Tag der Offenen Kanäle am „Ort des Urknalls“

2003 fand erstmals ein „Tag der Offenen Kanäle“  statt, damals in Neuwied. Am 20. März 2004 lud die rheinland-pfälzische Landeszentrale für private Rundfunkveranstalter LPR zum 2. Tag der Offenen Kanäle nach Ludwigshafen ein. Anlass: Der 20te Jahrestag der Einführung privaten Rundfunks in Deutschland und damit der 20te Geburtstag des Offenen Kanals Ludwigshafen. Es sei ein „Tag des Dankes für Ihr großes ehrenamtliches Engagement“, begrüßte Manfred Helmes, LPR-Direktor, über 200 Gäste mehrheitlich aus den Trägervereinen rheinland-pfälzischer Offener Kanäle. Der Tag der Offenen Kanäle, quasi die Jahreshauptversammlung der OK-Szene im Lande, sei aber auch „Forum des Austausches und Angebot zur Qualifizierung“. In 9 Panels zu Themen aus den Bereichen „OK aktuell“, „Technik“ und „Bildungszentrum Bürgermedien“ hatten die Besucher Gelegenheit, Fachvorträge zu hören und zu diskutieren.


Aber zunächst kam der Hauptredner des Tages zu Wort. Martin Stadelmaier, der Leiter der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei, in der nicht nur die Medienpolitik des Landes, sondern die aller Bundesländer koordiniert wird, war mit Spannung erwartet worden. Im Vorfeld kursierte bereits eine Presseinformation der Staatskanzlei unter der Überschrift „Rheinland-Pfalz bleibt das Land des Bürgerfernsehens“, die einige Sorgen besänftigte.


Stadelmaier legte dann auch ein klares Bekenntnis zu den Offenen Kanälen ab. Die Idee des Bürgerrundfunks sei „unverändert faszinierend“. Angesichts von jährlich 20 Millionen Euro Rundfunkgebühren, die bundesweit in diesen Bereich fließen, müssten Offene Kanäle „selbstkritisch auf ihr Produkt schauen“.  Für die Zukunft sei „neue und zusätzliche Legitimation nötig“. Wie im kürzlich bekannt gewordenen Entwurf für ein neues Landesmediengesetz verband Stadelmaier die Zukunft Offener Kanäle mit den geplanten Medienkompetenznetzwerken. Eine enge Zusammenarbeit mit Schulen und Hochschulen sei eine  „zwingende Voraussetzung“, darüber hinaus müssten sich die Bürgersender an der „Umsetzung und Förderung lokaler und regionaler Kommunikation“ messen lassen.

Manfred Helmes hatte bereits in seiner Begrüßung die negativen Veränderungen der Bürgermedienlandschaft bundesweit –  z. B. im Saarland und in Hamburg – Revue passieren lassen und den Rheinland-Pfälzern zugute gehalten, man habe die Neupositionierung Offener Kanäle „vor 4 Jahren als Erste angestoßen“.  Die deutlichen Worte Stadelmaiers waren für die anwesenden Ehrenamtlichen Anlass zur Erleichterung und deutliche Warnung zugleich. Man halte an der „Funktion Offener Kanäle als Komplementärmedium“ fest, gleichzeitig sei eine „Konsolidierung der OK-Landschaft notwendig“.
Erholung und Entspannung fanden die Anwesenden bei der Verleihung der OK-Förderpreise, die den Tag der Offenen Kanäle festlich abschloss.

 

Dokumentation: Die Rede von Staatssekretär Martin Stadelmaier kann nebenstehend herunter geladen werden.

Author: Hans-Uwe Daumann
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