Saarland Medien GmbH fördert sieben Filmprojekte

 

Saarbrücken, 17. Dezember 2010: Im Rahmen der diesjährigen Ausschreibung zur Filmproduktions- und Filmmusikförderung erhielten 7 von 20 eingereichten Projekten eine Unterstützung von insgesamt rund 70.000 Euro durch die Saarland Medien GmbH (SLM).

 

Bei einem Empfang anlässlich der Übergabe der Förderverträge am 16. Dezember 2010 betonte Uwe Conradt, Prokurist der SLM, die Bedeutung der Filmförderung für die saarländische Kulturszene: „Im Vergleich zu anderen Fördertöpfen ist der Förderetat der Saarland Medien wahrlich bescheiden. Dennoch lässt sich an einigen Resultaten unserer Förderung ablesen, dass es oftmals genau dieser „Finanztropfen“ war, der einen Film – im wahrsten Sinne des Wortes – ins Rollen brachte“.

 

Der Animationsfilm „Totris“ von Marvin Brendel erhielt eine Filmmusikförderung in Höhe von 4.000 ¤. Erzählt wird die Geschichte eines Schülers, der – nachdem er bei dem Computerspiel Tetris scheitert – an seiner Schule einen Amoklauf begeht. Als er die Getöteten in ein Loch wirft, fällt auch er hinein und – wie bei Tetris die Steine – verschwinden daraufhin alle Leichen. Verantwortlich für Musik und Sounddesign von „Totris“ ist Denise Segschneider.

 

Mit „Last Call – kein Frieden in Sicht“ plant Ralf Weber aus Saarbrücken einen skurrilen Kurzfilm: Der verstorbene Kurt Bastuck erhält von seiner Frau Rita ein Handy als Grabbeilage. Als Rita nach Kurts Tod Briefe von einer anderen Frau an Kurt findet, will sie ihn zur Rede stellen, ruft im Grab an und erlebt dabei eine seltsame Überraschung: Es ist besetzt. Gefördert wurde dieses Projekt mit 4.000 ¤.

 

Auch die Filmemacherin Margrit Meyndt reichte ein Kurzfilmprojekt zur Förderung ein. In „Eigentlich gut“ erzählt sie die Geschichte eines Mannes, den die Gedanken an seine vor 16 Jahren verschwundene große Liebe Lea nicht mehr los lassen. Mittlerweile ist er verheiratet und hat 3 Kinder. Doch seine Familie merkt, dass etwas nicht in Ordnung ist. Margrit Meyndt erhielt eine Filmproduktionsförderung in Höhe von 12.000 Euro.

 

12.000 ¤ gingen an Sebastian Voltmer für die Realisierung seines Dokumentarfilms „Die Musik rettete mein Leben“. Voltmer portraitiert den Saarbrücker Komponisten und Pianisten Rudolf Strassner, der 1945 als 18jähriger in russische Gefangenschaft geriet und sich dort dank seines musikalischen Talents einen Sonderstatus erwerben konnte.

 

Auch die Saarbrücker Filmemacherin Barbara Wackernagel-Jacobs erhielt in diesem Jahr eine Filmproduktionsförderung in Höhe von 8.000 Euro. Gemeinsam mit Dr. Boris Penth arbeitet sie an einem Dokumentarfilm über den 1898 in Merzig geborenen Schriftsteller Gustav Regler: Ausgehend von seiner Zeit in Mexiko ab 1949 geht der Film der Frage nach, was Regler an diesem Land so faszinierte, und zeigt zugleich, wie eng verbunden er bis zuletzt seiner saarländischen Heimat blieb.

 

„Der Mann im Koffer“ – so heißt das Projekt von Frédérique Veith, das eine Unterstützung von 9.900 Euro erhielt. Veith begibt sich in ihrem Dokumentarfilm auf die spannende Spurensuche nach einem Menschen im Kontext der deutsch-deutschen Geschichte. Ausgangspunkt ist ein Koffer, der in den 80er Jahren auf einem Bahnhof in Berlin gefunden wurde. Die Produzentin macht sich auf den Weg, recherchiert, geht jeder Fährte nach, um das wirkliche Schicksal des Besitzers zu lüften.

 

Die höchste Fördersumme, nämlich 20.000 Euro, erhielt der Dokumentarfilm „Von Kutzhof nach Bandō – wenn Feinde Brüder werden“. Die Filmemacherin Brigitte Krause erzählt die Geschichte von Hans-Joachim Schmidt, der auf seinem Speicher in Kutzhof Fotos und Briefe eines saarländischen Soldaten findet, der während des 1. Weltkrieges über 5 Jahre in japanischer Kriegsgefangenschaft war. Er beginnt eine beispiellose, historisch-biografische Suche, die ihn an Orte schmerzvoller, aber auch tröstlicher Erinnerung führt.

 

Bei der Veranstaltung anlässlich der Übergabe der Förderverträge wurde außerdem der 2008 von Saarland Medien geförderte Kurzfilm „Selbstmord für Anfänger“ von Philipp Majer und Marc André Misman gezeigt, der auch in der Sprint-Reihe des kommenden Filmfestival Max Ophüls Preis zu sehen ist.

 

Seit 2003 bis einschließlich 2010 hat die Saarland Medien GmbH im Rahmen ihrer jährlichen Ausschreibung zur Filmproduktions- und Filmmusikförderung insgesamt 50 Filme unterstützt.

Author: Viola Betz
E-Mail: Betz@LMSaar.de

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