„Gewalt und Rassismus – ohne uns!“

Schüler der Beruflichen Fördereinrichtung der Walter-Gropius-Schule drehen einen Film gegen Rechtsextremismus

Erfurt. Unter dem Motto „Gewalt und Rassismus – ohne uns!“ produzieren Schüler der Walter-Gropius-Schule innerhalb eines 10-tägigen medienpädagogischen Projektes einen Spielfilm, der auf eigenen Erfahrungen mit Fremdenfeindlichkeit und Mobbing basiert. Der Sozialpädagoge Fabian Schmidt und die Erziehungswissenschaftlerin Stefanie Thon aus Kassel stehen ihnen hierbei hilfreich zur Seite. Täglich wird von morgens bis teilweise spät in die Nacht gearbeitet und diskutiert. Wer einen Einblick in die Arbeit erhalten will, ist herzlich zum morgigen Pressetermin um 12.00 Uhr in die Musicbar „Ilvers“ in der Magdeburger Allee 136 in Erfurt eingeladen. Dort werden die Innenaufnahmen zu einer „Partyszene“ gedreht.

Der Spielfilm „Fremd“ handelt von dem jungen Mädchen Pria, die kürzlich mit ihrer Mutter und Schwester nach Erfurt zugezogen ist. An ihrem ersten Schultag trifft sie jedoch gleich auf fiese Klassenkameraden, die ihr das Leben zur Hölle machen.

Da sowohl religiös faschistische als auch rechtsextreme Gruppierungen immer wieder Mittel und Wege finden, ihr antidemokratisches Gedankengut unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu verbreiten, ist es das Ziel der Initiatoren, Kinder und Jugendliche gegenüber extremistischer politischer und fundamental religiöser Propaganda zu sensibilieren.

Im Rahmen des Großprojektes „Gewalt und Rassismus – ohne uns!“ werden bis Frühjahr 2016 in Hessen und Thüringen biografisch orientierte Kurzspielfilme von Jugendlichen und jungen Erwachsenen produziert, die thematisch die eigenen Alltagserfahrungen zu Rassismus und Extremismus wiedergeben sollen. Alle Filme werden im Frühjahr 2016 auf einem gemeinsamen Filmfestival öffentlich präsentiert.

In Thüringen ist die Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) Projektpartnerin vor Ort. TLM-Direktor Jochen Fasco ist es wichtig, dass auch das Thema „Extremismus“ Gegenstand der medienpädagogischen Arbeit ist. Bereits 2013 hatte die TLM in Kooperation mit dem Freistaat Thüringen den „MEDIEN-KOFFER gegen RECHTS“ zur Unterstützung der pädagogischen Arbeit initiiert. „Gerade die Intensität der diesjährigen Demonstrationen am 1. und 2. Mai sowie die Übergriffe auf Flüchtlinge durch Rechtsextreme verdeutlichen, dass es in allen Lebensbereichen notwendig ist, ständig gegen Extremismus und Diskriminierung zu sensibilisieren. Das von der TLM mit ins Leben gerufene Projekt „Gewalt und Rassismus – ohne uns!“ ist hierbei ein Baustein“, betont Fasco mit Nachdruck.

Hinweis: Zu den Initiatoren des Großprojekts gehören die Medienwerkstatt der Universität Kassel, die Thüringer Landesmedienanstalt, die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien, die Hessische Landeszentrale für politische Bildung und die Bundeszentrale für politische Bildung. Weitere Infos finden Sie unter: http://www.lpr-hessen.de/files/Ausschreibung_Gewalt_und_Rassismus_ohne_uns.pdf

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