Tag der Offenen Kanäle 2005: Teamleistung verlangt

Joel Hess, Uli Peters, Bernd Rischner, Ines Kubalek, Friedhelm Lorig und Andere: Ein eingeschworenes Team von Praktikanten und Auszubildenden im Offenen Kanal Trier zeichnete (neben den Organisationskräften der Landesmedienanstalt LMK) dafür verantwortlich, dass der 3. „Tag der Offenen Kanäle“  am 16. April 2005 in Trier ein voller Erfolg wurde. Überall waren die schwarzen T-Shirts des OK Trier zu sehen – in den Tagungsräumen der IHK Trier ebenso wie bei den Workshops im nahe gelegenen OK-Studio. OK-Aktive sorgten für die Bühnenausstattung, für Licht, Ton und Videobild, fotografierten, interviewten und dokumentierten auf Video. Auch der Shuttle-Verkehr zwischen den beiden Tagungsorten wurde von Ehrenamtlichen besorgt.


Rund 150 Teilnehmer erhielten so vor Augen geführt, wie der „Offene Kanal neuen Typs“ auf der Basis des am 1. April in Kraft getretenen Landesmediengesetzes funktionieren kann. Dabei waren die beiden Säulen der neuen OK-Philosophie namens „Bildung“ und „Lokales“ in Gestalt grafisch gestalteter überdimensionaler Papprollen sowohl auf der Bühne als auch im Foyer immer in Sichtweite. Der Trierer Oberbürgermeister Helmut Schröer übernahm es dann in seinem Grußwort, die Wandlung des Offenen Kanals nachzuzeichnen. „Dieser Offene Kanal geht aus den Anfängen heraus in eine neue Zeit“, so sein Fazit. „Der OK Trier ist Teil einer Zukunfts-Infrastruktur“, spielte er auf den OK-Standort in der neuen „Arena Trier“ an. „Er ist Teil dieser Stadt, er informiert und hat Anteil“. Manfred Helmes, Direktor des Veranstalters Landeszentrale für Medien und Kommunikation, schloss alle 28 Offenen Kanäle in Rheinland-Pfalz in seinen „Dank für ein Jahr abwechslungsreiches und interessantes Programm“ mit ein. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass sich der in Gang gesetzte Wandel in den Offenen Kanälen weiter beschleunigen werde. Peter Behrens, Abteilungsleiter für Medienkompetenz und Offene Kanäle, erläuterte anschließend vor einem diskussionsfreudigen Publikum, wie die Bewertung der Offenen Kanäle und ihrer Trägervereine, die der Gesetzgeber der LMK auferlegt hat, vor sich gehen wird. Ein Kriterienkatalog liegt im Entwurf vor und soll mit dem Landesverband Offene Kanäle und den Vereinen abgestimmt werden. Die OK-Evaluation wird zu einer Einstufung führen, die über den Umfang der künftigen Förderung mit entscheidet. Sowohl Peter Behrens wie auch Joachim Lehnert, Leiter der LMK-Abteilung Rundfunktechnik, wiesen auf den zukünftig enger werdenden finanziellen Spielraum der Landesmedienanstalt hin.  Die anstehende Digitalisierung der Signalheranführung und -verbreitung wird unter diesem Vorzeichen mit erheblichen kreativen Anstrengungen verbunden sein.


Schon Triers Oberbürgermeister hatte es erwähnt: Ohne professionelles Rückgrat werden ehrenamtlich geführte Offene Kanäle in Zukunft nicht mehr denkbar sein. Martina Stöppel vom Offenen Kanal Mainz widmete ihren Vortrag im Workshop „Arbeit  verteilen“ dem bunten Spektrum unterschiedlicher Praktikums-, Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten in Offenen Kanälen. Auch wenn es dabei in der Regel um geringfügig honorierte und/oder öffentlich subventionierte Arbeitsverhältnisse ging: Ohne Eigenanteil der Trägervereine geht fast gar nichts. Der „Eigenanteil“ besteht nicht nur in Geldwertem, sondern auch in Betreuung: Auch bei der in Offenen Kanälen vorausgesetzten Selbstständigkeit und Eigenmotivation können junge Menschen mit ihren Aufgaben nicht allein gelassen werden.


Wenn ein Bürgersender einmal erfolgreich „Team Spirit“ unter seinen jungen, gering oder gar nicht honorierten Kräften erzeugt hat, dann profitieren auch die Ehrenamtlichen davon und nicht zuletzt das lokale Publikum. In Trier wurde das zu Recht bei der abschließenden Verleihung der „Förderpreise“ gewürdigt. Für drei beeindruckende Teamleistungen im Jahr 2004 – die Landesgartenschau-Magazine „Spatenprogramm“, die Kommunalwahldiskussionen „Wahlzeit“ und etliche Sportübertragungen aus der Trierer Arena – erhielt der Offene Kanal Trier einen Sonderpreis, den der zufriedene Vereinsvorsitzende Otto Scholer zusammen mit sieben seiner Mitstreiter entgegen nahm.

 

Foto: LMK-Direktor Manfred Helmes

 

Weitere Beiträge zum Tag der Offenen Kanäle 2005:

DVB-C, DVB-T, DVB-S, DSL: Rheinland-Pfalz digitalisiert

„Do guggschde“ – Da guckt Bad Kreuznach zu

 

Weitere Materialien unter www.lmk-online.de – Offene Kanäle – Veranstaltungen!

Author: Hans-Uwe Daumann
E-Mail: redaktion@connex-magazin.de

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