Köln: LaVoro präsentiert Medien-Traumberufe

Kühl, ziemlich leer und ein wenig protzig: Der Auensaal im Kölner Messegelände ist der Mittelpunkt des  Kongresses „Medienforum NRW“. In der benachbarten Halle wuselt und lärmt es um so mehr: Bei „Generation M“ informieren sich Jugendliche über Einstiegsmöglichkeiten in Medienberufe. Die beiden zeitgleichen Veranstaltungen grenzt eine Ticketkontrolle voneinander ab. Die Landesanstalt für Medien (LfM) ist doppelt vertreten. Ein grüner Sperrholzturm mit der Aufschrift „Ausbildung in Bürgermedien“ repräsentiert das Engagement der nordrhein-westfälischen Landesmedienanstalt für Campusradios und Offene Kanäle. An 6 Computer-Arbeitsplätzen unter weißen Zeltdächern sitzen junge Menschen und bearbeiten Radio- und Fernsehbeiträge. Der Gemeinschaftsauftritt der Campusradios  und des OK-Ausbildungsprojekts „LaVoro“ bietet zwei unterschiedliche Varianten von Qualifizierung in Bürgermedien; dabei wendet sich „La Voro“ an Auszubildende und Praktikanten der Offenen Kanäle in Nordrhein-Westfalen.


„La Voro“ ist ein Kunstname, er klingt nach Arbeit, und tatsächlich stecken in der ersten Ausgabe von „LaVoro – Das Ausbildungsmagazin“ die Erfahrungen einer sechsmonatigen  Seminarreihe. 15 TeilnehmerInnen, künftige Mediengestalter und AV-Kaufleute sowie Praktikanten Offener Kanäle, haben sich im Rahmen des Projekts des Bildungszentrums BürgerMedien unter der Leitung von Sylvia Cieslik und Rudolf Gier-Seibert praxisnah Kenntnisse über die Erstellung eines Fernsehmagazins erarbeitet.
La Voro Nummer 1 bietet Beiträge über die „Traumberufe“ des Theaterschauspielers und der Maskenbildnerin, besucht eine „Azubi-WG“ und berichtet über die Arbeit einer SAT1-Moderatorin. Damit bewegt sich das Magazin, das Anfang Juli in den nordrhein-westfälischen OKs gesendet wird, nah an der Interessenlage des produzierenden Mediennachwuchses. Während der Seminare und in den Zeiten dazwischen entstanden weitere Beiträge, die in Kürze in einer zweiten Magazinausgabe zusammengefasst werden. „LaVoro“ ist  mit dem Auftritt bei Generation M fürs erste beendet. Rudolf Gier-Seibert, ehemaliger OK-Mitarbeiter in Münster, und die Journalistik-Dozentin Sylvia Cieslik schreiben ihren Abschlussbericht. Darin wird unter Anderem stehen, dass die Ausbildungsvoraussetzungen in den beteiligten Offenen Kanälen Münster, Marl, Hamm, Dortmund und Essen denkbar unterschiedlich sind. Gemeinsames Kennzeichen ist jedoch, dass  Auszubildende und Praktikanten schnell in die tägliche Arbeit integriert werden. Beim Produzieren schleifen sich dann „OK-Gewohnheiten“ ein, die in der Seminarreihe nur unter Mühen korrigiert werden konnten.


Auszubildende Offener Kanäle müssen sich später auf einem Arbeitsmarkt bewähren, der andere Anforderungen stellt, als der OK-Alltag. Zusatz-Qualifizierung wie bei „LaVoro“ macht die OK-Absolventen fit für den härter werdenden Wettbewerb in der Medienwelt.  Nach anfänglicher Skepsis hat sich bei den Beteiligten Begeisterung eingestellt. „LaVoro“ ist ein Netzwerk, das auch über den Tag der Magazin-Premiere hinaus weiter leben soll; im Juni wurde deshalb eine LaVoro-Website eingerichtet. Peter Schwarz von der LfM macht sich bereits Gedanken über eine mögliche Fortführung, bei der auch neue Kooperationspartner mit ins Boot kommen können.


An den Messestand bei Generation M kommen immer wieder Jugendliche, die gerne bei LaVoro mitmachen möchten. Im Vergleich zu den Showbühnen der großen Sender und den Flugblattständern der vielen kommerziellen Ausbildungsträger bietet der Stand der Landesanstalt für Medien unter dem Motto „Ausbildung in Bürgermedien“ Information zum Anfassen und Mitmachen. Während der Rest der Ausbildungsmesse vergeblich versucht, die Tristesse der schlechten Medienkonjunktur zu übertünchen, demonstrieren die Campusfunker und die OK-Azubis Zuversicht und Eigeninitiative.

Author: Hans-Uwe Daumann
E-Mail: redaktion@connex-magazin.de

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