Okto – 1 Jahr partizipatives Fernsehen in Wien

Vor einem Jahr ging mit „Okto“ Österreichs erster partizipativer Fernsehsender on air. Entgegen dem Trend zum Spartenfernsehen ist „Okto“ mit dem Vorhaben angetreten, gerade die Diversität einer urbanen Gesellschaft im Programm abzubilden. Dass dieses ambitionierte Ziel eines „Mehrspartensenders“ aufgegangen ist, verdankt „Okto“ seiner – aus der Tradition Offener Kanäle etwa in Deutschland unüblichen – strukturierten Programmplanung, die den ZuseherInnen gute Orientierung ermöglicht, selbst wenn 75 verschiedene Communities regelmäßig auf Sendung gehen.  Anlässlich des Geburtstages präsentierten am Mittwoch Wiens Vizebürgermeisterin Grete Laska, Gemeinderat Jürgen Wutzlhofer sowie Vorstandsmitglied
Armin Thurnher und Univ. Prof. Dr. Thomas A. Bauer
(Vorstandsvorsitzender) einen Rückblick und eine Vorschau.
 
Wiens Vizebürgermeisterin Grete Laska sieht hohe Medienkompetenz als Beitrag zu einer demokratischen Gesellschaft: „Ich freue mich, dass das Konzept so aufgegangen ist, und so viele unterschiedliche Menschen die Möglichkeit nutzen, an diesem Projekt aktiv teilzunehmen
und Partizipation zu leben.“ Auch Gemeinderat Jürgen Wutzlhofer zieht eine durchwegs positive Bilanz: „Ein Grund für das rot-grüne Projekt Community TV war der Wille, durch die Schaffung eines Komplementärmediums mehr Vielfalt, Offenheit und Qualität in die Österreichische Medienlandschaft zu bringen. Das erste Jahr Okto
beweist, wie sehr das gelungen ist!“.
„Okto ist sicherlich unkonventionelles Fernsehen, an das sich
manche erst wieder gewöhnen müssen“, meint Armin Thurnher, der den Okto Vorstand mit seiner kritischen Medienkompetenz bereichert. „Gleichzeitig hat es oft eine gesellschaftspolitische und kulturelle Dichte, die verblüfft! Im Filmformat Oktoskop waren ja im vergangenen Jahr beinahe alle relevanten österreichischen Filmemacherinnen und
Filmemacher zu Gast.“ Kulturplattformen (Soho in Ottakring, Q202) und Künstlerkollektive (monochrom) haben Okto längst für sich entdeckt. Aber auch sozialpolitische Initiativen wie das (mittlerweile schon multimediale) Projekt Augustin oder die ökumenische Plattform Sozialwort TV (andererseits) erreichen durch Okto eine größere Öffentlichkeit für ihre Anliegen. „Wenn ich dann am Samstag Abend bei
andererseits zwei Stunden lang Peter Sloterdijk mit Peter Huemer über historische Wurzeln der Globalisierung reden sehe, ist das Diskursfernsehen auf höchstem Niveau“, so Thurnher. Was Okto so besonders macht, ist, dass trotz niederschwelligem Zugang zu den Produktionsmitteln ein qualitativ hochwertiger Programmoutput erreicht wird. Diese ungeheuer engagierte Leistung der ProduzentInnen
wurde auch mit internationalen Preisen honoriert: Im Juni 2006
erhielten gleich zwei Sendungen die Auszeichnung eines
Erasmus-EuroMedia-Siegels. International ist auch das Programm selbst. Knapp 20 Prozent aller Sendungen werden mehrsprachig moderiert.
 
Nicht nur hinsichtlich jener, die bei Okto selbst Sendungen
produzieren, ist die Bilanz des ersten Jahres sehr erfreulich. Bei den ZuseherInnen hat sich Okto eine stabile Fangemeinde gesichert, die laufend anwächst. Online-Erhebungen durch mindtake (Mediacom) weisen für Okto ZuseherInnenzahlen aus, die bereits mit jenen von langjährig etablierten Freien Medien in Europa mithalten können. Auch in der medialen Rezeption Oktos wird das Komplementärmedium zum
Öffentlich Rechtlichen und privat-kommerziellen Fernsehen in seiner publizistischen Relevanz deutlich wahrgenommen.  Die zunehmende Bekanntheit lässt sich auch an den Zugriffszahlen auf die Homepage messen. Waren es kurz nach Sendestart täglich um die 450 BesucherInnen, verzeichnet www.okto.tv  mittlerweile 1100 BesucherInnen (Single User) pro Tag.

Author: Okto / OTS
E-Mail: rb@okto.tv

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