Leitlinien für das Bürgerfernsehen in NRW

Der Landesverband Offener Kanäle NRW e.V. beschloss Leitlinien für das Bürgerfernsehen in NRW. Diese sind mit Wirkung zum 6. September von allen Offenen Kanälen akzeptiert worden und in Kraft getreten.
Der Vorsitzende des Landesverbandes Offener Kanäle NRW, Dr. Musholt,  informierte nun den Direktor der Landesmedienanstalt NRW, Prof. Dr. Schneider, und die zuständigen Verwaltungsmitarbeiter, den Vorsitzenden der Rundfunkkommission, Wolfgang Hahn-Cremer, und die Kommissionsmitglieder, die Mitglieder des Medienausschusses des Landtags, die Staatskanzlei, das Europäische Zentrum für Medienkompetenz GmbH (ecmc) und den Medienrat der Landesanstalt für Medien NRW über den Inhalt der verabschiedeten Leitlinien.

Die Leitlinien dienen nun als Grundlage einer umfassenden Leitbilddiskussion und der Herausarbeitung konkreter Handlungsfelder. Ziel soll es ferner sein, zu gemeinsamen Leitlinien der Bürgermedien in NRW zu kommen. Dazu wird es im November auf Landesebene Gespräche geben.

Im Folgenden der Wortlaut der Leitlinien:


„Bürgerfernsehen ist Teil einer demokratischen Medienkultur – Demokratie braucht Medien!“


Leitlinien zur Relevanz, Akzeptanz und Qualität des Bürgerfernsehens

 

Präambel:

Bürgerfernsehen ist Partizipation an öffentlicher, lokaler Meinungsbildung durch professionelle Medienkompetenzvermittlung

 

Leitlinien:

 

Gesellschaftspolitische Funktion:

  • Partizipation an der öffentlichen Meinungsbildung über relevante Verbreitungswege im lokalen Fernsehen ( Rundfunk)
  • Bürgerbeteiligung: Bürger / innen und Gruppen über die Möglichkeiten der aktiven selbstverantwortlichen Teilnahme am Bürgerfernsehen ( – rundfunk) informieren und beraten.
  • Meinungsbildung: Bürger / innen und Gruppen zur öffentlichen Kommunikation mittels analoger, digitaler und elektronischer Medien befähigen.
  • Meinungsäußerung: Bürger / innen und Gruppen den diskriminierungsfreien und gleichberechtigten Zugang zum lokalen Bürgerfernsehen ( – rundfunk) gewährleisten.
  • Engagement: Bürger / innen und Gruppen in ihrem sozialen, kulturellen und gesellschaftspolitischen Handeln unterstützen und damit die lokale Kommunikation und Diskussion fördern.
  • Forum: Die Vielfalt der politschen, kulturellen, weltanschaulichen und gesellschaftlichen Meinungen und Positionen im Verbreitungsgebiet als publizistische Ergänzung zu Wort kommen zu lassen.
  • Aus- und Fortbildung: Vorberufliche, berufliche, berufs- und studienbegleitende Qualifizierung durch Aus- und Fortbildungsangebote fördern.

 

Medienkompetenzvermittelnde Funktion

  • Bildung und Qualifizierung der Bürger / innen in:
  • Mediennutzung: Bürger/ innen und Gruppen zur qualifizierten Nutzung des Mediums Bürgerfernsehen ( -rundfunk ) befähigen. Dies beinhaltet auch die Vermittlung des qualifizierten Umgangs mit anderen elektronischen Medien.
  • Mediengestaltung: Bürger / innen und Gruppen beraten und qualifizieren publikumsorientierte Sendungen und Bürgerfernseh(-rundfunk)beiträge eigenständig zu erstellen, und sie in der Produktion und Verbreitung begleiten. Dabei soll der Aspekt lokaler Relevanz und Akzeptanz besonders berücksichtigt werden.
  • Medienkunde: Bürger / innen und Gruppen technische und journalistische Kompetenzen vermitteln und sie über die Medienlandschaft und Entwicklung zu informieren.
  • Medienkritik: Bürger / innen und Gruppen zur kritischen Rezeption von Medienangeboten befähigen und sie bei der selbstkritischen Reflexion ihrer eigenen Medienprodukte begleiten.

Author: Landesverband Offener Kanäle NRW
E-Mail: redaktion@connex-magazin.de

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