Mannheimer Power Girls machen Filme

„Mädchen und Frauen sind vielfältig. Ob dick oder dünn, Nana oder Bohnenstange, Muskelpaket oder Prinzessin – jede hat ihren eigenen Charakter und ihre ganz individuelle Persönlichkeit“, heißt es im Text zu dem Plakatwettbewerb „Was heißt denn hier schön?“. Verschiedene Mannheimer Institutionen wendeten sich mit dieser Frage im vergangenen Jahr an Mädchen und junge Frauen. „Ich bin schön!“ lautete eine Antwort, die auf verschiedenen Wettbewerbsbeiträgen zu lesen war. „Schönheit liegt im Auge des Betrachters“ oder auch „Das Wesentliche bleibt dem Auge verborgen!“ lauteten skeptischere Antworten. 54 höchst unterschiedliche grafische Arbeiten entstanden; eine daraus zusammengestellte Ausstellung war z. B. im Kundenzentrum der Mannheimer Verkehrsbetriebe zu sehen.


Mädchen Raum geben, Selbstbewusstsein entwickeln, Kreativität stärken, Mädchen am öffentlichen Leben beteiligen – mit ganz unterschiedlichen Medien und höchst verschiedenen Aktionen haben Jugendeinrichtungen aus Mannheim seit Jahren diese Ziele verfolgt. 1997 gestalteten die „City Power Girls“ eine Parkhausfassade in der Mannheimer Innenstadt. 1999/2000 wurde das (inzwischen vergriffene) Handbuch „Mädchen unterwegs in Mannheim“ erarbeitet. 2003 fand der Plakatwettbewerb „Was heißt denn hier schön?“ statt.

 

2000, 2001 und 2002 wurden in Mannheim Mädchenfilmtage veranstaltet. Zunächst ging es darum, Mädchengruppen in Jugendhäusern und Schulen Möglichkeiten zum Experimentieren mit dem Medium Video zu geben. Der Aspekt Öffentlichkeit trat erst später hinzu: 2002 wurden die entstandenen Videofilme im Kino „Casablanca“ vorgeführt; trotz des zeitgleich stattfinden Fußball-WM-Finales war die Premierenfeier ein voller Erfolg. Mit dem neuen Projekt „Girls go movie“ möchten der Stadtjugendring, das Jugendkulturzentrum Forum und die Jugendförderung der Stadt Mannheim auf den Erfahrungen der Mädchenfilmtage aufsetzen. Das Projekt öffnet sich weiter; der guten Resonanz der Mädchenfilmtage wird damit Rechnung getragen. Mädchen sind sich selbst gewiss; jetzt geht es darum, mit eigenen Produktionen selbstbewusst öffentlich zu werden.

Author: Hans-Uwe Daumann
E-Mail: redaktion@connex-magazin.de

Kommentare sind geschlossen.