Medi@girls: 2 Publikationen aus Baden-Württemberg

http://www.mediagirls.de ist ein dreijähriges Projekt des Jugendhilfswerks Freiburg, das in zwei unterschiedlichen Veröffentlichungen dokumentiert wird: medi@girls – Medienprojekte für Mädchen heißt das im Kopäd-Verlag erschienene, von Karin Eble und Irene Schumacher herausgegebene Buch, in dem die Aktivitäten des Projekts detailreich und praxisbezogen geschildert werden. Ebenfalls im Frühjahr 2003 erschien in der Reihe „Stuttgarter Beiträge zur Medienwirtschaft“ das von Karin Eble und Martin Welker herausgegebene Heft „Mädchen machen Medien“, in dem ein größerer Rahmen gespannt wird: Die drei Kapitel sind der Genderforschung, einer Projektbeschreibung von medi@girls und den politischen resp. wirtschaftlichen Handlungskonsequenzen gewidmet.

 

„Das Landesleitprojekt medi@girls verfolgt das Anliegen, durch medienpädagogische Projekte die Medienkompetenz von Mädchen und jungen Frauen zu stärken; sowohl in Bezug auf die damit verbundene gesellschaftliche Partizipation als auch im Hinblick auf die Erweiterung des klassischen Berufswahlspektrums durch Berufe, die in Zusammenhang mit den Neuen Medien stehen.“ Mit dieser Zielbeschreibung beginnt das Kapitel „Grundlagen“ im o. g. Kopäd-Buch. Die im folgenden Text erwähnte „Vielfalt von geschlechtsspezifischen, medienpädagogischen Angeboten“ wird in den weiteren Kapiteln, nach den verwendeten Medien Print, Foto, Audio, Internet und Multimedia sortiert, ausführlich und eindrucksvoll ausgebreitet. Ca. 100 Mädchen sind jedes Jahr alleine an der Produktion des multimedialen „Freiburger Mädchenkalenders“ beteiligt. Im Sommerferienprogramm der Stadt Freiburg fand die Fotoaktion „Badenixen digit@l“ statt. Ebenfalls in einem Ferienworkshop entstand ein digital geschnittener Radiobeitrag über den „schönsten Spieler des SC Freiburg“. Chatparties und andere Angebote ermöglichten den Mädchen einen differenzierten und bedürfnisorientierten Umgang mit dem Internet. Dies sind nur wenige Beispiele aus der medi@girls-Palette. Alle „Medienprojekte für Mädchen“ sind im Buch beinahe in Form einer „Gebrauchsanleitung“ aufbereitet.

 

Ganz anders die Broschüre „Mädchen machen Medien“: „Die Hälfte der kaufmännischen Angestellten ist weiblich, während der Frauenanteil im technischen Bereich unter 10 Prozent liegt.“ So lautet eine der Feststellungen im einleitenden Beitrag von Ursula Jäger unter dem Titel „IT- und Medienprojekte für junge Mädchen sind notwendig!“ Der Herausgeber Martin Welker zitiert Ergebnisse der Internet-Nutzungsforschung: „Noch immer werden Computer und Internet von Frauen zögerlicher genutzt als von Männern. … Allerdings: Die digitale Kluft ist in Baden-Württemberg deutlich geringer als in anderen deutschen Bundesländern.“ Das Projekt medi@girls wird hier in ein politisch-wirtschaftliches Umfeld eingebettet. Medienarbeit mit Mädchen ist eine „Chance zur Beteiligung“, führt Gudrun Kreft aus. Und Pia Maria Federer schließt: „Medienkompetenz ist eine Schlüsselkompetenz. Für die Mädchen ist es deshalb essentiell wichtig, diesen virtuellen Raum mit Macht, Kreativität und Selbstbewusstsein zu besetzen und Hard- und Software entsprechend ihrem Begehren und Wollen nutzen und gestalten zu können.“

 

Karin Eble, Irene Schumacher (Hg.): medi@girls – Medienprojekte für Mädchen, München 2003

 

Karin Eble, Martin Welker (Hg.): Mädchen machen Medien, Stuttgarter Beiträge zur Medienwirtschaft Nr. 8, Stuttgart 2003 

Author: Hans-Uwe Daumann
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