Girls, Girls, Girls beim Offenen Kanal … Girls‘ Day 2005

„Was macht eine Fernsehreporterin,“ wollten rund 60 Mädchen zwischen 11 und 17 Jahren wissen, die das Angebot des Offenen Kanals Offenbach/Frankfurt zum Girls‘ Day im Internet gefunden hatten. Was tun, fragte sich das OK-Team, das 12 Mädchen an diesem Tag betreuen und informieren wollte. Honorarkräfte, die mit der Arbeit im Offenen Kanal vertraut sind, wurden angeworben, Arbeitspläne umorganisiert und jede Gruppe um ein Mädchen vergrößert. So konnten 30 Mädchen eine Zusage erhalten. An ihrem Tag bildeten sie sechs Reporterteams, die von sechs MedientrainerInnen angeleitet wurden.
Teilnehmerinnen des Girls Days im Offenbacher Sender kamen teilweise aus recht entfernten Orten wie Idstein, Altenstadt, Alzenau, Ober-Ramstadt oder Bad Soden-Saalmünster. Natürlich waren auch Frankfurter oder Offenbacher Mädchen dabei. Ein voller Tag wartete auf die Neugierigen, denn sie konnten selbst direkt in die Fernseharbeit einsteigen. Nach einer Begrüßungs- und Vorstellungsrunde fand in Kleingruppen eine kurze Redaktionssitzung statt, in der die vorbereiteten Themen von den Mädchen besprochen und ausgewählt wurden. Im nächsten Schritt lernte jede Gruppe die notwendige Kameratechnik kennen: Stativ, Kamera und Zubehör wie DV-Kassette, Mikrofon und Akku, dazu das Reporterlicht. Die Aufgaben der Beteiligten wurden anschließend verabredet: Wer bedient die Kamera, macht den Ton, führt die Interviews und wer überwacht den Ablauf?


Die getroffenen Verabredungen mit anderen Girls’Day-Anbietern brachten zeitlichen Druck in den Ablauf, denn die meisten von ihnen hatten nur den Vormittag eingeplant. So mussten die Teams möglichst rasch zu ihren Interviews aufbrechen, um vor Ort rechtzeitig andere Mädchen zu ihren Eindrücken zu befragen. Als Ziele für ihre Reportagen hatten sie sich den Wetterdienst und das Vermessungsamt in Offenbach, die Firma Merz Kosmetik, Chatroom-Anbieter Sulake, Schauspiel Frankfurt und Städel in Frankfurt ausgesucht. Ab 13 Uhr kamen die Gruppen nach und nach zurück, um in den Schneideräumen zu verschwinden. Unter Anleitung hatten sie als abschließende Aufgabe ihre Interviews zu schneiden. Am späten Nachmittag wurden alle Reportagen zu einer Sendung zusammen gestellt. Die beteiligten Mädchen erhalten ihre Sendung in den nächsten Tagen als DVD-Kopie nach Hause. So können sie die Arbeit einer Fernsehreporterin nochmals in aller Ruhe nachvollziehen.

 

Viele Bürgersender in ganz Deutschland beteiligten sich 2005 mit ähnlichen Aktionen am Girls‘ Day. Die Resonanz war riesig: 30 Mädchen beim OK Offenbach, 27 im OK Ludwigshafen. In den Offenen Kanälen Bielefeld, Mainz und Merseburg-Querfurt arbeiteten die Mädchen an Videobeiträgen über den Girls Day in ihrer Stadt. Beim Offenen Kanal Saalfeld drehten die Schülerinnen einen Film über die Firma Vattenfall Europe. Im Offenen Kanal Essen lernten 10 Teilnehmerinnen das Jugendmagazin „Fifteen“ praktisch kennen.
12 künftige Radioreporterinnen stürmten den Offenen Kanal in Eisenach, das „Wartburg-Radio 96,5“. Beim Frauenradio der „Wüsten Welle“ in Tübingen konnten Mädchen eine Radiosendung gestalten.

 

Auch der Offene Kanal Mainz beteiligte sich am 28.4. zum ersten Mal am „Girls Day“. Neun Mädchen, die aus Mainz, Rüsselsheim, aus der Nähe von Bingen und sogar aus der Nähe von Bonn in den OK Mainz kamen, wurden durch den Teamer Christian Gottas, Verena Metzler von der Landeszentrale für Medien und Kommunikation und Martina Stöppel vom Vorstand des Offenen Kanals Mainz begrüßt und durch den Offenen Kanal Mainz und das Elektronische Medienzentrum (EMZ) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz geführt. Im Anschluss daran berichtete ein Auszubildender des EMZ über den Beruf des Mediengestalters Bild und Ton. Nach einer kurzen Einführung im Studio ging es in kleinen Teams darum, eigene Bilder mit der Kamera einzufangen. So befragten sie sich selbst zu ihrer Einstellung zum Girls Day oder befragten Mainzer Passanten über ihre Meinung zu diesem Tag. Nachdem alle Bilder im Kasten waren, fehlten nur noch die Eindigitalisierung und der Schnitt des Rohmaterials und fertig war ein eigener kleiner Beitrag zu ihrem „Girls Day“, der am 3., 5. und 9. Mai im OK Mainz gesendet wird.


Nachdem im und um den Offenen Kanal Ludwigshafen herum 2004 fünf Mädchen-Reportageteams unterwegs waren, ging der OK dieses Jahr einen anderen Weg. Die Sozialpädagogin Katja Mayer hatte 5 Stationen konzipiert, an denen die Teilnehmerinnen jeweils Grundsätzliches über die Arbeitsfelder Kamera, Licht, Ton, Studio und Schnitt erfahren und erproben konnten. Der Girls‘ Day 2005 im OK Ludwigshafen war so näher an den tatsächlichen beruflichen Anforderungen der Fernsehproduktion. Für die 12- bis 15-jährigen Mädchen, die aus dem gesamten Rhein-Neckar-Raum gekommen waren, bot die Präsentation neben Sachinformation viel Abwechslung und viel Spaß. Der Offene Kanal wird sich auch nächstes Jahr wieder am Mädchenberufstag beteiligen.

 

Foto: Offener Kanal Offenbach-Frankfurt

Author: OK Offenbach / OK Mainz / Hans-Uwe Daumann
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