„EU Potentiale nutzen – Bürgermedien und Medienbildung stärken!“

„EU Potentiale nutzen – Bürgermedien und Medienbildung stärken!“ lautete der Titel der Veranstaltung, zu der der Bundesverband Offene Kanäle in die Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland nach Berlin eingeladen hatte und die am 17. Juni 2011 stattfand. Über 20 Teilnehmer aus mehreren Landesmedienanstalten, von verschiedenen Bürgermedien und Medienpädagogen informierten sich über aktuelle Entwicklungen der Bürgermedien und der Medienbildung auf europäischer Ebene. Ein weiteres Ziel der Veranstaltung war es, Wege aufzuzeigen, wie diese europäischen Entwicklungen für die Arbeit vor Ort genutzt werden können und dafür Strategien zu entwickeln.

 

Begrüßt wurden die Teilnehmer durch Barbara Steffner, Leiterin der Politischen Abteilung der Vetretung der Europäischen Kommission in Deutschland, und Bettina Wiengarn, Vorsitzende des Bundesverbands Offene Kanäle.

 

Pieter de Wit, Präsident des Community Media Forums Europe, berichtete anschließend über die Arbeit seiner Organisation und deren Funktion bei der Formulierung der Entschließung des Europäischen Parlaments zu gemeinnützigen Bürger- und Alternativmedien in Europa. Er stellte die Arbeit des Community Media Forums Europe (CMFE) vor und führte dazu aus, dass das Forum ein Netzwerk zur Stärkung der Bürgermedien sei und sich auch an nationalen Entwicklungen beteilige. Pieter de Wit erhielt als Anerkennung seiner Verdienste bei der Förderung der Bürgermedien in Europa von Jürgen Linke, Bundesverband Offene Kanäle, den Berlin Media Bear.

 

Dr. Ida Pöttinger, Referentin beim Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis, stellte die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede in der europäischen Medienbildung und die Situation in Deutschland dar. Die Folgen der sich ständig verändernden Medienlandschaft mit ihren gesellschaftlichen Auswirkungen stelle eine besondere Herausforderung für die schulische und außerschulische Medienpädagogik dar.

Bei der Zusammenarbeit von Bürgermedien und Medienbildung hob Dr. Ida Pöttinger die Notwendigkeit eines gemeinsamen Vorgehens gegen Kommerzialisierung und totale Deregulierung hervor. Kajo Wasserhövel, Strategieberater bei ELEPHANTLOGIC, erläuterte die Grundlagen zur Strategieentwicklung für Bürgermedien. Hierfür sei es notwendig, den Startpunkt zu klären und eine Zielbeschreibung vorzunehmen. Das Alleinstellungsmerkmal der Bürgermedien müsse herausgearbeitet werden. Nur so sei es erfolgversprechend, Lobbyarbeit für Bürgermedien zu betreiben. An Kajo Wasserhövels Ausführungen schloss sich eine sehr lebhafte und konstruktive Diskussion an. „Noch nie hat uns jemand so deutlich den Spiegel vorgehalten.“

 

Die Teilnehmer würdigten die konzentrierte Wissensvermittlung und die Möglichkeit der intensiven Diskussion mit den Referenten und untereinander als gelungenes Veranstaltungskonzept. Die Veranstaltung habe ihnen wertvolle Hinweise für die tägliche Arbeit gegeben. Die Veranstaltung fand in Zusammenarbeit mit der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland statt und wurde gefördert durch den Beauftragten für Bürgermedien und Medienkompetenz der Landesmedienanstalten. Mitveranstalter waren Open Channels for Europe! und der Kulturring in Berlin e.V. – viducate.

 

Author: BOK – Bundesverband Offene Kanäle
E-Mail: post@bok.de

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