RFM-Newsletter April 2015

Röhrda on Air Teil I: Drittklässler berichten von ihrer Piraten-Projektwoche
Ein Fach nach dem anderen, jeder macht seins? Diese Zeiten sind lange vorbei. Fächerübergreifendes projektorientiertes Unterrichten ist angesagt. Und so landete die Piraten-Projektwoche der Drittklässler an der Mittelpunktschule Röhrda am Ende auch im Radio. Aber von Anfang an.
Lehrer Michael Klaus hatte sich viel vorgenommen mit seinen Schülern: eine themenbezogene Projektwoche, die möglichst viele Fächer, Grundfertigkeiten und technische Hilfsmittel einbeziehen sollte. Und das alles rund ums Thema Piraten. Im Internet und in der schuleigenen Bücherei recherchierten die Schüler alles, was sie über die Freibeuter finden konnten. Im Deutschunterricht entstanden fantasievolle Abenteuergeschichten. Aus den Geschichten wiederum entstand im Computerraum der Schule ein Hörspiel. Im Werkunterricht baute die ganze Klasse Piratenschiffe. Selbst der Matheunterricht wurde gekapert. Aus alldem entstand eine Ausstellung, die im ersten Stock der Schule gezeigt wird.
Und es entstand eine Live-Sendung bei Rundfunk Meißner. Gleich nach den Osterferien machten sich die Drittklässler mit ihrem Lehrer auf in die Dietemannstadt. Nachdem sie das Funkhaus gemeinsam erkundet hat-ten, enterten sie den großen Sitzungsraum des E-Werks im ersten Stock. Dort planten sie gemeinsam ihre einstündige Live-Sendung, in deren Mittelpunkt das 20-minütige Hörspiel ste-hen sollte. Außerdem berichteten sie über die Projektwoche und ganz ausführlich über die Entstehungsgeschichte des Hörspiels.

Röhrda on Air Teil II: Erstklässler werden drei Tage lang zu Radioreportern
Radio macht Spaß! Das haben die Erstklässler der Grundschule Röhrda an drei Tagen im April festgestellt. Einen Vormittag lang war RFM-Moderatorin Stefanie Müller bei ihnen in der Schule zu Gast und hat mit ihnen eine Sendung vor-bereitet. Was gehört alles zu einer Sendung? Welche Themen? Welche Musik? Und wie führt man ein Interview? Stück für Stück entstand der sogenannte Sendefahrplan. Zum Schluss übte ein dreiköpfiges Reporterteam noch den Umgang mit unseren Aufnahmegeräten.
Am darauffolgenden Tag hieß es dann: unterwegs im Dienste der Hörer. Die Schüler interviewten mit Hilfe ihrer Lehrerin Frau Beck die Schulsekretärin, den Hausmeister und die beiden Nachmittagsbetreuerinnen. Außerdem übten sie das Vorlesen ihrer selbstgeschriebenen Geschichten über den Umlaut eu, über ihre Hobbys und die Freundschaft.
Am dritten Tag kam die ganze Klasse ins Funkhaus. Nachdem der eine oder andere im Rahmen der Führung schon mal in ein Mikrofon gesprochen hatte, gingen alle den Sendeplan nochmal durch. Wer ist wann dran? Sind alle Musiktitel parat?
Und dann war es auch schon so weit: Um 10 Uhr ging die ganze Klasse für eine Stunde live auf Sendung. Die Schüler stellten ihre Schule vor, lasen ihre Geschichten vor und spielten die Interviews ab. Stefanie Müller begleitete sie durch die Sendung. Der Ausflug hat allen so gut gefallen, dass das nächste Projekt für das kom-mende Schuljahr bereits vereinbart ist!

