RFM-Newsletter Mai 2015

Mediewelt = Lebenswelt? Neues Netzwerk stellt Elternabend auf die Beine
2014 kam Armin Bahl von der Kreisjugendförderung die Idee. Warum die im ganzen Kreis verstreute Kompetenz nicht bündeln und ein gemeinsames Netzwerk auf die Beine stellen? Er lud ein, und das Mediennetzwerk Werra-Meißner-Kreis war geboren. Am 7. Mai hat die erste gemeinsam geplante Veranstaltung stattgefunden: Ein Elternabend zum Thema Medienkompetenz in der Aula der Brüder-Grimm-Schule.
Der Bedarf, das bestätigen alle Netzwerkpartner, ist da in Zeiten der so genannten Digital Natives und der Generation App, die sich im Internet 4.0 ihr Leben einrichten. Auch die Eltern hatten viele Fragen und Gesprächsstoff. Wissen sie alles, was ihr Kind im Internet, auf dem Handy oder dem Tablet macht?
Die Zahl der digitalen Medien in den Haushalten steigt rasant. Cybermobbing nimmt stetig zu. „Die Jugendlichen haben eine Wisch- und Klickkompetenz“, sagte Dirk Rudolph, Leiter des Medienzentrums Werra-Meißner, am Donnerstagabend in seinem Vortrag. Aber medienkompetent seien sie nicht.
Genau das wollen die Netzwerkpartner mit ihrer Arbeit ändern. Sie kommen aus den verschiedenen Bereichen: der Prävention, der Beratung und der praktischen Medienarbeit. Beteiligt am Mediennetzwerk sind derzeit das Medienzentrum Werra-Meißner-Kreis, die AWO-Beratungsstelle für Familien, Schwangerschaft und Sexualität, die Erziehungsberatungsstelle des AKGG im Werra-Meißner-Kreis, die Jugendgerichtshilfe, die Fachstelle für Suchtprävention, die Jugendförderung Werra-Meißner-Kreis, die Polizeidirektion Werra-Meißner, die Schulsozialarbeit an Grundschulen im Werra-Meißner-Kreis, die Schulsozialarbeit an Gesamtschulen im Werra-Meißner-Kreis, die Beratungstelle Allerleirauh – Frauen für Frauen/Kin-der für Kinder, die Jugendförderung Witzenhausen und natürlich Rundfunk Meißner. Jeder Partner hatte nach dem Einführungsvortrag von Dirk Rudolph seinen eigenen Infotisch. Bei RFM gab es Informationen rund um unsere Radio- und Trickboxx-Projekte. Denn nur, wenn die Jugendlichen von reinen Konsumenten zu Medienproduzenten werden, können sie wirklich einschätzen, wie Medien funktionieren und was alles dahinter steckt. Die Arbeit des Mediennetzwerks Werra-Meißner wird mit weiteren Elternabenden und Akti-onen fortgesetzt. Weitere Infos und Termine erfahren Sie bei uns und bei Armin Bahl unter der Telefonnummer 0 56 51/302 14 51.

