35 Sender, 42 Städte, 5,5 Mio potentielle Zuschauer

Die Musikclips stammen von International Pony, Generation Aldi, Tocotronic, Lali Puna, Jens Friebe. Livegäste waren bisher u.a. Susie van der Meer, Marr, Fink, Olli Schulz, Niels Frevert, Märtini Brös und Virginia Jetzt. Einige der Acts sind ziemlich bekannt. Von den anderswo rotierenden Superstars heben sich alle ziemlich ab.


In der Musiksendung „d-zentral“ sind die Clips deutlich origineller als der Durchschnitt, die Interviews frischer und die Moderatorin lustiger. Ungewöhnlich ist auch der Weg, auf dem die Sendung zu ihren Zuschauern gelangt: Videokopien des monatlichen Musikmagazins werden an 36 Offene Kanäle in Deutschland – von Adenau bis Worms – versandt und von den lokalen Bürgersendern im Kabel zu unterschiedlichen Sendezeiten gezeigt. D-zentral ist damit in 42 deutschen Städten zu sehen und kann von 5,5 Millionen Zuschauern empfangen werden.

 

Seit Januar 2004 produziert die „Deutsche Rockmusik Stiftung“ in Hannover das Musikmagazin d-zentral, das sich speziell den Videos von deutschen Künstlern und Bands widmet. Von 2001 bis 2002 existierte bereits der „2te Aufschlag“, eine ähnlich konzipierte Magazinsendung. 1 Jahr benötigten Johannes Knoblauch und die Stiftung, um die Finanzierung für das Nachfolgerprojekt auf die Beine zu stellen. Und d-zentral ist ein würdiger Nachfolger: Das 60-minütige Format versammelt Informationen rund um alternative Künstler und Bands, unabhängig von der Musikfarbe. Livemitschnitte und Beiträge zur deutschen Musikszene sind weitere Bestandteile der Sendung. Im Juli 2004 gewann d-zentral den eMIL-Award 2004, den Kreativ-Wettbewerb der Region Hannover, in der Kategorie Nachwuchs. Begründung der Jury: „Ein Musikmagazin zu produzieren, das schwerpunktmäßig Videos von deutschen Künstlern und Bands ausstrahlt, ist ungewöhnlich. Noch ungewöhnlicher ist es, ein solches Magazin komplett mit und durch Auszubildende realisieren zu lassen. So bekommen diese einen bestmöglichen Einblick in ihr späteres Berufsbild – mehr »learning by doing« geht nicht. Ob Casting, Schnitt, Redaktion oder Aufnahmetechnik, alle Aufgabenbereiche werden von jungen Menschen erledigt, die so früh lernen, was Eigenverantwortlichkeit und selbstständiges Handeln bedeuten. Die Qualität der Sendung ist gut und erfrischend anders.“

 

Die „Azubis“ von d-zentral erwerben ganz unterschiedliche Qualifikationen: Mediengestalter Bild und Ton, Kauffrau für audiovisuelle Medien, Mediengestalter Digital und Print. Das Gesicht der Sendung prägt die Moderatorin. Die 21 jährige Lene Vasella, die sich gegen 35 Mitbewerber in einem Casting durchsetzen konnte, arbeitet nebenbei als Kellnerin und prägt, laut Aussage der d-zentral-Homepage, „den unverkennbaren Retrolook der 70er Jahre“.

 

Auf der Internet Seite www.d-zentral.net sind alle Informationen zur Sendung zu finden. Neben den aktuellen Sendeterminen, Playlists sowie Interviews bietet die Rubrik „d-zentral aktiv“ den Zuschauern die Möglichkeit, an der Videoauswahl teilzunehmen. Im Gästebuch finden sich Fan-Mails an die Moderatorin, aber auch einige Mitteilungen von Teammitgliedern.

 

Die Laufzeit von d-zentral ist begrenzt: Mitte 2006 werden die Macher ihre Ausbildung beenden. Die Produktion ist an die Förderung des Ausbildungsprojekts gebunden. Förderer sind im Augenblick die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien, die Stadt Hannover, die Region Hannover und die „Multi Media Berufsbildenden Schulen“.
Bis 2006 dürfen sich die Zuschauer aber noch auf jede Menge d-zentral freuen, und, wer weiß, vielleicht erhält auch d-zentral einmal einen Nachfolger.

Author: Hans-Uwe Daumann
E-Mail: redaktion@connex-magazin.de

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