Französische Austauschschüler stellen sich und ihre Heimat im Radio vor
Französisches Flair wehte am 16. April durch das RFM-Studio. 25 Schüler aus Périgueux besuchten eine Woche lang ihre Austauschpartner am Oberstufengymnasium Eschwege. Ein Programmpunkt war die Besichtigung unseres Radios und die Vorproduktion einer Sendung über Périgueux und den deutsch-französischen Austausch. Schon am Vortag hatte die Gruppe mit ihren Betreuern überlegt, was sie im Radio sagen wollen. Doch nicht nur auf den Inhalt kam es an. Auch das Moderieren in deutscher Sprache stellte eine Herausforderung für die Schüler da. Da wirkte es sehr beruhigend, dass die Sendung nicht live, sondern eine Aufzeichnung sein würde.
Einer nach dem anderen sprach seinen Part ein. Die Schüler stellten ihre Heimat, die Dordogne, vor, zählten Sehenswürdigkeiten und Rituale auf. Ausführlich gingen sie auf die Unterschiede zwischen der deutschen und der französischen Lebenskultur und ihren Aufenthalt in Deutschland ein. Auch die jeweiligen Schulsysteme kamen in den Vergleich. Aber wichtig waren den französischen Jugendlichen nicht nur die Unterschieden, sondern ganz besonders auch die Gemeinsamkeiten der beiden Nationen.
Nach der erfolgreichen Vorproduktion waren zwei Schüler, ihre französische Lehrerin und ihre deut-sche Begleitung noch live zu Gast im RFM-Journal am Donnerstag bei Heinz-Jürgen Gathmann. Die vorproduzierte Sendung hörten sie am übernächsten Tag im Bus auf dem Weg zu einem ihrer vielen Programmpunkte während des Austauschs.

Radio als Beruf? Der Girls’s Day bei Rundfunk Meißner bringt die Antwort
Seit 2001 öffnen einmal im Jahr am Girls’s Day – oder auch Mädchenzukunftstag genannt –Unternehmen, Betriebe und Hochschulen in ganz Deutschland ihre Türen für Schülerinnen ab der fünften Klasse. Die Mädchen sollen an diesem Tag Berufe kennenlernen, in denen Frauen bisher eher selten vertreten sind. Seit 2001 gibt es das entsprechende Pendant, den Boy’s Day.
Jetzt gibt es bei Rundfunk Meißner keine typisch weiblichen oder männlichen Aufgaben. Wir zielen vielmehr darauf ab, dass jeder Moderator bei uns alles kann: Sendungen vorbereiten, live moderie-ren und technisch durchführen. Trotzdem bieten wir natürlich Schülern die Möglichkeit, am Zukunftstag die Arbeit in einem Radiosender kennenzulernen. Dieses Jahr hat Anne Schulz aus Bad Sooden-Allendorf die Chance genutzt.
Die 13-Jährige ist großer Abba-Fan und Hobbyfilmerin. Und genau diese waren auch die Themen im Mittagsmagazin, an dem sie an diesem Tag mitarbeitete. Zusammen mit RFM-Moderator Florian Frömel fachsimpelte sie über das Zielgruppenalter von Abba, über die Harry-Potter-Verfilmungen und über ihre eigenen Videoprojekte. Von 10 bis 18 Uhr arbeitete Anne im Funkhaus mit und blickte hinter die Kulissen. Wie so viele andere vor ihr war auch sie erstaunt, wie viel Arbeit und welche Techniken hinter einer Radiosendung stecken.

Neues from the bottom of the rocky Plesse, diesmal: Projektwoche in Wanfried
Schon über ein halbes Jahr lang läuft die Radio-AG an der Elisabeth-Selbert-Schule und 20 Mädchen und Jungs werden immer fitter, was die Radioarbeit betrifft. Seit Beginn des zweiten Halbjahres werkelten sie an der nunmehr dritten Sendung – eine Nachberichterstattung über die Projektwoche an ihrer Schule, die mit einer abendlichen Aufführung endete.
Jeder Lehrer hatte sich passend zu seinem Unterrichtsfach ein Thema ausgesucht. Da ging es unter anderem um Roboter, um das Licht, um die Bundesländer, ums englische Theater und um eine Musikproduktion. Zusätzlich gab es eine Radiogruppe, die die komplette Woche dokumentierte. Die Schüler nahmen O-Töne auf, interviewten Lehrer sowie Projektteilnehmer und zeichneten die Abschlussveranstaltung auf.
Nachdem im Januar das Thema Audioschnitt auf dem AG-Programm gestanden hatte, konnten die Schüler ihre Interviews nach der Projektwoche selbst bearbeiten. Mehrere Wochen lang fand die AG in einem der EDV-Räume der Schule statt. Wie im alltäglichen Journalistenleben hatten die Jugend-lichen viel zu viel Material für eine Sendung gesammelt. Also hieß es: anhören, bewerten und aussortieren. Am 28. April schließlich kamen die Schüler wieder ins Funkhaus und gingen live on Air. Mittlerweile kennen sie sich schon richtig gut bei uns aus und kennen die Abläufe einer Radiosendung. Die Vorbereitungen für die nächste Sendung laufen bereits. Dann wollen die Schüler besondere Künstler vorstellen.

