Münster/Lublin: Bennohaus auf Tour

Sie sind fast schon eine Tradition: Die Austauschaktivitäten des Bürgermedienzentrums Bennohaus mit Polen. Vom 19. bis zum 28. Juli nahmen wieder neun junge Leute und Benedikt Althoff, der Projektleiter vom Offenen Kanal TV Münster, am Jugendmediencamp in Münsters Partnerstadt Lublin teil. Organisiert wurde es von der Stiftung Novy Staw, die mit ihrer Arbeit die europäische Integration unterstützen will.
Kameras, Laptops und Stative aus dem Bürgermedienzentrum Bennohaus machten Unmögliches möglich: In einem Gästehaus der Stiftung nahe Lublin arbeiteten rund 35 Jugendliche aus Polen, Weißrussland und Deutschland (Münster) sieben Tage lang gemeinsam an unterschiedlichen Medienprojekten. Katrin Schwermer-Funke, Freiwillige im Bennohaus und Teilnehmerin an der diesjährigen Lublin-Fahrt, erklärt: „Die internationale Atmosphäre war beeindruckend. Es war spannend, andere Kulturen kennenzulernen.“
Drei Gruppen lösten in internationaler Besetzung verschiedene Aufgaben: Eine Gruppe erstellte unter Leitung von Catharina Klöppel, Auszubildende im Bennohaus, und Felix Backhaus, Praktikant, gemeinsam mit Kindern aus Lublin TV-Beiträge. Die Themen gingen ihnen nie aus. Ob ein typischer Lubliner Trödel- und Geschenkeladen oder die legendäre Zrodlo milosci-Quelle, deren Wasser Menschen verliebt macht, die jungen TV-Macher hatten genug Stoff für Reportagen.
Eine zweite Gruppe widmete sich einem Stück dunkler Vergangenheit Polens: Sie besuchte das deutsche Konzentrationslager Majdanek in der Nähe von Lublin, in dem im Zweiten Weltkrieg etwa 235.000 Menschen ums Leben kamen. Die traurigen Eindrücke verarbeiteten die polnischen, weißrussischen und deutschen Teilnehmer unter Leitung von Tobias Averhaus, Awena Lebeschu und Pia Meis, alle drei Beschäftigte im Bennohaus, zu einer TV-Dokumentation. Dennoch: Auch für unbeschwerte Themen war Platz – etwa für eine Umfrage zur Ferienplanung der Lubliner oder für eine Graffiti-Reportage.
Die dritte Gruppe erstellte mit Hilfe des Münsteraners Carl Stolze eine Homepage. Darauf werden nicht nur Teilnehmer und das Mediencamp selbst vorgestellt. Die Gruppe beobachtete auch die anderen bei ihrer Arbeit und schrieb darüber eigene Artikel für die Seite. Ergebnisse sind unter www.multimediamagazin.de zu bewundern.
Awena Lebeschu, Leiterin einer Gruppe, beurteilt die Arbeit im Nachhinein als sehr positiv: „In meiner Gruppe waren die Leute wirklich motiviert und nett. Manchmal gab es allerdings Sprachprobleme.“ Länderübergreifende Zusammenarbeit stand an erster Stelle. Nicht immer einfach: Englisch, die offizielle Campsprache, beherrschten zwar viele, aber nicht alle Teilnehmer. Verständigung war dann oft nur noch mit Händen und Füßen möglich. Dennoch: Spätestens beim gemeinsamen Volleyballspielen oder einem Ausflug ins Lubliner Nachtleben spielte die Sprache keine Rolle mehr.
Von den Ergebnissen des Camps bleiben auch die Münsteraner nicht verschont: Beiträge, die während des Mediencamps entstanden sind, werden mit Untertitel auch auf TV Münster zu sehen sein.

 

Foto: Pia Meis (Bennohaus) erklärt den Teilnehmern der Videogruppe „Unter Freunden“ die Funktionsweise einer Kamera.

Author: Katrin Schwermer-Funke
E-Mail: geschaeftsfuehrung2@bennohaus.info

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