OK-TV, OK Office, OK digital

Der jährlich stattfindende Tag der Offene Kanäle gibt der Landeszentrale für Medien und Kommunikation jeweils die Gelegenheit, sich bei den vielen Ehrenamtlichen der rheinland-pfälzischen Offenen Kanäle zu bedanken. Mehr und mehr wird die Mischung aus Tagung und Festakt auch dazu genutzt, eine neue Runde im Reformprozess der Bürgerfernsehsender einzuläuten.

 

Bereits am Vortag des diesjährigen Tags der Offenen Kanäle („TOK“) war ein Teil der Gäste in Pirmasens eingetroffen. Der Südwestpfalz-OK hatte die Feier seines 20-jährigen Bestehens auf  den Abend des 23. März gelegt, die Landeszentrale für Medien und Kommunikation lud am 24. März zum jährlichen „OK-Feiertag“ in die Räume der Pirmasenser Kreisverwaltung ein, in denen 1987 bereits der Gründungsakt des jubilierenden Offenen Kanals stattgefunden hatte. Der Tag der Offenen Kanäle demonstrierte 2007 deutlich, dass sich die nichtkommerziellen Sender in ihrem Stammland wieder im Aufwind befinden. Auf den Tagungsunterlagen prangt das neue Logo: Künftig wird in Rheinland-Pfalz von „OK-TV“ die Rede sein („Qualität im LOKal-TV“ war das Motto der Veranstaltung). Die Landesmedienanstalt und die 25  Trägervereine zeigten sich stolz auf das in den vergangenen Jahren Erreichte, und LMK-Direktor Manfred Helmes zählte in seiner Eröffnungsrede gute Beispiele von A bis Z auf – aus jedem OK-Standort eines. Best Practice aus diversen Offenen Kanälen wurde auch an den Infopunkten des Forums geboten, und die Workshops wurden fast ausschließlich von Referenten aus einigen Offenen Kanälen bestritten.

 

Beispiel OK-Office: Der Anstoß zur Entwicklung einer umfassenden Verwaltungssoftware für Offene Kanäle kam aus der LMK, der Auftrag wurde an einen Spezialisten vergeben. OK Office ermöglicht die Verwaltung von Produzentenadressen, die Disposition der Technik, Buchungen und Programmplanung auf Grundlage einer webbasierten Oberfläche. Im Endausbau soll OK Office mit der automatisierten Sendeabwicklung verknüpft werden und Programmdaten für die OK-Websites und zukünftige Videotextanwendungen bereitstellen. Die gesamte Erprobung fand in Offenen Kanälen statt, vor allem in Haßloch. Das IT-technisch kompetente Team im vorderpfälzischen Großdorf richtete ein Webforum ein, über das seit Monaten Fehlermeldungen, Änderungsvorschläge und Erfahrungsberichte aller Art einlaufen. So erhält das komplexe Programm seinen Feinschliff, bevor es noch in diesem Jahr in allen Studios zum Einsatz kommt. Niels Pardon vom OK Haßloch/Böhl-Iggelheim stellte den aktuellen Stand zu OK Office in einer Arbeitsgruppe vor.

 

Seit Jahren ist die Digitalisierung „TOK- Thema“. In einem umfassenden Prozess sind alle Phasen der Produktion und der Verteilung des Programms in Offenen Kanälen davon betroffen. 2007 steht die Aufschaltung digitaler Übertragungsleitungen zwischen den lokalen Studios und den jeweiligen Einspeisestellen der Kabelnetze an. In wenigen Monaten wird der Übergang von analoger zu digitaler Übertragungstechnik in Angriff genommen. Die dabei eingesetzten Komponenten waren in Pirmasens im Versuchsaufbau zu besichtigen. Joachim Lehnert, Technik-Abteilungsleiter der LMK, stellte die anstehenden technischen Neuerungen in einen Gesamtrahmen. Dietmar Kaimer, Mitarbeiter von T-Systems (und OK-Aktiver in seiner Heimatstadt Neustadt an der Weinstraße) erklärte im Detail die Funktionsweise der Technikkomponenten, die für eine qualitativ hochwertige Übertragung auf Grundlage eines  zukunftssicheren Standards sorgen sollen.
LMK-Direktor Manfred Helmes hatte bereits in seiner Rede darauf hingewiesen, dass die letzte Phase der Digitalisierung, die digitale Übertragung Offener Kanäle im Kabelnetz, möglicherweise erst deutlich nach 2010 eingeleitet werden wird. In einer groß angelegten Aktion hatte Kabel Deutschland seinen Kunden auch in Rheinland-Pfalz digitale Dekoder schmackhaft machen wollen, aber nur ein geringer Teil der Kabelzuschauer ist zum jetzigen Zeitpunkt schon bereit, auf digitalen Empfang umzuschalten.
Für die digitale Übertragung wird die LMK jedenfalls schon 2007 deutlich mehr Geld an T-Systems überweisen müssen als für die dann abzuschaltenden analogen Leitungen – neben der Qualitätssteigerung gehört auch die Ermöglichung von Videotext zum erwarteten Zugewinn. 5 Offene Kanäle stellen dann ihren eigenständigen Sendebetrieb ein und schlüpfen sendetechnisch unters Dach größerer Nachbar-OKs. Die anfängliche Skepsis der Betroffenen weicht langsam freudiger Erwartung – beide Partner  profitieren jeweils von einem in Zukunft deutlich größeren Programmumfang. Die ersten „Hochzeitsfeiern“ – zwischen Trier und Bitburg, Mainz und Alzey – fanden bereits statt.


Auch der Tag der Offenen Kanäle 2007 in Pirmasens endete mit einer großen Feier:  5 „Förderpreise für besonders auszeichnungswürdige Beiträge“ übergab die Jury unter Vorsitz von Günter Gremp zum Abschluss an 5 glückliche Gewinnerteams.  Zur guten Tradition in Rheinland-Pfalz gehört es, dass auch die „Heimat-OKs“ der Sieger jeweils einen (etwas  kleineren) Scheck in Empfang nehmen durften.

 

Foto: LMK-Direktor Manfred Helmes

Author: Hans-Uwe Daumann
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