MOK Fulda: Aktuell

Trickboxxspiele
Wie zu jedem Jahresanfang ein Trickfilmprojekt in Fulda, und wie in jedem Jahr die Bitte des Kollegen an mich, Andreas Rickert-Lützen, etwas darüber zu schreiben. Diesmal will er ein paar Zeilen über medienpädagogische Ziele und Zwecke unserer Trickfilmarbeit. Die liegen doch auf der Hand: Wir vermitteln Medienkompetenz, dieses Set unterschiedlicher Fähigkeiten, die Kinder brauchen, um Medien zu durchschauen, ihre Funktionen und Eigenheiten zu begreifen, um mit ihnen kritisch und selbständig umgehen zu können!
Unter uns, eigentlich war mir viel mehr daran gelegen, die mediale Lebenswelt von Kindern ernst zu nehmen, das Medium Trickfilm als Experimentierfeld zu gebrauchen und jenseits kulturpessimistischer Überlegungen Kinder in ihrer Welt aus Wünschen und Phantasien zu begleiten, ihnen eine Projektionsfläche für sinnliche Erfahrungen zu bieten. Mir ging es weniger um Medienkompetenz als um ästhetische Bildung. Also eben nicht um die pädagogische Überbetonung von kognitiven Fähigkeiten, reflexiver Distanz und bildungstheoretischer Verwertbarkeit, sondern um eine Vorstellung von Bildung jenseits des Bereichs von Nutzen und Nützlichkeit.

 

 

„…nur ganz Mensch, wo er spielt…“
Mit dem Begriff ästhetische Bildung greife ich auf einen Erkenntnisansatz zurück, bei dem sinnliche Erfahrungen Ausgangspunkt von Bildung und Entwicklung des Menschen sind. Medienkompetenz orientiert sich an kognitiver Verarbeitung sinnlicher Erfahrungen in Form von Wissensaneignung – sie setzt das Denken über die sinnliche Erfahrung. Ästhetische Bildung hingegen setzt sinnliche Erfahrungen als eigenen Bereich von Bildung, die wir jenseits von Kritik und Reflexion als Quelle von Wissen und Erkenntnis begreifen.
Letztlich haben wir in unserem Projekt Herrn Baake einen guten Mann sein lassen; wir haben fabuliert, experimentiert, erfunden und ausprobiert, haben Pläne gemacht, verworfen und verwirklicht, waren ernst, unernst und so dem Herrn Schiller viel näher, der den Zweck des Menschen im ästhetischen und spielerischen Handeln verwirklicht sieht: „…der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt…“.
Dass dabei zwei tolle Trickfilme entstanden sind, ist die eine gute Sache; dass wir ein wenig an unserem Menschsein gebastelt haben, sicherlich die bessere.

www.mok-fulda.de

Author: MOK Fulda
E-Mail: kontakt@mok-fulda.de

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