Rosenmontag: Fulda im Ausnahmezustand

Wenn es eine Jahreszeit gibt, in der sich die osthessische Stadt im Ausnahmezustand befindet, dann ist es die fünfte Jahreszeit. Bunter und toller geht es wohl kaum als zur Karnevalszeit.
Das galt ganz besonders für den 7. Februar. Schließlich war dieser Montag nicht nur ein einfacher Werktag. Rund 70.000 Menschen feierten den größten Rosenmontagsumzug Hessens. Es war ein Zug der Superlative: 4020 Narren und Närrinnen – mehr als je zuvor – zogen bei strahlendem Wetter gut gelaunt durch die Innenstadt.
Wie schon in den Vorjahren hatten alle daheim gebliebenen Jecken die Gelegenheit, diese karnevalistische Großveranstaltung am heimischen TV-Gerät live mit zu verfolgen. Punkt 13:30 Uhr ging der OK Fulda auf Sendung. Die beiden Moderatoren Conny Baumbach und Michael Bornscheuer präsentierten ein TV-Ereignis der Extraklasse. Für die Kommentierung der 223 Zugeinheiten hatten sie sich bestens vorbereitet.

Unser „FSJler“ Marco Steinbach informierte die Aufnahmeleitung via Handy über den momentanen Zugstandort, bis der pünktlich in die Friedrichstraße bog. Im dritten Stock der VHS hatte sich ein Kameramann am Fenster postiert, um den herannahenden Zug zu filmen. Direkt an der Stadtpfarrkirche übernahm die Handkamera das überaus bunte, schrille Treiben – der Bildregisseur hatte alle Hände voll zu tun, die schönsten Aufnahmen auf Sendung zu geben. Mehr als ein Dutzend OK-Nutzer trugen zum Erfolg der Sendung bei. Am Ende war nicht nur das Team, sondern auch der Präsident der Fuldaer Karnevalsgesellschaft zufrieden. Der hatte sich die Wiederholung der Sendung am Abend angesehen.

 

Let the show begin
Der erste Tag eines Praktikums ist immer schwierig. Man findet sich in einer Gruppe fremder Leute, kann praktisch nicht helfen, da man von nichts eine Ahnung hat, und versucht dann möglichst, mit anzupacken, wo es nur geht, da es kein schlimmeres Gefühl gibt, als am ersten Tag untätig herumzusitzen. Außerdem fragt man sich, ob man den richtigen Praktikumsplatz gewählt hat oder die nächsten Monate das Dasein eines besseren Dieners fristen muss. So ging es auch mir, als ich am 7. Februar 2005 mein Praktikum beim OK Fulda begann.
Bei aller durch diese Voraussetzungen ohnehin schon vorhandenen Nervosität hat es natürlich nicht geholfen, dass ausgerechnet Rosenmontag war (für mich als Faschingsantipath ohnehin eine unangenehme Angelegenheit) und damit die alljährliche RoMo-Übertragung auf dem Programm stand. Alle waren beschäftigt, und so keimte in mir ein kleines Fünftes-Rad-am-Wa-gen-Gefühl. Es darf nun keinesfalls so erscheinen, als ob nicht alle Leute ausgesprochen freundlich waren und nicht immer ein offenes Ohr gehabt hätten; nur zögerte ich, es zu beanspruchen.
Es ist ja klar, dass man wegen der Aufgaben, die man an einem solchen ersten Tag zu erledigen hat, nicht gerade einen Freudentanz vollführt. Leider waren einige Faschingsgänger anderer Meinung, und so tanzten und sprangen sie auf dem Kamerakabel herum, das ich an diesem Tag halten sollte, während ich mich nach drei Stunden in der eisigen Kälte nur noch fragte, wie das Leben mit nur acht Zehen denn so wird.
Was sich mir trotz allem von diesem Tag am meisten eingeprägt hat: Es war unheimlich aufregend und hat großen Spaß gemacht. Für jemanden wie mich, der im Besitz eines Handys ist, das auf Telefonieren und SMS-Schreiben beschränkt ist, und dessen PC mit seinen 400 MHz schon bei modernen Schachsimulationen zu japsen beginnt, sind all die Knöpfe, Kabel und Kameras eine spannende Sache und Herausforderung zugleich. Was man an einem Tag im OK lernen kann, lernt man oft nicht einmal in einer ganzen Schulwoche. Und das vor allem, weil man nicht auf typische „Praktikantenjobs“ beschränkt wird, sondern überall mitarbeiten darf – oft auch muss.
Diese Philosophie führt dazu, dass man sich im OK sehr schnell eingewöhnen kann. Schon nach den ersten zehn Tagen war das (der Kürze halber) F-R-a-W-Gefühl verschwunden, und ich fühlte mich „voll integriert“. Es ist einfach phantastisch, wenn man auf der einen Seite schon nach kurzer Zeit so viel weiß, dass man relativ selbstständig arbeiten kann, es auf der anderen Seite aber immer noch so viel zu lernen gibt, dass das Praktikum gar nicht erst langweilig werden kann. So komme ich mit der Erkenntnis zum Ende, dass die nächsten fünf Monate wahrscheinlich anstrengend und nervenaufreibend sein werden. Das klingt nach einem Riesenspaß!

Author: OK Fulda
E-Mail: okfulda@t-online.de

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