Suchst du noch oder sendest du schon? Kasseler buchen Radiowerkstatt
Die Jugendbildungsstätte Burg Ludwigstein hat bekanntlich vieles für Schulklassen zu bieten: Mittelalter, Märchen, Geocaching, Survival und natürlich Radio. Und genau dieses vielfältige Angebot wussten die Lehrer der fünften Klassen am Albert-Schweitzer-Gymnasium Kassel für sich zu nutzen. Der komplette Jahrgang erklomm gemeinsam die Burg, und jeder Schüler konnte selbst entscheiden, welches Modul er während des Aufenthalts belegten möchte. Rund 20 von ihnen wählten die Radiowerkstatt mit Rundfunk Meißner, was in diesem Fall dem Geocaching fast ein bisschen nahekam, wie sich später herausstellen sollte.
Die Schüler waren gerade in ihren Zimmern angekommen, da ging es auch schon wieder los in Richtung Eschwege ins Funkhaus. Runter von der Burg, rein in den Bus, raus aus dem Bus, rein in den Zug, raus aus dem Zug und dann vom Eschweger Stadtbahnhof ins E-Werk. Wie gut dass man es sich dort im großen Sitzungsraum erst mal gemütlich machen konnte. Nach einer kleinen Pause ging es dann aber auch schon gleich los: Führung durchs Studio, Abläufe einer Live-Sendung kennenlernen und das Ziel für eineinhalb Tage Radiowerkstatt festlegen: eine eigene Live-Sendung. Jeder in der Gruppe hatte seine Aufgabe. Es gab Techniker, die den Nachmittag über und am Dienstag im Studio das Sendepult checkten. Es gab einen CvD (Chef vom Dienst), der die Themenauswahl und -zusammenstellung koordinierte und protokollierte. Es gab vier Moderatoren, die die Hörer durch die ganze Sendung führen sollten und natürlich die einzelnen Redakteure. Die Themen waren schnell gefunden. Am Tag der Sendung kämpften der FC Bayern München und Barcelona abends um den Einzug ins Champions-League-Finale. Eine andere Gruppe bereitete Interviews vor, die sie abends mit den Angestellten auf der Burg führen wollten. Und natürlich mussten auch Kassel und die Schule vorgestellt werden. Die Schüler waren kaum zu bremsen in ihren Ideen, auch die Musik sollte zu den Themen passen. So entstand am Ende des ersten Tages der Radiowerkstatt ein kompletter Sendefahrplan.

Der zweite Tag ließ die Frage aufkommen, ob man nicht doch aus Versehen das Modul Geocaching gebucht hatte. Bus und Bahn machten es der Gruppe zumindest schwierig, auf normalem Weg nach Eschwege zu kommen. Zwei Stunden später als geplant konnte es endlich losgehen. RFM-Mitarbeiter halfen den Schülern, die Interviews, die sie auf der Burg geführt hatten, blitzschnell zu schneiden und die noch fehlenden Musiktitel rauszusuchen. Am Ende hatten die Schüler so viel Spaß am Radiomachen, dass ihnen die eingeplanten 55 Minuten gar nicht reichten. Über eineinhalb Stunden dauerte die Sendung am Ende.

