LFK: UKW-Frequenzen für Nichtkommerzielle Radios und Lernradios vergeben

Sender sollen Beitrag zur Meinungsvielfalt und Medienkompetenz leisten

Stuttgart 28.04.2015. Auch über das Jahr 2015 hinaus wird es in Baden-Württemberg in
vielen Städten und Regionen für Vereine, Interessensgruppen, Initiativen oder Einzelpersonen
die Möglichkeit geben, eigene Radiobeiträge oder ganze Radiosendungen zu produzieren und
auszustrahlen. Der Vorstand und der Medienrat der Landesanstalt für Kommunikation (LFK)
haben jetzt elf Nichtkommerziellen Lokalradiosendern (NKL) die Zuweisung für eine
Verbreitung ihrer Programme über UKW bis zum Jahr 2025 verlängert. Der Stuttgarter
Sender Radio Kormista wird ab 2016 nicht mehr zu hören sein.
Die Hörfunksender arbeiten zumeist mit ehrenamtlichen Radiomachern und sind vorwiegend
als Vereine organisiert. Laut Gesetz müssen die Sender den Zugang gesellschaftlicher Kräfte
zum Rundfunk gewährleisten und so einen Beitrag zur Meinungsvielfalt leisten. In den NKLs
werden unterschiedliche Themen aufgegriffen, von der Arbeitswelt über den Naturschutz bis
hin zur Kultur. Die Musiktitel liegen jenseits des Mainstreams. Fremdsprachige Sendungen
sind ebenfalls vertreten. Gerade auch für lokale Themen gibt es Sendeplätze, die auch
interessierten Nicht-Mitgliedern der Sender offen stehen müssen. Bei der
Zuweisungsentscheidung hat die LFK besonders diese Zugangsoffenheit in den Blick
genommen und sie zum Teil mit Auflagen abgesichert.
Für den Sendebetrieb, für Technik, Studio und eine Vielzahl von Radioprojekten erhalten die
Nichtkommerziellen Sender von der baden-württembergischen Landesmedienanstalt eine
jährliche Förderung von insgesamt 1.5 Millionen Euro.
Nichtkommerzielle Lokalradios senden in Freiburg (Radio Dreyeckland), Freudenstadt
(Freies Radio Freudenstadt), Karlsruhe (Querfunk) Mannheim / Heidelberg (bermuda.funk,
radioaktiv), Schopfheim (Freies Radio Wiesental), Schwäbisch Hall (StHörfunk), Stuttgart
(freies Radio für Stuttgart), Tübingen (Wüste Welle, Radio helle welle) und Ulm (Radio
free.fm).
Auch drei Lernradios können nach dem Votum der LFK-Gremien für weitere 10 Jahre on Air
bleiben. Damit haben in den Hochschulen in Freiburg (echo–fm 88,4, PH 88,4 und Karlsruhe
(LernRadio – der junge Kulturkanal) Studierende die Möglichkeit, durch Mitarbeit in den
Radioredaktionen im Medienbereich praxisnah Erfahrungen zu sammeln und ihre
Medienkompetenz zu steigern. Der Stuttgarter Sender (horads – Hochschulradio Stuttgart)
stand nicht zu Entscheidung. Seine Zuweisung läuft noch bis 2018.
Nicht mehr lange zu hören ist die UniWelle Tübingen. Die Hochschule hatte sich nicht mehr
für eine neue Zulassung beworben und wird den Sendebetrieb im August einstellen.
Die LFK fördert die Lernradios und deren Verbreitung mit insgesamt 150.000 Euro jährlich.

Über den Medienrat
Der Medienrat setzt sich zusammen aus Vertretern der gesellschaftlich relevanten Gruppen. §
41 Abs. 1 LMedienG bestimmt jene 28 Organisationen, die in den Medienrat einen Vertreter
entsenden. Zusätzlich entsendet jede Fraktion im Landtag einen Vertreter. Vier weitere
Vertreter werden auf Grund von Vorschlägen der Fraktionen vom Landtag gewählt (§ 41 Abs.
2 LMedienG). Der Medienrat besteht aus 36 Mitgliedern. In seiner ersten konstituierenden
Sitzung am 14 .Februar 2012 wählte der Medienrat (6. Amtsperiode) die Vorsitzende Christa
Gönner-Schwarz sowie ihre Stellvertreter Thomas Münch und Stephan Bourauel. Der
Medienrat nimmt nach § 42 Abs. 1 LMedienG insbesondere die Aufgaben zur Gewährleistung
der Meinungsvielfalt und des Schutzes von Kindern und Jugendlichen im Bereich des
Rundfunks und der rundfunkähnlichen Kommunikation wahr.

Über den Vorstand der LFK
Der Vorstand der LFK besteht aus einem hauptamtlichen Vorsitzenden und vier
ehrenamtlichen Mitgliedern, die für fünf Jahre vom Landtag gewählt werden. Vorsitzender
des Vorstandes und Präsident der LFK ist Thomas Langheinrich, weitere Vorstände sind Hans
Beerstecher, Prof. Dr. Armin Dittmann, Prof. Dr. Hans-Peter Welte und Hans Georg
Junginger . Die Aufgaben des Vorstandes umfassen beispielsweise die Lizenzierung der
privaten Hörfunk – und Fernsehveranstalter, Rangfolgeentscheidungen für das Kabelnetz,
Förderung der technischen Infrastruktur, Vergabe von Forschungsaufträgen oder die
Aufstellung des Haushaltsplans.

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