RadioKids on Tour: Junior-Reporter berichten den Hörern vom Eiscafé Vian
Seit Herbst 2014 gibt es die RadioKids on Tour, eine Kooperation zwischen Rundfunk Meißner und der Evangelischen Familienbildungsstätte Eschwege. Einen Samstag lang machen wir aus den Teilnehmern Junior-Radioreporter. Mit Block, Stift und Aufnahmegerät stürmen wir ein Unternehmen und schauen hinter die Kulissen. Nach der Polizeidirektion Nordhessen in der Niederhoner Straße im vergangenen Jahr war im April nun das Eiscafé Vian am Staad dran.
Die RadioKids schauten in die Eisküche und waren dabei, als neues Speiseeis entstand. Auch hinter die Theke durften sie blicken und hautnah erleben, was es bedeutet, an warmen Tagen ein vollbesetztes Eiscafé zu bedienen. Und natürlich gab’s am Ende für jeden auch eine Portion Eis. Gegen Mittag kehrte die ganze Truppe ins Funkhaus zurück und bereitete bei Pizza und Erfrischungsgetränken eine Live-Sendung über ihren Ausflug vor. Viele Interviews hatten sie mit Familie Vian und ihren Angestellten geführt. Diese mussten für die Sendung aufbereitet werden. Und auch die Musik wollte ausgesucht werden. Stolz gingen die sechs RadioKids um 15 Uhr für eine Stunde live auf Sendung. Eltern, Großeltern und Freunde hörten zu Hause zu.
Das Angebot Radio Kids on Tour erfreut sich einer so großen Beliebtheit, dass die Kooperation im kommenden Schuljahr fortgeführt wird. Geplant sind Besuche beim THW Eschwege, bei der Bundespolizei, im Wildpark Germerode und erneut beim Eiscafé Vian. Die genauen Termine und Abläufe erfahren Sie aus dem neuen Veranstaltungsheft der Familienbildungsstätte.

Bürgermeister und das Jubi-Orga-Team Weißenborn – Lena kriegt sie alle!
Seit Januar ist Rundfunk Meißner eine von vielen externen Einsatzstellen für die Mitarbeiter der Werraland Werkstätten. Die 22-jährige Lena Ronshausen, die mit dem Down-Syndrom zur Welt kam, hat sich mehr als eingelebt bei uns. Jeden Dienstag arbeitet sie bei uns mit, bereitet das RFM-Mittagsmagazin mit vor und geht live auf Sendung. Im April kam ein neuer Teil der Reporterarbeit hinzu: Lena war zum ersten Mal auf einem Pressetermin, und zwar beim Bürgermeistergespräch im Rathaus. Diese Termine nutzt Rathaus-Chef Alexander Heppe regelmäßig, um die versammelte Presse über aktuelle Themen und Vorgänge aus dem Magistrat und der Amtsstube zu informieren. Diesmal standen unter anderem der Austausch der kaputten Feuerwehrdrehleiter, die Stärkung von Tourismus und Infrastruktur in den Stadtteilen sowie die Bepflanzung des Kreisels am Leimentor auf dem Themenzettel. In Begleitung von RFM-Moderatorin Marie Sangmeister nahm Lena den Pressetermin wahr und bereitete im Anschluss die Themen für das Mittagsmagazin auf.
Mit Lenas Mitarbeit im Funkhaus ist auch ihr Heimatort Weißenborn vermehrt im Programm wiederzufinden. Schon im Rahmen ihres Schnupperpraktikums vergangenes Jahr bei uns hatte sie Bürgermeister Thomas Mäurer vors Mikro geholt. 2015 nun steht die 650-Jahr-Feier in der Gemeinde an. Den Auftakt der Feierlichkeiten machten eine Gemarkungswanderung und die kubanische Nacht am 1. Mai. Um möglichst viele Hörer auf die beiden Termine aufmerksam zu machen, interviewte Lena im Mittagsmagazin Pia Morgenthal vom Orga-Team. Nach der Sendung nahmen beide zusammen einen kurzen Werbespot auf, der später regelmäßig im laufenden Programm zu hören war. Für den Zusammenschnitt wählten die beiden auch die passende Musik aus.

