Alternativer Medienpreis 2005 an Redaktion Restrisiko

Einer der jährlich von Radio Z aus Nürnberg und der Nürnberger Medienakademie verliehenen Preise ging in diesem Jahr in der Kategorie Hörfunk an die drei Redakteure von „Restrisiko“, einer monatlichen Anti-Atom-Sendung im freien Radio bermuda.funk aus Mannheim und Heidelberg.

Andreas Frank, Holger Hildebrand und Phillip Hofmeister erhielten den Preis am Freitag, 11. März 2005 für eine einstündige Dokumentationsklangcollage zur Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Das Hörstück war im letzten Jahr anlässlich des 18. Jahrestages entstanden. Es zeichnet die Ereignisse vor Ort in Tschernobyl nach, wie auch die Reaktionen in der Bundesrepublik
Deutschland: Die Verwirrung darüber, was genau geschehen war, die widersprüchlichen Empfehlungen der staatlichen Stellen zum richtigen Umgang mit der Strahlenwolke, die Verharmlosungskampagne der Atomindustrie. Auch der aufkeimende Widerstand gegen Atomkraft wird ausführlich dargestellt (von den Auseinandersetzungen um die geplante Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf bis zu den CASTOR-Transporten in den 1990ern). Das alles wird im Beitrag in künstlerisch außergewöhnlicher Form umgesetzt.

„Wir freuen uns riesig“, so einer der drei Kreativen. „Diese Collage ist ein Ergebnis von jahrelanger kontinuierlicher Radioarbeit zum Thema Widerstand gegen Atomkraft.“

Der Preis wird einmal im Jahr vergeben und würdigt Beiträge, die aus nichtkommerziellen Medien oder aus Medien der neuen sozialen Bewegung stammen und die eine emanzipatorischen Beitrag leisten. Beteiligt an der Verleihung sind neben dem bundesweit tätigen Bildungsträger im Medienbereich, der Nürnberger Medienakademie, und dem einzigen alternativen, nicht-kommerziellen Radio in Bayern, Radio Z, auch das Kulturreferat der Stadt Nürnberg und die Friedrich-Ebert-Stiftung.

Ins Stadtteilzentrum Desi kamen rund hundert Menschen, um bei der Preisverleihung am Freitag, 11. März 2005 dabei zu sein.

 

Preisträger in der Sparte Internet wurden 2005:
– Florian Brandl, Kirsten Franke und Team, tunespoon.tv, FH Furtwangen,

– Gabriele Bärtels, frida-magazin.de, Berlin,

– Doris Holler-Bruckner, Lukas Pawek, Robert Willfurth und Martin Litschauer, Oekonews.at, Orth an der Donau. 

Eine lobende Erwähnung erhielt:
– David Hollis, www.netzwerkit.de.

 

In der Sparte Print wurden prämiert:
– Ramesh Jaura, IPS Inter-Press-Service Deutschland,

– Johannes Touché, Scheinschlag: Kritik am Bau,

– Harald Raabe: Fachzeitschrift des Kuratoriums Deutsche Altershilfe – Pro Alter. Titelthema „Homosexualität im Alter“. 
Lobend erwähnt wurde:
– Das Terz-Kollektiv, Terz. Stattzeitung Düsseldorf, Ausgabe 1/2005, und
– Gesine Kulcke, taz August 2004, Reportage über Flüchtlingslager in Inguschetien.


In der Sparte Radio erhielten schließlich Preise:
– Redaktion Restrisiko. „Tschernobyl, Dokumentationsklangcollage“,
gesendet bei: bermuda.funk – Freies Radio Rhein-Neckar (Mannheim)

– Karsten Blum, „Cat Stevens – Der Terrorist“,
gesendet bei Ems-Vechte-Welle (Lingen),

– Salon Rouge, „Polizeigesetznovelle“,
gesendet bei: Radio FSK (Hamburg),
und lobend erwähnt wurde:
Radiobande Loquaiplatz und Helmut Hostnig, „Hans im Glück…“,
gesendet bei: „Unverbindliche Übung: Radio mit Schülern“ der Radiobande (Wien, Österreich).
  

Weitere Informationen zum Medienpreis: http://www.alternativer-medienpreis.de

Author: Bermudafunk / Redaktion conneX
E-Mail: restrisiko at bermudafunk.org

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