Umfrage, Katalog, Zukunftsforum: Landesverband initiativ

Otto Scholer, Vorsitzender des Offenen Kanals Trier, war im September 2003 in kritischer Absicht nach Rodalben gefahren. Ein paar Stunden später kehrte er als frisch gebackener Landesverbandsvorsitzender nach Trier zurück. Seitdem hat er – mit Unterstützung eines neuen Vorstandsteams – den rheinland-pfälzischen Landesverband Offene Kanäle zu neuem Leben erweckt  und in den anstehenden Diskussionen um das neue Landesmediengesetz positioniert.

 

Am 13. November 2004, fast genau 15 Jahre nach der Verbandsgründung in Mainz, fand erneut  eine Mitgliederversammlung in der Landeshauptstadt statt. Nach etwas mehr als einem Jahr zog die 2003 neu gewählte Vorstandsmannschaft ein erstes Fazit.
Anfang des Jahres waren allen 24 OK-Trägervereinen im Land  Fragebögen zugegangen. Etwa zwei Drittel der Vereine beteiligten sich an  der Umfrage des Landesverbandes.  Besonders schlechte Noten erhielten dabei die organisatorischen und finanziellen Grundlagen der meist ehrenamtlich geführten Offenen Kanäle. Die Zeitnot der Ehrenamtlichen und die Geldnot der Vereine wurden neben Technikdefiziten als größte Probleme benannt. Besonders positiv wurden hingegen die Aktivitäten des Bildungszentrums BürgerMedien in den Offenen Kanälen bewertet. Überdies machte die Umfrage deutlich, dass das „2-Säulen-Modell“ Lokale Kommunikation plus Bildung der rheinland-pfälzischen Landesmedienanstalt LPR mit seinem Fokus auf Medienkompetenz in den OKs auf breite Akzeptanz stößt.


Martin Kosa, stellvertretender Vorsitzender, hat die Ergebnisse der Umfrage aufbereitet, der Vorstand hat daraufhin in intensiven Diskussionen einen „10-Punkte-Katalog zur Förderung Offener Kanäle“ erarbeitet und zwischenzeitlich mit der Führungsebene der  LPR diskutiert. In den geplanten und vom Gesetzgeber in den Entwurf des neuen Landesmediengesetzes geschriebenen „Medienkompetenznetzwerken“ sieht der Verband Chancen der Synergie: Hauptamtliche Medienpädagogen und ehrenamtliche OK-Verantwortliche ergänzen sich in ihrer Arbeit und in ihren Zielen. Der Landesverband setzt sich dafür ein, das vielhundertfache unbezahlte Engagement in den OKs entsprechend zu würdigen.


Das Jahr 2005 werde „nach 1984 das nächste entscheidende Jahr für die Offenen Kanäle“, so die Einschätzung von Otto Scholer in Mainz. Am 1. April 2005 tritt voraussichtlich ein neues Landesmediengesetz in Kraft. Die darin vorgesehene Evaluierung der 28 Offenen Kanäle will der Landesverband kritisch begleiten; an der Formulierung des Kriterienkatalogs will er sich konstruktiv beteiligen. Scholer geht davon aus, dass die Offenen Kanäle gestärkt aus diesem Prozess hervor gehen werden.
Mit dem „OK-Zukunftsforum 2005“ will der Landesverband an die Öffentlichkeit gehen. Das Forum wird im Frühjahr 2005 in Form einer Livesendung in Mainz stattfinden, dazu werden Vertreter der 4 Landtagsparteien geladen. Die Veranstaltung  wird auch eine Nagelprobe dafür sein, was der neu formierte Verband mit seinen aktiven Mitgliedern stemmen kann.


Jürgen Kaub, ehemaliger Vorsitzender des Offenen Kanals Neustadt, war vor 15 Jahren in Mainz zum ersten Landesverbands-Vorsitzenden gewählt worden. Zuletzt noch als Beisitzer im Vorstand vertreten, gab er am 13. November sein Amt zurück, da er „sehe, dass die Anliegen des Landesverbands in guten Händen“ seien. Seine Nachfolge trat Martina Stöppel, Schatzmeisterin des OK Mainz an. Der fünfköpfige Vorstand besteht nun komplett aus „Verbands-Neulingen“ und repräsentiert die fünf Regionen des Landes.

 

Foto: Martina Stöppel, Martin Kosa, Otto Scholer

Author: Hans-Uwe Daumann
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