Walpurgisnacht in Walburg: Rundfunk Meißner ließ die Hexen tanzen
Zum vierten Mal hat das Festival Walburg an der Western Rail Station stattgefunden. Rund-funk Meißner läutete es mit einem Tanzabend in der Walpurgisnacht ein. Vor der Kulisse des alten, zur Tanzschule umgebauten Bahnhofs machte sich das Festzelt richtig gut. RFM-DJ David sorgte für die passende Musik.
Erster Höhepunkt waren die Auftritte der Rail Station Dancers. Beim Line Dance stehen ganz viele Tänzer auf der Bühne, die alle gleichzeitig dieselben Schrittfolgen ausführen. Zu fast jedem Song hatten sie welche parat. Höhepunkt Nummer zwei war der Auftritt unseres Andrea-Berg-Doubles alias Anne Huck. Kein Hexenmeister auf den Bänken, den sie nicht einwickelte. Bis die Line Dancer einen großen Kreis um sie bildeten und quasi um sie herum tanzten. „So etwas habe ich noch nicht erlebt, das war wirklich fantastisch“, sagt Anne Huck begeistert. Spontan verlängerte sie ihren Auftritt. Ein erfolgreicher Abend vor wunderschöner Kulisse!

Unsere Sendereihe „Übrigens“ zur NS-Vergangenheit ist wieder da
Die Vorzüge des Bürgerradios liegen klar auf der Hand: Bei uns geht alles. Toll recherchierte Musiksendungen, Magazine genauso wie historische Sendungen. Längere Zeit hatte sie eine Radiopause eingelegt, nun ist sie wieder da: Ingeborg Lüdtke mit ihrer Sendereihe Übrigens zur NS-Vergangenheit, vornehmlich Nordhessen, aber auch deutschlandweit.
„Jedes Mal, wenn ich auf der A7 Richtung Süden fahre, sehe ich das Hinweisschild mit Guxhagen. Ich bin aber nie auf die Idee gekommen, den Ort zu googlen oder einfach mal hinzufahren“, erinnert sich die Moderatorin. Später, so Lüdtke weiter, hörte sie davon, dass es in Breitenau bei Kassel ein KZ gegeben hat. „Noch immer stellte ich keine Verbindung zwischen dem Autobahn-hinweisschild Guxhagen und dem Kloster Breitenau her.“ Doch diesmal beschloss sie, nachzuforschen, was es mit dem KZ Breitenau auf sich hat.
So entstand die Sendereihe Übrigens. Zu hören sind die einzelnen Teile im Wechsel mit der Sendung Nicht nur für Senioren von Sabine Groß mittwochs ab 18.05 Uhr. Den genauen Inhalt erfahren Sie jeweils aktuell auf unsere Homepage www.rundfunk-meissner.org.
*** Sie möchten mit Ihrer Klasse/Gruppe einen Ausflug ins Radio unternehmen, vielleicht inklusive einer Live-Sendung? Sie suchen einen Medienpartner für eine Veranstaltung oder eine Projektwoche? Sie erreichen uns telefonisch unter der Nummer 0 56 51/95 90 0 oder per Mail an mail@rundfunk-meissner.org ***

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