MOK Gießen: Die Dynamik macht’s

Ich war nach meinem Studium rund zehn Jahre in der freien Wirtschaft tätig gewesen, als ich 1995 das Angebot bekam, in Gießen den zweiten Offenen Kanal in Hessen aufzubauen und zu leiten. Als Wirtschaftswissenschaftler mit marketingorientiertem Werdegang war ich damals bei einem großen Verlagshaus in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beschäftigt, nachdem ich zuvor schon in ähnlichen Funktionen in Industrie und Handel Erfahrungen sammeln konnte.
Medien und Kommunikation waren somit schon immer meine Wegbegleiter, und der damals noch exotische Charakter eines Offenen Kanals* stellte eine einmalige Chance und Herausfor-derung für eine berufliche Weiterentwicklung dar (* damals noch ohne Internet war es nicht so einfach, nähere Informationen zum Thema zu finden).

 

Die vergangenen siebzehn Jahre nun in wenige Zeilen pressen zu wollen, kann freilich nicht gelingen, und ich muss mich auf die entscheidenden Facetten beschränken, um zu beschreiben, was den Reiz meiner Tätigkeit ausmacht. Auch jetzt, nach so langen Jahren.
Ohne Zweifel ist es auch heute noch die Beschäftigung mit Medien, die bereits damals die Hauptmotivation für meine Berufsorientierung war, die mich fasziniert. Dass „Medien“ nach wie vor ein Traumberuf sind, sehe ich ja täglich bei ganz vielen Jugendlichen, die wir in unserer Einrichtung betreuen. Vielleicht dachte ich früher ja durchaus ähnlich. Allerdings ist dieses eher mystische Verständnis bei mir inzwischen einer nüchternen Abgeklärtheit gewichen, und es ist beruhigend und erfreulich zugleich, dass meine Medienaffinität dadurch nicht gelitten hat – im Gegenteil.
Es war und ist ein spannender Prozess, die rasanten Entwicklungen in der Medien- und Informationswelt in meiner Funktion mitzuerleben, ja einen winzigen Teil davon sogar mitgestalten zu können. Schließlich lagen unsere Wurzeln zunächst „nur“ beim Fernsehen und im Betrieb eines Offenen Fernsehkanals, und die ersten Jahre davon gab es nur analoge Technik, deren beschränkte Möglichkeiten uns heute steinzeitlich anmuten. Dennoch war es schon damals spannend, den Menschen die Medien näherzubringen und ihnen den Weg vom passiven Medienkonsumenten zum aktiven Mediennutzer aufzuzeigen.
Mit der Verbreitung der neuen Medien wie Internet, Handy und Videogames ergaben sich dann ganz neue Heraus-forderungen, denen wir mit kreativen Ideen, geänderten Angeboten und neuen Strukturen Rechnung tragen mussten und wollten.
Und so ist es besonders die Dynamik in unserem Tätigkeitsfeld, die meine Arbeit interessant und spannend bleiben lässt. Lag der Fokus vor siebzehn Jahren vorrangig auf Einführungskursen in die Geheimnisse von Film und Schnitt, so veranstalte ich heute Elternabende und Informationsveranstaltungen zu Internetthemen und präventivem Jugendmedienschutz.
Die Entwicklung vom reinen Bürgermedium zu einem anerkannten Kooperationspartner von Bildungs- und Ju-gendeinrichtungen hat Spaß gemacht. Und es wird immer Kinder, Jugendliche und Multiplikatoren geben, und auch die Medienwelt wird sich immer weiter drehen. Und damit wird es auch immer neue Herausforderungen für das MOK geben, denen ich mich, zusammen mit meinem Team, gerne stelle.

www.mok-giessen.de

Author: Wilhelm Behle / MOK Gießen
E-Mail: info@mok-giessen.de

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