Deutscher Rap – Eine chance für die Integration?

Deutscher Rap – Eine chance für die Integration?
Vertreter von rasik.de diskutierten auf der Frankfurter Buchmesse

 

Wie passen deutscher Sprechgesang und die Arbeitswelt zusammen? Wer den HipHop nur aus der Hitparade kennt, kann zwischen den fast als Gegensatz anmutenden Begriffen kaum einen Zusammenhang sehen. Wie diese Musik Jugendliche zum selbstständigen und zielgerichteten Arbeiten anleiten kann, berichtete das Podium „Deutscher Rap – eine Chance für die Integration?“ am Samstag Nachmittag im Spiegel Bildungsforum auf der weltgrößten Messe rund um das publizierte Wort. Gerne nahm man beim rasik.de die Einladung der Buchmesse an, um dieses Thema zu präsentieren.

 

Bunt gemischt waren die zahlreich erschienen Zuhörer, die zu Beginn durch die Raps der Heilbronner Crew rund um den Heilbronner Künstler Brockmaster B.
musikalisch in das Thema eingeführt wurden. Dieser berichtete anschließend über die Situation auf Heilbronner Straßen. Im bildungsschwangeren Umfeld der Buchmesse hörte sich die Schilderung von arbeitslosen Jugendlichen, die auch aufgrund der Sprache am deutschen Bildungssystem scheiterten, fast anachronistisch an.

Dass Rapper wie Azad und Bushido bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund eine bedeutendere Rolle als Triebfeder für das Erlernen der deutschen Sprache sein könnte als Autoren wie Goethe und Böll, wurde zuerst mit Verwunderung aufgenommen. Eugen Erfurt und Christopher Jacob erzählten danach über die Historie beziehungsweise die aktuelle Situation bei rasik.de.

 

Vor allem die sehr persönlichen Geschichten der Podiumsteilnehmer und der positive Einfluss der Arbeit mit dem Thema HipHop, sei es als Rezensent von CDs, Songtexter oder Radio-Moderator, überzeugte die Zuhörer, die mit einem Applaus die Förderung des Podiums nach mehr Akzeptanz und Förderung für Hiphop-Projekte unterstützte.

Ob sich deutscher HipHop auf der Frankfurter Buchmesse als weiteres Medium der Sprache neben den anerkannten Formen Buch, Hörspiel, Film und Fernsehen etablieren kann, wird die Zukunft weisen, dass deutscher Sprechgesang vielen Jugendlichen hilft, sich mit ihrer und unserer Sprache zu befassen wurde bei dieser Veranstaltung wieder einmal klar.

Author: Andreas Scherer
E-Mail: a.scherer@colab.de

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