Stralsunder Film-Projekt gewinnt Bundespreis

Unterstützt wurde es von der Medienanstalt M-V

 

Schülerinnen und Schüler der Adolph-Diesterweg-Schule Stralsund haben mit drei selbstgedrehten Filmen beim diesjährigen bundesweiten Wettbewerb „Kinder zum Olymp!“ der Kulturstiftung der Länder einen ersten Platz errungen. Sie gewannen in der Kategorie „Film, Fotografie und Neue Medien“ (Sparte: altersübergreifend) und sind damit die einzigen Preisträgerinnen und -träger aus Mecklenburg-Vorpommern. Der Preis, dotiert mit 1.000 Euro, wird am 9. September 2013 im Konzerthaus Berlin überreicht.
Die Jugendlichen führten das Film-Projekt zusammen mit dem Medienpädagogen Stefan Koeck von der Stralsunder Medienwerkstatt Identity Films durch, finanzielle Unterstützung kam u.a. von der Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern.

Die Schülerinnen und Schüler drehten zusammen mit Jugendlichen aus der Ukraine drei Dokumentarfilme: „Bukowina Style“ (2008), „Schalom, ich bin Mentsh“ (2011) und „Neue Chancen, auf der Kreuzung zwischen Liebe und Hass“ (2012). In ihnen beschäftigten sie sich mit der wechselvollen Geschichte der ukrainischen Stadt Czernowitz und der umliegenden Bukowina-Region im 20. Jahrhundert. Bis 1918 gehörte Czernowitz zu Österreich-Ungarn und galt als eines der jüdischen Zentren Europas. Die Stadt war bekannt für das friedliche Zusammenleben verschiedener Bevölkerungs- und Religionsgruppen und das reiche kulturelle Leben.

Die Dreharbeiten fanden in Vorpommern und der Ukraine statt. In „Bukovina style“, dem ersten Film, spürten die Jugendlichen den Themen Heimat, Heimatverbundenheit und Generationenkonflikte nach. In „Schalom, ich bin Mentsh“ widmeten sie sich der Zeit seit Ende des Zweiten Weltkrieges: Wie wurde mit dem jüdischen Erbe in der Sowjetunion umgegangen? In Czernowitz befragten sie Zeitzeuginnen, Zeitzeugen, Einwohnerinnen und Einwohner. Die Interviews – in Deutsch und Ukrainisch – wurden zu einem dokumentarischen Kurzfilm zusammengeschnitten, die Musik wurde eigens für den Streifen komponiert.
Der Film „Neue Chancen, auf der Kreuzung zwischen Liebe und Hass“ schließt die Trilogie ab. Hier wurde der Fokus auf die Zukunft gelegt. Junge Leute kommen zu Wort, ihre Einstellungen zu jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern und zum Antisemitismus. Dabei wurde die Meinungs- und Religionsfreiheit besonders beachtet und den Erfahrungen der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen des Zweiten Weltkrieges gegenübergestellt.

Das Gesamtprojekt wurde über einen Zeitraum von fünf Jahren realisiert. Für viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren es die ersten Reisen außerhalb Deutschlands bzw. der Ukraine.
Zum Wettbewerb „Kinder zum Olymp!“

Der Wettbewerb der Bildungsinitiative „Kinder zum Olymp!“, an dem sich alle allgemeinbildenden Schulen in Deutschland und die deutschen Auslandsschulen beteiligen können, wird seit 2004 von der Kulturstiftung der Länder jährlich in Zusammenarbeit mit der Deutsche Bank Stiftung unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten durchgeführt.

In diesem Jahr werden 28 Schulen in insgesamt acht Kategorien ausgezeichnet, die mit innovativen kulturellen Kooperationen zum Thema „Schulen kooperieren mit Kultur“ die Jurys überzeugen konnten. 750 allgemeinbildende Schulen – 40.000 Schülerinnen und Schüler – hatten sich in diesem Jahrgang mit ihren Projekten beworben. Der Hauptpreis, dotiert mit 5.000 Euro, wird erst zur Preisverleihung am 9. September 2013 bekanntgegeben. Mehr Informationen unter www.kinderzumolymp.de.

V.i.S.d.P.: Dr. Uwe Hornauer, Direktor der MMV

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