Empfang, Livesendung und Party: Offenbach feiert

Glück gehabt: Die Hausnummer ist vom Auto aus kaum zu erkennen; allein die Ladenwerbung im Erdgeschoß fällt ins Auge, aber die laut musizierende Main Brass Show-Band in blau und silbern glitzernden Kostümen auf dem Bürgersteig lässt keinen Zweifel aufkommen: Hier feiert der Offene Kanal Offenbach seinen 10. Geburtstag!
Zwei Stockwerke höher, in einer leerstehenden Büroetage, hat der Sender ein Studio auf Zeit eingerichtet: Bühne, Deko, Licht und Tonanlage sind umrahmt von vielen Sitzgarnituren, auf denen gutgelaunte Festgäste Platz genommen haben. Alle haben ihren Begrüßungssekt mitgenommen und harren der Dinge. Punkt 18 Uhr betreten die beiden Moderatoren des Abends – Joachim und Rüdiger Storch, zwei Brüder und eifrige Amateur-Fernsehmacher im Offenen Kanal –  die Bühne. Hermann Schoppe, Stephan Wildhirt und Angelika Jaenicke heißen ihre ersten Gäste. Der ehemalige CDU-Vorsitzende von Offenbach, der damalige SPD-Kulturdezernent und die OK-Beauftragte der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR) gehören zu den Gründungsmüttern und -vätern des „Offenen Kanals Offenbach/Frankfurt“. Neben der großen Nachbarstadt Frankfurt hatten sich auch andere Städte um die Ansiedlung des Offenen Kanals beworben, enthüllt Schoppe, es seien sogar Unterschriftslisten kursiert. Mitentscheidend sei gewesen, ergänzt Wildhirt, dass die Stadt Offenbach ein geeignetes, zentral gelegenes Domizil für den OK bereitstellen konnte. Beide großen Parteien zogen an einem Strang und schafften es so, dass die kleinere Stadt im Sendernamen an erster Stelle steht.

Der Offene Kanal ist Sender für alle Bürger und Ort der Medienbildung zugleich; die Bereiche Bürgerfernsehen und Medienpädagogik haben den gleichen Stellenwert. Seit Anfang 2006 drückt sich das auch in der neuen Bezeichnung „Medienprojektzentrum Offener Kanal“ aus. In einer „politischen Gesprächsrunde“ nutzten LPR-Direktor Professor Wolfgang Thaenert, Staatssekretär Klaus-Peter Güttler, Winfried Engel, Vorsitzender der Versammlung der LPR und der Offenbacher Oberbürgermeister Horst Schneider die Gelegenheit, dem Medienprojektzentrum für beide Arbeitsbereiche die besten Zensuren auszustellen. Auch die Praktiker kamen zu Wort: Der Gymnasiallehrer Thomas Langenfeld, die Kindergartenleiterin Ines Herz-Roeder und Manfred König vom Amt für Lehrerbildung konnten über inzwischen langjährige positive Kooperationserfahrungen mit dem MOK berichten.
3 Stunden lang ließen Joachim und Rüdiger Storch in Gesprächsrunden, Einspielfilmen und Tanz- und Musikeinlagen 10 Jahre (M)OK-Geschichte Revue passieren. Viele Besucher wanderten derweil zwischen dem „Studio auf Zeit“ und den Räumlichkeiten des Medienprojektzentrums zwei Stockwerke höher hin und her. Ehrenamtliche hatten für das köstliche Buffet gesorgt, das im Empfangsbereich aufgebaut worden war, und der Tanzlehrer Roberto Maldonado lud die Anwesenden ein, erste Salsa-Schritte zu tun und die gerade erworbenen Kalorien wieder abzutrainieren. Das 10-jährige Jubiläum des Medienprojektzentrums Offener Kanal Offenbach/Frankfurt war eine Mischung aus Empfang, Livesendung und Party. Sowohl die vielen anwesenden Nutzer des Offenen Kanals als auch die Prominenz aus Stadt und Land hatten offensichtlich Spaß dabei, und die MOK-Leiterin Christiane Schöwer und ihr Team konnten mit dem Erfolg der akribisch geplanten Feier sehr zufrieden sein.

 

Foto: Joachim Storch,Stephan Wildhirt, Angelika Jaenicke, Hermannn Schoppe, Rüdiger Storch 

Author: Hans-Uwe Daumann
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