Second Screen: Mit dem Smartphone in die Castingshow?

Immer mehr Fernsehsendungen beziehen die Zuschauer direkt über interaktive Angebote ein. So auch die nun startende Castingshow „Rising Star“, bei der Zuschauer per App abstimmen können. Dieser Trend ist auch bei Jugendlichen beliebt, die neben dem Fernsehen auch ein Smartphone oder Tablet als „Second Screen“ nutzen. „SCHAU HIN!“, der Medienratgeber für Familien, empfiehlt Eltern, ihr Kind für diese neue Form des Marketings zu sensibilisieren.

Mobile internetfähige Geräte sind fast überall dabei, auch beim Fernsehen. Das machen sich auch immer mehr Programmverantwortliche zunutze, indem sie ihren Zuschauern gezielt ergänzende Dienste anbieten wie zusätzliche Informationen, Foren oder Abstimmungen. Damit wird der Zuschauer zur Jury und kann etwa bei der Castingshow „Rising Star“ per App für seinen Favoriten abstimmen und damit in Echtzeit über den Ausgang der Sendung mitentscheiden. Falls die Zuschauer sich in der App mit einem Foto oder per Facebook registrieren, kann ihr Bild direkt auf einer LED-Wand im Studio erscheinen.

Interaktion als Marketingzweck
Gerade für Kinder und Jugendliche ist es reizvoll, sich über Smartphone oder Tablet mit anderen über das Fernsehprogramm auszutauschen und über Mitmachangebote dieses mitzugestalten. „Bei dieser neuen Entwicklung sind Eltern gefragt, darauf zu achten, was ihr Kind nutzt, und es zu einem kritischen Umgang anzuregen. Dabei können sie ins Gespräch bringen, dass es sinnvoll ist, sich auf ein Medium zu konzentrieren und dieses bewusst zu nutzen“, meint „SCHAU HIN!“-Mediencoach Kristin Langer. Am besten sprechen Eltern mit ihrem Kind über dieses Phänomen und machen ihm klar, dass es vor allem Marketingzwecken dient, um die Zuschauer an eine bestimmte Sendung oder gewisse Teilnehmer zu binden und dafür zu aktivieren. Dies wird besonders deutlich, wenn Zuschauer dazu animiert werden, ihr Foto hochzuladen, das während der Sendung gezeigt wird. Viele Heranwachsende sind verlockt, ihr Bild im Fernsehen zu sehen, können aber noch nicht einschätzen, welche Folgen es haben kann, einem Millionenpublikum vorgeführt zu werden. Kritisch zu sehen ist auch, dass die begleitenden Chats oft nur mangelhaft moderiert und Nutzer sich dort meist selbst überlassen sind. Hierbei kann es schnell zu Streit oder Beleidigungen kommen.

„SCHAU HIN!“ bietet auf www.schau-hin.info weitere Informationen zum kindgerechten Umgang mit Internet und TV sowie Castingshows und ein Extrathema zu Werbung.

„SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht“ ist eine gemeinsame Initiative des Bundes-ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, des Telekommunikationsunternehmens Vodafone, der beiden öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste und ZDF sowie der Programm-zeitschrift TV SPIELFILM. Der Medienratgeber für Familien unterstützt seit 2003 Eltern und Erziehende dabei, ihre Kinder im Umgang mit Medien zu stärken.

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