Offenbach: Ferien – und trotzdem nicht faul!

– Früher als üblich öffnet der Offene Kanal derzeit seine Pforten, denn Kinder und Jugendliche drängt es zur Fernseharbeit in die Produktionsräume. So erscheinen bereits um 9 Uhr voller Tatendrang 16 Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren, die im Rahmen von Projekttagen einen Musikclip produzieren. Das leitende Thema ist „Integration“ und bezieht sich auf unterschiedlichste Lebensbereiche. Das Programm ist dicht, denn es geht nicht nur um Inhalte, sondern vor allem auch um die filmische Darstellung derselben. Die Rap-Musik der Hanauer Band „Zugga und Eisblume“ ist Grundlage für den Clip. Die erste Auseinandersetzung damit leisten die Jugendlichen jeder für sich: Augen zu, hören und empfinden. Die entstandenen Assoziationen werden zunächst gemalt, gezeichnet und beschrieben. Sie sind das Ausgangsmaterial für die daran anschließenden Drehs, das bedeutet, dass alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit einem Element im fertigen Clip mit ihrer Idee vorhanden sind.

 

10 Tage lang wird von 9 – 18 Uhr unter der Anleitung von HfG-Absolventen geplant, gedreht und geschnitten. Die Finanzierung des Projekts haben das Amt für multikulturelle Angelegenheiten in Frankfurt (AMKA) und die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk, die unter anderem den Offenen Kanal betreibt, übernommen.

Bernhard Bauser, Mitarbeiter im Offenen Kanal, bildet sozusagen die Schnittstelle für das ganze Projekt. Produktionseinheiten werden von ihm ausgegeben und die Teilnehmenden in die Technik eingewiesen. Zudem koordiniert er Termine, Produktionsräume und Technikeinsatz. Dabei unterstützt er die Jugendlichen sowohl in gestalterischer als auch in technischer Hinsicht.

 

Das Außergewöhnliche dieses Projekts ist die Arbeitsverteilung. Entsprechend einer großen Filmproduktion gibt es für jede, auch die kleinste Aufgabe eine eigene Besetzung: Regie, Regieassistenz, Kamera, Kameraassistenz, Ton, Script usw. .
Das fertige Ergebnis wird insofern mit Spannung erwartet, als sich die Intensität der Arbeit mit einem hervorragenden Produkt belohnt sehen müsste.

 

– Punkt 9 Uhr 30 klingeln die sechs Jungs der Kita 10 an der OK-Tür. In Begleitung ihrer Erzieherin Marlene Pokorny suchen sie die Projekträume des Offenen Kanals auf. „Columbus“, das Projekt für die Offenbacher Kitas, hat sie auf die Idee gebracht, in den Ferien einen Trickfilm mit ihrer Gruppe zu gestalten.

Unter der Anleitung von Claudia Wierz und Astrid Schulz, beide vom Offenen Kanal, entsteht in mehreren Etappen zunächst eine abenteuerliche Geschichte um Kinder, Tiere und einen Drachen. Natürlich müssen dabei Helden eine Rolle spielen, denn die eigene Fernseherfahrung der Kinder schwingt hierbei deutlich mit. Sobald die Geschichte die Zustimmung aller findet, gehen die sieben bis 10jährigen daran, die einzelnen Figuren, die für Legetricks benötigt werden, zu malen: das Mädchen, den Jungen, die Tiere, den Drachen, Eltern und natürlich den Hintergrund, vor dem die Story spielen soll. Eifrig sind die Kinder bei der Sache, denn sie möchten einen tollen Film machen, der den Eltern und anderen Hortkindern gefällt.

 

Wenn die Konzentration nachlässt, lockert Claudia Wierz die Jungen mit lustigen, aktivierenden Gruppenspielen wieder auf. Hinterher geht alles wieder mit größerer Gelassenheit weiter. 
   
Spannend bei diesem Projekt ist die angelegte zweite Ebene, die der Selbstreflexion der Kinder dient. Während die Hälfte der Gruppe intensiv die Geschichte legt, die Kamera bedient und Protokoll über den Verlauf führt, lernt die andere Hälfte die Videokamera bei anderem Einsatz kennen: Bei eigenen Interviews! Gegenseitig befragen sich die Jungs nach ihrer Einschätzung zur Trickfilmarbeit. Die Zuschauer können sich auf beide Beitragsteile freuen. Der Termin der Ausstrahlung wird rechtzeitig in der Offenbach Post, Rubrik „Was wann wo“ angekündigt. Dies gilt für alle anderen Projektergebnisse ebenfalls.

 

– Im dritten Projekt, das in Zusammenarbeit mit dem Bildungszentrum (BZ) statt findet, steht Offenbach als Großstadt im Mittelpunkt. Neun junge Menschen zwischen 19 und 22 Jahren, die sonst zu Kaufleuten ausgebildet werden, erforschen ihre Stadt mit Hilfe der Videokamera. Eine der jungen Frauen hatte das Plakat „OK aktuell“ entdeckt, das zur Beteiligung am Wettbewerb zu Offenbachs Jubiläum einlädt. Sie ergriff die Initiative, rief im OK an und verabredete einen Infotermin für die ganze Klasse einschließlich ihrer sozialpädagogischen Betreuerin Tesmegen Melzer.

Jürgen Scheele, der als OK-Mitarbeiter die Gruppe betreut, vermittelte ihnen die notwendigen Kenntnisse der Kamera- und Schnitttechnik. Für alle Fragen und Hilfestellungen der Neu-Produzenten steht er zur Verfügung und gibt unterstützende Tipps für die Arbeit am Thema. Voller Engagement drehen die jungen Leute nach ihrem erarbeiteten Konzept und freuen sich schon auf das Fertigstellen ihres Beitrags. Ob wohl alles so gut aussieht wie sie es geplant haben? Natürlich wird vom Inhalt noch nichts verraten, denn die Wettbewerbskonkurrenz soll ja nicht vorzeitig Kenntnis von ihrer Idee bekommen. 

Author: OFFENER KANAL OFFENBACH/FRANKFURT
E-Mail: Offener.Kanal.Of-Ffm@t-online.de

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