Zeitzeugen-Projekt mit Schülern aus Sankt Vith und Bitburg gestartet

Zeitzeugen-Projekt mit Schülern aus Sankt Vith und Bitburg gestartet „Spurensuche“ – Jugendliche entdecken ihre Grenzgeschichte

 

Am Mittwoch trafen sich erstmals rund 40 Schüler und Schülerinnen der Oberstufen der Bischöflichen Schule Sankt Vith und des Sankt Willibrord Gymnasiums aus Bitburg. Gemeinsam begaben sie sich auf Spurensuche, um ihre Grenz-Geschichte zu entdecken. Mit dem Bus ging es nach Malmedy, Baugnez und anderen wichtigen ehemaligen Kriegsschauplätzen. Teile des Westwalls sahen viele der Jugendlichen zum ersten Mal. Von der Konfrontation mit Kriegsschauplätzen vor ihrer Haustür, fernab von warmem Klassenraum und sicherer Buchlektüre, waren die Jugendlichen sichtlich beeindruckt.

 

Wie war das eigentlich damals?

Die geschichtliche Tagesfahrt unter sachkundiger Führung von Dr. Herbert Ruland, dem Leiter des Projektes Grenzgeschichte an der Autonomen Hochschule in der DG, bildete den Auftakt eines „Experiments“, Geschichts- und Deutschunterricht anders zu gestalten, so Roland Lentz, Direktor der BS, bei seiner kurzen Begrüßungsansprache.

In Kooperation mit den Medienzentren der DG und Bitburg, dem Offenen Kanal und der Autonomen Hochschule werden die Jugendlichen in den nächsten Wochen ihre Geschichte entdecken – dies soll vor allem durch den Dialog mit Zeitzeugen geschehen. Dabei beschränkt sich Geschichte nicht nur auf Krieggeschichte, sondern auch andere kulturgesellschaftlich und wirtschaftlich bedeutungsvolle Themen können als erlebte Geschichte aufgezeichnet werden.

 

Bei der  Dokumentation der individuellen Recherchen spielt der Einsatz  der neuen Medien eine wichtige Rolle. Ob Film, Fotoreportage oder Internetseite – am Ende wird eine gemeinsame Abschlussveranstaltung und Ausstellung in Bitburg zeigen, was die jungen Menschen über ihre gemeinsame Grenz-Geschichte herausgefunden haben. Dabei erhalten die Jugendlichen neben der Unterstützung ihrer jeweiligen Fachlehrer auch Hilfe von Experten, die sie inhaltlich und handwerklich begleiten werden. So sind beispielsweise Kamerakurse und das Erlernen von Interviewtechniken bereits in das Unterrichtsprogramm eingeplant.

 

Herrschte zu Beginn der Fahrt eher Ratlosigkeit, wie man sich dem Thema Grenzgeschichte/Zeitzeugen denn wohl nähern könne, so war am Ende des Tages förmlich spürbar, wie die ersten Ideen entstanden. So manche Oma oder älterer Nachbar sollte sich auf die Frage gefasst machen: „Wie war das eigentlich damals?“

Author: Rita Bertemes
E-Mail: rita.bertemes@dgov.be

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