Wütende Wortschlacht im MOK Fulda!


Poesie und Fernsehen? Gegensätzlich wie Schwarz und Weiß, hier das Schöne, Gute, dort die Unterhaltung für die Massen! Welchen Nutzen kann da ein Poetry Slam für einen Offenen Kanal haben? Warum sollte sich jemand die Mühe machen, diese zwei Dinge zusammenzubringen? Um das zu verstehen, muss man weit zurückgehen und den Blick nach Amerika richten, wo in den 80er Jahren, als der Poet Marc Smith in Chicago eine offene Bühne für Texte aller Art schuf, das Poetry Slam entstand. Selbstgeschrieben musste die Poesie sein, auf einer Bühne vom Dichter selbst vorgetragen, und alles durfte einfach mal rausgehauen werden. Oberste Prämisse bei Slams war und ist, dass Alles erlaubt ist – na, dämmert’s langsam? Im Offenen Kanal wie auch bei Poetry Slams ist die Beteiligung Aller eine grundlegende Voraussetzung für das Bestehen und auch das Weiterleben. In Offenen Kanälen ist der Bürger Redakteur, Filmer, Regisseur, der die Beiträge produziert; bei Poetry Slams ist er der Slammer oder das Pub-likum – das in diesem Falle auch gleichzeitig die Jury darstellt.

 

Als erster Sender zeichnete der WDR ein Poetry Slam auf und sorgte mit der Ausstrahlung dafür, dass sich das Vorurteil von der langweiligen Poesie in den Köpfen der Poetry-Slam-Faulen wandelte zu Wissen von wortgeballten, intensiven, bissigen, lustigen, gesellschaftskritischen und politischen Spielen mit Worten, gepaart mit einer gehörigen Portion Performance. Anders gesagt, Poetry Slam, dieser Wettbewerb, in dem sich Slammer gegenseitig mit Worten „zuknallen“ – mit Worten, die vor Publikum gesagt und gehört werden, von Leuten, die Anderen etwas zu sagen haben, mit Menschen, die zuhören wollen, das ist wie … ach, Poetry Slam und Offene Kanäle gehören einfach zusammen wie die Blütenpollen und die Bienen.

 

Zwei Veranstaltungen dieser Art habe ich, Flora Kofink, im Rahmen meines Freiwilligen Sozialen Jahres Kultur im MOK in Fulda ins Leben gerufen. Der erste Slam im März 2010 fand einen so bombastischen Anklang, dass ich gleich einen zweiten organisierte – inklusive eines Slam-Workshops mit Star-Slammer Lars Ruppel für die ausgehungerten Nachwuchsslammer in Osthessen. Beide Slams wurden natürlich aufgezeichnet, ausgestrahlt und sind in der Mediathek Hessen zu finden. Wer sich noch näher informieren möchte: www.poeground.blogspot.com

www.mok-fulda.de

Author: Flora Kofink
E-Mail: kontakt@mok-fulda.d

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