb sie, der Liebe wegen: Sie gehört inzwischen zum kleinen Stab der festen Mitarbeiter, der durch den Volontär Thomas Schrems komplettiert wird. Feste und Freie sorgen für die Kontinuität und fürs Coaching: Sie begleiten die Praktikanten auf ihrem Weg von der ersten selbstproduzierten Umfrage über die Übung am Studiomischer und beim Nachrichtenlesen zum ersten „gebauten Beitrag“ und zur Moderationspraxis. Da wollen (fast) alle hin: Moderation gilt als Königsdisziplin. Und Achim Kasch fordert und fördert seine Praktikanten: Setzt ihnen einen klar strukturierten Rahmen, innerhalb dessen sie größtmögliche Freiheit genießen, und sorgt für die kreative und teamorientierte Athmosphäre. Und der Hund? afk max vermittelt Tiere des Nürnberger Tierheims, und der kleine Schäferhund-Mischling ist bereits der zweite Hund (neben zwei Katzen), den die Kaschs an sich selber vermittelt haben.

afk max sendet seit zwei Jahren auf neuen Frequenzen: 106,5 für Nürnberg und 106,2 für Erlangen. Was im Nürnberger Stadtgebiet an Empfangsstärke verloren ging, wird durch den Erlanger Sender mehr als wett gemacht: In der Universitäts- und Forschungsstadt hat afk max ein besonders treues und engagiertes Publikum gewonnen. Ohnehin kommen viele afk-Praktikanten aus dem Erlanger Studiengang Medienwissenschaften. Und das Erlanger Campusradio „unimax“ hat sein eigenes Fenster. afk max integriert fünf Programmfenster von Mitgliedsorganisationen des Trägervereins: Die medienpädagogischen Jugendradiosendungen „free spirit“ und „Funkenflug“ werden im Medienzentrum „Parabol“ resp. beim Kreisjugendring vorproduziert, „Meilensteine“ kommen von einer kirchlichen Gemeinschaft, verschiedenste Musikspartensendungen vom Verein „Rockin Radio“ und 4 Wochenstunden „unimax“ werden fertig aus dem Campusstudio angeliefert oder auch live aus der Fürther Straße gesendet. Die „Programmbausteine der Vereinsmitglieder“ sorgen für die bunten Farben im Ablauf, während die Ausbildungsredaktion vor allem für jeweils 12 werktägliche Primetime-Stunden verantwortlich zeichnet, und damit für die Verlässlichkeit und Durchhörbarkeit des Radios. afk max hat sich in 5 Jahren UKW-Sendebetrieb in der Radiolandschaft erfolgreich positioniert, „professionelles Radio zu einem Spottpreis“, wie Achim Kasch sagt. Wichtigster Gradmesser des Erfolgs ist die Vermittlungsliste: Weit über 70 ehemalige afk-ler haben den Sprung in die Medienwelt geschafft. Ihre Qualitäten konnten sie in der Ausbildungsredaktion erfolgreich entfalten, das beweisen viele BLM-Hörfunkpreise. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass afk max auch am 3. Juni 2003 bei den BLM-Hörfunktagen wieder einen Preisträger stellt.

Author: Hans-Uwe Daumann
E-Mail: redakion@connex-magazin.de

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