LMK-MedienBüffet – „Roboterjournalismus“

Die Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Rheinland-Pfalz und der Ausschuss für Digitalen Wandel und Medienkonvergenz führten die im letzten Jahr eröffnete Gesprächsreihe MedienBüffet mit einem neuen Thema fort. Ausgangspunkt war das Thema „Roboterjournalismus“ mit der Integration von Algorithmen im digitalen Arbeitsablauf von Journalisten. Bis 2030 sollen 90% der digitalen Inhalte von Computern verfasst werden. Mit dem MedienBüffet „Roboterjournalismus“ zeigt die LMK auf, in welchen Bereichen des Journalismus Algorithmen bereits zur Anwendung kommen oder eingebettet werden können. Zugleich werden Auswirkungen auf journalistische Qualitätsstandards beleuchtet. Vertreter aus Presse und Rundfunk, Internetwirtschaft und Medienforschung und weitere Gästen aus dem TV-/Medienbereich diskutierten über die Entwicklung und seine Bedeutung für Redaktionen in Rundfunk und Presse.

„Der Begriff Roboterjournalismus führt ein in eine Zukunftsvision, in der Maschinen mehr und mehr übernehmen“ begrüßte Renate Pepper, Direktorin der LMK. „An welchem Punkt übernimmt die Maschine und verliert der Mensch die Kontrolle? Wie bleibt erkennbar, woher Inhalte stammen? Die neuen Herausforderungen wollen wir gemeinsam mit Veranstaltern von Rundfunk und Internetwirtschaft, mit Bürgerinnen und Bürgern, Forschungsinstituten, Regierungen und Redaktionen angehen.“
Saim Alkan, Geschäftsführer der aexea Kommunikationsagentur in Stuttgart, zeigte anschaulich, wie Software in der Texterstellung zum Einsatz kommt. Bereits heute werden zum Beispiel Berichte zu Sport, Finanzen und Prominenten automatisch verfasst und veröffentlicht. Redaktionen könnten ihre Nachrichtentexte hiermit besser auf die Interessen der Zielgruppe zuschneiden und Journalisten bliebe mehr Zeit für Recherche.

Prof. Dr. Thomas Leif, Chefreporter des SWR Mainz und unter anderem bekannt für das Format „Leif trifft“, warnt vor dem Benutzen von Inhalten aus zweiter Hand. Um automatisch erstellte Texte in Redaktionen tatsächlich zur Anwendung bringen zu können, müssten Texte nachträglich recherchiert und ausgebaut werden. Die Zukunft eines solchen Journalismus-Tools sei ungewiss, zumal Redaktionen ihren Ruf in Gefahr brächten. Neben dem Qualitätsjournalismus sei ein „Qualitätspublikum“ gefragt, das hochwertige und gut recherchierte Artikel einfordert.

Kann der Roboter ein persönlicher Held der Kindheit sein? Wie sind ethische Grundlagen zu sichern? Für welche Art Text wird ein Roboter in Frage kommen, wo bleiben menschliche Redakteure notwendig und gefragt? Die Gefahren und Chancen eines aufkommenden Roboterjournalismus wurden im Anschluss an die Vorträge angeregt diskutiert.

Die LMK lädt mehrfach im Jahr zum MedienBüffet ein, um in kurzen, prägnanten Diskussionsrunden aktuelle Themen zu Medien, Internet und Gesellschaft aufzugreifen und gemeinsam mit Gästen aus Wirtschaft, Politik und Medien zur Diskussion zu stellen. Der Ausschuss für Digitalen Wandel und Medienkonvergenz leitet hieraus Ansätze für Gremiendebatten ab, um somit auch den Dialog mit anderen Medienanstalten sowie den zuständigen politischen Organen anzustoßen.

[mehr]

Kommentare sind geschlossen.