Jugendschutz mobil: Altersfreigaben beachten und Apps prüfen

Welche Apps sind kindgerecht? „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht“ empfiehlt Eltern, auf Alterskennzeichnungen zu achten, aber sich auch selbst ein Bild zu machen.

Bunte Spiele-Apps mit Animationen, Geräuschen, Rätseln und Missionen faszinieren Kinder, zumal sie am Tablet oder Smartphone auch kinderleicht zu bedienen sind. Doch fragen sich viele Eltern, welche Angebote altersgerecht und empfehlenswert sind.

Neue Altersfreigabe bei Android Apps
Eine erste Orientierung bieten die Alterskennzeichnungen im „App Store“ von Apple und bei „Google Play“, die auf eigenen Angaben der Hersteller basieren. Nun hat Google bekannt gegeben, dass es für alle Android Apps, die ab 1. Mai 2015 veröffentlicht werden, die Altersfreigaben der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) nutzt. Damit hat sich Google der International Age Rating Coalition (IARC) angeschlossen, einer globalen Klassifizierung für digitale Spiele und Apps.

SCHAU HIN! empfiehlt Eltern zusätzlich zu diesen Angaben, die App in jedem Fall selbst zu prüfen, bevor sie diese herunterladen. Dabei hilft ein Blick auf die Beschreibung, die Screenshots sowie die Bewertungen der anderen Nutzer. Gerade pädagogische Empfehlungsseiten und App-Besprechungen auf Fachportalen bieten gute und objektivere Anhaltspunkte zu Inhalt und Qualität. Welche Daten wie genutzt werden, lässt sich über die Datenschutzbestimmungen herausfinden und wird vor dem Download anzeigt. Falls die App In-App-Käufe enthält, ist dies ebenso vermerkt.

5 Kriterien für gute Kinder-Apps
„Gute Apps für Kinder sind einfach aufgebaut, wirken nicht überladen, sind werbefrei und haben einen Lerneffekt“, so SCHAU HIN!-Mediencoach Kristin Langer.

1. Bedienung:
Wichtig ist eine einfache und selbsterklärende Navigation etwa über Symbole.
2. Gestaltung/Ton: Grafiken und Musik untermalen den Inhalt, ohne davon abzulenken.
3. Interaktivität: Die App bietet viele spielerische Elemente, die Neugier und Kreativität wecken.
4. Chats: Begleitende Chats sind moderiert oder verfügen zumindest über Meldemöglichkeiten.
5. In-App-Käufe/Werbung: Kinder-Apps sollten möglichst keine In-App-Käufe und keine Werbung enthalten. Zumindest sollten diese klar gekennzeichnet sein.

Installation Aufgabe der Eltern
Grundsätzlich ist die Installation von Apps bei Kindern bis zwölf Jahren Aufgabe der Eltern. Eltern können in den Shops die Apps nach den Alterskennzeichen filtern, bei der USK nach den Altersstufen 0-6-12-18. Zudem sollten Eltern Smartphone oder Tablet kindgerecht einrichten, indem sie Sicherheitseinstellungen aktivieren und Jugendschutz-Apps nutzen. Anleitungen und Angebote finden sie auf www.schau-hin.info im Bereich „Mobile Geräte“. Technischer Schutz ersetzt aber nicht eine aktive Begleitung durch die Eltern. Am besten spielen sie zusammen mit ihrem Kind und achten auf die Reaktion ihres Kindes oder sind in Sicht- und Hörweite.

Weitere Informationen
SCHAU HIN! bietet eine Auswahl gute Kinder-Apps und Weitere App-Tipps erhalten Eltern bei www.klick-tipps.net/kinderapps, www.handysektor.de, www.stiftunglesen.de bei www.lesestart.de sowie in den Datenbanken www.datenbank-apps-fuer-kinder.de und www.de.gute-apps-fuer-kinder.de. Weitere Empfehlungen zu kindgerechten Apps, E-Books und Games bieten die Kindersoftwarepreise „Giga Maus“ (www.gigamaus.de) und „TOMMI“ (www.kindersoftwarepreis.de).

„SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“ ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, des Telekommunikationsunternehmens Vodafone, der beiden öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste und ZDF sowie der Programmzeitschrift TV SPIELFILM. Der Medienratgeber für Familien unterstützt seit 2003 Eltern und Erziehende dabei, ihre Kinder im Umgang mit Medien zu stärken.

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