Herbstferien: Kinder bei Radio Rheinwelle

Zusammenarbeit mit Kindern ist eine Aufgabe, der sich Radio RheinWelle 92,5 aus Wiesbaden mit wachsender Begeisterung widmet. Waren es anfänglich nur freie Kindergruppen, die beispielsweise in die Sendung des Ausländerbeirats eingebunden wurden, konnten bald regelmäßige Sendungen wie zum Beispiel die einer festen Arbeitsgemeinschaft der Gutenbergschule Wiesbaden etabliert werden. Weiterhin wirkt Radio RheinWelle an Projekten wie dem jährlichen „Girls‘ Day“  oder der „Kinder-Medien-Uni“ im Medienpark Unter den Eichen mit.

 

Erstmalig nahm Radio RheinWelle in diesem Jahr am Herbstferienprogramm der Landeshauptstadt Wiesbaden teil. Unser Angebot war ein Workshop für Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren. An zwei Tagen hatten 12 Kinder im Alter zwischen 7 bis 12 Jahre die Gelegenheit, unseren Sender und die ehrenamtliche Arbeit dort näher kennen zu lernen. Der erste Tag war der Theorie gewidmet, am zweiten sollte das dort Gelernte dann sogleich in einer Live-Sendung umgesetzt werden. Die Ausschreibung erfolgte über die Stadt Wiesbaden/ „Kultur-vor-Ort“ direkt.

Für Eltern bedeuten Schulferien nicht das, was sie für Schüler bedeuten: lernfreie Zeit, Zeit zum Ausruhen nach der anstrengenden Schulzeit und Kraftschöpfen für weitere Herausforderungen. Da vielfach beide Eltern berufstätig sind, stellen Ferien oft ein größeres Problem dar: wer beschäftigt sich mit den Kindern, die jetzt zu Hause sind? In diese Bresche springt die Stadt Wiesbaden mit den Ferien-programmen von „Kultur-vor-Ort“. Durch die Zusammenarbeit mit verschiedensten Kooperationspartnern gelingt es seit Jahren, interessante und unterhaltsame Angebote bereitzustellen. Dieses reicht von eintägigen Erkundungen der Sternwarte oder einer Kelterei über Tagesfahrten ins Haribo-Museum oder ins Mathematikum bis zu Workshops wie „Bühnenbilder bauen“ oder dem Kinder-Campus, Wiesbadens erster Kinder-Uni. In diesem illustren Kreis tummelte sich also während der diesjährigen Herbstferien auch Radio RheinWelle.

Der Radio-Workshop – Tag der Theorie
Bei Plätzchen und Apfelsaft gelang es schnell, den berühmten „Draht zueinander“ herzustellen, obwohl es zunächst erst mal Grundsätzliches über Radio RheinWelle als „Nichtkommerzielles Lokalradio“ zu erfahren gilt. Sodann wurde jongliert: mit Begriffen wie Schallwellen, Radiowellen, Antenne, Verstärker, Mikrofon, Moderator; historische Radioapparate (aus dem kleinen RheinWelle-Museum) wurden bestaunt und damit die Basis für den nächsten Schritt geschaffen.

Dann endlich war es soweit: die gesamte Gruppe (inklusive Betreuerin) drang ins Allerheiligste, das Studio vor. Bei vierzehn Personen  konnte zwar nicht jedem ein Sitzplatz angeboten werden aber das war bei dieser Trockenübung auch gar nicht nötig: das Mischpult übte viel zu viel Faszination aus. Und wenn erst der Kopfhörer richtig auf dem Kopf saß, fühlte man sich doch schon fast als richtiger Radiomacher bzw. -macherin. Auch weil die Temperatur langsam hochsommerliche Züge annahm, verließen wir Studio A und kamen zum dritten Abschnitt des  Workshop-
Tages, der Redaktionssitzung.

Denn bei Radio RheinWelle ist das möglich, was woanders so nicht möglich ist: hier heißt es nicht nur anschauen und zuhören, sondern hier darf man auch selber machen. Und so gab es die Aufgabe, sich Gedanken zu machen, mit welchem Thema man die Zuhörerschaft in Wiesbaden und Umgebung beglücken möchte.
Aus einigen Kindern sprudelten die Ideen nur so heraus und für die anderen standen natürlich Themenblöcke wie „Mein Haustier“, „Meine Hobbys“, „Das lese/ sehe/ höre ich gern in meiner Freizeit“ etc. bereit. Die technischen Möglichkeiten wurden besprochen (ist für das Interview mit der Großmutter ein Minidisk-Rekorder verfügbar oder tut es der gute alte Kassettenrekorder noch?). Wir vereinbarten, dass jeder 10 CDs mitbringt, damit die einzelnen Beiträge der Kinder voneinander getrennt werden können und nicht als eine einzige Textmasse den Hörer erschlagen – aber auch das war schließlich Bestandteil dieses Nachmittags unter der Rubrik „So wird eine Sendung gemacht“.

Der Radio-Workshop – Tag der Live-Sendung
Am zweiten Tag des Workshops trafen die Kinder vereinbarungsgemäß eine halbe Stunde vorher im Sender ein. Genug Zeit, um noch einmal den Ablauf der Sendung durchzugehen, einzelne Fragen zu klären und eine Vorauswahl der Musik vorzunehmen. Nicht zu viel Zeit, um eventuelle Nervosität aufkommen zu lassen.

Nach dem Start der Sendung um 15 Uhr lief es dann wie ein Uhrwerk: jeweils in Vierergruppen stellten sich die Kinder vor, schilderten ihre Beweggründe, gerade diesen Workshop aus dem Ferienprogramm herauszusuchen. Platzwechsel, jetzt formierten sich die Gruppen für die einzelnen Beiträge. Es war toll, was sich die Kinder für die heutige Live-Sendung ausgedacht hatten: Interviews, die nicht im O-Ton zu hören waren, sondern als gelesener Text vorgetragen wurden (Naima); die detaillierten Fußballergebnisse des letzten Wochenendes einschließlich Tabellenstand (Linus) oder der frei vorgetragene Bericht über Zwergbartagamen, eine Echsenart (Michelle Sophie, 7! Jahre).
Die Konzentration blieb über die selbst für Erwachsene lange Sendezeit von zwei Stunden bestehen; dabei half natürlich auch die Begeisterung, den eigenen Beitrag „loszuwerden“. Auch die Musiktitel wurden in (zumindest für den Workshopleiter) überraschender Einmütigkeit gespielt, jeder kam auf seine Kosten und konnte eine Kostprobe seines – derzeitigen – Musikgeschmacks über den Äther schicken.
Fazit der Kinder: Beruflich konnte sich keiner der jungen Teilnehmer vorstellen, beim Radio zu arbeiten, man wollte vielmehr „nur mal schauen, wie das beim so Radio ist“.
Fazit von „Kultur-vor-Ort“: „Die Teilnehmerzahl sowie die Rückmeldungen von Kindern und Eltern zeigten, dass das Angebot von Radio RheinWelle sehr geschätzt wurde. Kultur-vor-Ort freut sich über die Fortführung der guten Zusammenarbeit.“
Fazit für Radio RheinWelle: Wir sind beim nächsten Ferienprogramm auf jeden Fall wieder mit dabei!

Author: Radio Rheinwelle
E-Mail: olaf.schmidt@radio-rheinwelle.de

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