Dem OK weiterhin eng verbunden

Meinen Einstieg in die audiovisuelle Medienpraxis hatte ich schon Mitte der 1990er Jahre: Für die Frauenradio-Initiative Frankfurt produzierte ich mehrere Hörfunkbeiträge, unter ande-rem auch für den Hessentag in Gelnhausen. 1997 begann ich dann parallel zu meinem Publizistikstudium ein mehrmonatiges Praktikum im Offenen Kanal in Offenbach. Nach dessen Ende blieb ich dem OK als ehrenamtliche Sendehelferin und später auch als (Aushilfs-)Medienassistentin treu.


Das damalige Team um Christiane Schöwer, Isi Hansen und Sabine Westerhoff-Schroer hatte entscheidenden Anteil daran, dass ich Erfahrungen machen konnte, die maßgeblich zu meiner beruflichen Weiterqualifikation beigetragen haben. Sie gaben mir die Freiheit, mich in Projekten auszuprobieren, aber auch die Verantwortung für einen eigenen Arbeitsbereich.

Den Großteil meines technischen Grundverständnisses habe ich mir in dieser Zeit angeeignet. Das lag zum Teil an den eigenen Beiträgen, die ich produzierte. Aber fast größer war der Lerneffekt, wenn ich andere Nutzerinnen und Nutzer bei ihren Produktionen unterstützte. Besonders eindrücklich war der Kurs „Frauen machen Fernsehen“, den ich selbständig geplant und durchgeführt habe. Frauen mit und ohne Vorerfahrung haben in der Gruppe eigene Projekte realisiert und sollten so zum entspannten Umgang mit der Technik ermutigt werden.
Besonders prägend empfand ich auch die kulturelle Vielfalt der OK-Community, die sich in einem sehr abwechslungsreichen Programm niederschlug. Vielfalt und Multikulturalität waren dabei nie unumstritten. Trotzdem gelang es dem OK-Team immer, diese Werte zu verteidigen und die verschiedenen Interessen auszubalancieren. Bürgermedien, diese Erkenntnis zieht sich für mich bis heute durch, lassen sich nicht auf die Vermittlung von Medienkompetenz reduzieren. Sie sind unverzichtbare soziale Räume.


In meiner heutigen Tätigkeit an der Universität Mainz gehört die Verbindung von Medienpraxis und Medientheorie zu meinem beruflichen Alltag. Als Leiterin des Medienzentrums koordiniere ich unter anderem Projekte zur Medienkompetenzvermittlung an der Universität. Darüber hinaus beschäftige ich mich aus medienwissenschaftlicher Perspektive mit transmedialen Medi-engattungen und den Effekten einer zunehmenden Medienkonvergenz. Im Jahr 2009 habe ich meine Dissertation „Ordnungsfiktionen“ über die Reality-Formate im Tagesprogramm der deutschen Privatsender RTL, Sat.1 und Pro-Sieben veröffentlicht. Den Bürgermedien bin ich als ehrenamtliches Vorstandsmitglied des Offenen Kanal Mainz weiterhin eng verbunden.

 

www.mok-ofm.de

Author: Nicole Labitzke

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