„Ludwigshafen – meine Stadt“ – Premiere am 17.11.2009

10 Migranten/innen berichten in einem neuen Film von Mario Di Carlo über das Leben in der Stadt Ludwigs-hafen

 

 Marina Miresova-Feider und Higidio Fernandes kamen als Erwachsene nach Ludwigshafen, Antonio Priolo und Hasan Özdemir als Jugendliche, Aloisia Leto und Selim Özkan sind hier geboren. Gemeinsam ist ihnen der „Migrationshintergrund“ und dass sie sich irgendwann für das Leben in Ludwigshafen entschieden haben.

 

10 bekannte Ludwigshafener/innen berichten in dem neuen Dokumentarfilm „Ludwigshafen – meine Stadt“ über die Erfahrung des Einwanderns und/oder des Bleibens und über ihr Verhältnis zur Industriestadt am Rhein. Es ist spannend, vielfältig, interessant und oft komisch, wenn sie von ihrem „Herkommen“, vom Deutschlernen (und vom Pfälzer Dialekt), über das „Erbe“ ihrer Herkunft und die Zuneigung zur Heimatstadt Ludwigshafen erzählen.

 

Der 50-minütige Film ist Bestandteil des Projekts „Ludwigs-hafen – meine Stadt“, das die Integrationsbeauftragte der Stadt Ludwigshafen, das Ludwigshafener Stadtmuseum und medien+bildung.com gemeinsam verantworten. Am 17. November 2009 um 19 Uhr hat der Film im Rahmen einer Ausstellungseröffnung im Stadtmuseum Premiere. Die Produktion wurde durch einen Zuschuss der Beauftragten der Landesregierung für Migration und Integration ermöglicht.

Aloisia Leto, die junge Reisebürokauffrau und Ex-Miss-Lu mit italienischen Wurzeln, bringt es auf den Punkt: Sie plant ihr Leben in Deutschland und bewundert ihre Eltern und deren mutigen Schritt, von Sizilien in die Pfalz auszuwandern. Kamuran Izi kam 1956 aus der Türkei zum Ingenieursstudium nach Deutschland. Damals gab es keine türkischsprachigen Gesprächspartner in seiner Umgebung; türkische Zeitungen waren in Deutschland nicht erhältlich. Über Ausländer-feindlichkeit haben die 10 Migranten/innen wenig zu berichten –  wenn man von Erlebnissen wie dem absieht, dass Izis Wagen einmal mit einem eingekratzten Hakenkreuz verziert wurde. Higidio Fernandes, der 1982 aus Guinea-Bissau kam, wurde anfänglich vor allem von den Ludwigshafener Kindern „bestaunt“. Auch das hat im Laufe der Jahre nachgelassen (inzwischen leben aber auch ca. 1.000 Menschen aus Afrika in Ludwigshafen).

 

Mit wenigen (warmen) Kleidern und einigen Andenken im Koffer kamen die meisten Migranten/innen einst in den „kalten Norden“. Wenn sie wieder gehen würden – was sie nicht tun – würden sie ganz andere Dinge einpacken. Fernandes zum Beispiel einen größeren Vorrat Saumagen.

 

Mario Di Carlo, Medienpädagoge bei medien+bildung.com und Regisseur von „Ludwigshafen – meine Stadt“, stellte das Leben mit und zwischen zwei Kulturen in den Mittelpunkt seines Films. Jede/r seiner 10 Interviewpartner/innen hat sich aus anderen Gründen für das Leben hier in Ludwigshafen entschieden. Sie haben eine Bindung zur Stadt am Rhein aufgebaut und geben authentisch – und vielleicht reflektierter, als das „Eingeborene“ könnten – darüber Auskunft, was es bedeutet, sich sein Leben hier einzurichten.

Der Film „Ludwigshafen – meine Stadt“ erscheint nach der Premiere auf DVD und wird im Regional-TV gesendet. Begleitmaterialien sollen die Beschäftigung mit den Themen des Films im Unterricht und die mediale Weiterarbeit von Schüler/innen anregen.

 

 

 

Author: Hans-Uwe Daumann
E-Mail: daumann@medienundbildung.com

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