Wenn Zwerge auf Sendung gehen, kommt was ganz Großes dabei heraus
Wie erklärt man seinen Mitmenschen, was er unter Breakdance zu verstehen hat? Indem man es ihnen ganz einfach vormacht. Und wie erklärt man Breakdance, wenn man in einem Radiostudio sitzt, und die Hörer einen nicht sehen können? Genau das haben die neun Vorschulkinder der Zwergenstube Weißenborn während eines viertägigen Medienprojektes mit Rundfunk Meißner herausgefunden.
Schon am ersten Tag gingen die Kinder live auf Sendung. Mit dem Gemeindebus waren sie mit ihren Erzieherinnen Ilona Hoßbach und Nicole Manegold ins Funkhaus gefahren, um das Medium Radio überhaupt erst mal kennenzulernen. „Wenn Kinder für eine Führung ins Haus kommen, sorgen wir immer dafür, dass parallel dazu eine Live-Sendung läuft, sodass sie direkt miterleben können, wie eine Radiosendung funktioniert“, sagt RFM-Geschäftsführerin Stefanie Müller. Die Moderatoren sprechen die Kinder an, stellen ihnen ganz einfache Fragen, beispielsweise nach ihren Hobbys. „So sprechen unsere Radioneulinge ganz spontan ins Mikrofon und kommen gar nicht erst auf die Idee, nervös oder aufgeregt zu sein“, ergänzt Müller.
An den zwei folgenden Tagen bereitete die Gruppe in Weißenborn ihre eigene Live-Sendung vor. „Es ist immer wieder überwältigend, wie viele Ideen die Kinder haben“, sagt Stefanie Müller. Wie beim Thema Breakdance, das Nikita, Justus und Dominik vorgeschlagen hatten, komme es dann nur noch darauf an, die Kinder für das Medium Radio zu sensibilisieren. „Ich habe die Jungs gefragt, was Breakdance denn sei. Daraufhin sprangen sie kurzerhand auf und machten es mir vor“, erinnert sich Müller. Und im Radio? Also fingen die drei immer wieder von vorne an, während die anderen Kinder sie dabei beobachteten und mit ihren eigenen Worten beschrieben, was sie sahen. So entstand Stück für Stück der Radiobeitrag. Fehlte nur noch die passende Musik dazu. „Genauso machten wir es auch mit den anderen Themen. Die Kinder erzählten sich gegenseitig, worüber sie im Radio berichten wollten, und bauten nach und nach immer mehr Infos ein“, so Müller.
Für den Beitrag über das Leben auf dem Bauernhof besuchten die Vorschulzwerge am dritten Tag den Sängerhof am südöstlichen Ortsausgang von Weißenborn. 90 Milchkühe streckten neugierig ihre Köpfe aus ihren Boxen, als die jungen Radioreporter mit den Aufnahmegeräten ihren Stall enterten. Für Bäuerin Nicole Sänger war es nichts Neues, dass sich Kinder auf ihrem Hof umschauen. „Wir machen bei solchen Aktionen immer mit, weil wir es für ganz wichtig halten, dass Kinder wissen, woher die Milch kommt“, sagt die 41-Jährige. Dass die Kinder ihren Kühen aber Mikrofone vor die feuchte Schnauze halten, ist neu. Und auch Nicole Sänger selbst wurde natürlich von den Zwergen interviewt. Auf dem Rückweg konnte die Radiotruppe sogar einen weiteren, für die Sendung benötigten Originalton aufnehmen: Harald Scharf schmiss extra für Trecker-Fan Paul seinen 50 Jahre alten Massey Ferguson an.
Aus all den gesammelten O-Tönen, den Moderationen der Kinder und der Musik, die sie passend dazu ausgesucht hatten, entstand ein Sendeplan. Hinzu kam noch ein Telefoninterview mit Weißenborns Bürgermeister Thomas Mäurer über die anstehende 650-Jahr-Feier im Ort. Am vierten Tag schließlich fuhren die Vorschulkinder alle nochmal nach Eschwege, um von 10 bis 11.30 Uhr live auf Sendung zu gehen. „Für uns war es ein ganz spannendes Projekt, weil wir die Kinder in einem ganz anderen Bereich erlebt haben“, sagt Ilona Hoßbach. Noch viele Tage danach hätten sie von dem Ausflug ins Radio erzählt, so die Erzieherin weiter. Besonders wertvoll war ihrer Meinung nach, dass die Kinder alles selbst entscheiden und umsetzen konnten, sie selbst und die Mitarbeiter von RFM leisteten nur Hilfestellung.

The Bates – ein Phänomen zu Gast im RFM-Studio
Das Bates-Fantreffen ist in Eschwege schon zu einer Institution geworden. Und so hat es auch dieses Jahr wieder stattgefunden. Vorher stattete Thomas Pogo Möller von den Bates uns aber noch einen Besuch ab, schwärmte von der alten Zeiten, sinnierte über die Zukunft und noch viel wichtiger: machte Werbung für das zu diesem Zeitpunkt kurz bevorstehende Fantreffen.
Begleitet wurde Pogo von Anya und Julien Grüning, mit denen zusammen er die neue Band Pleasure and Pain gegründet hat. Alle drei waren beim Bates-Fantreffen auch zu hören. Und natürlich gab es in der Sendung auch jede Menge Musik von den Bates.

Diploma-Studenten setzen die Grenzen der Tickboxx kreativ außer Kraft
Normalerweise schreiben wir an dieser Stelle gerne von Trickboxx-Projekten mit Kindern, meist Grundschülern. Einfacher als mit dem mobilen Trick-Studio kann man kaum hinter die Kulissen einer Filmproduktion schauen. Spielerisch obendrein. Doch auch erwachsene Kinder können die Trickboxx verwenden, um modernes Storytelling zu üben und den Zusammenhang zwischen zielgruppenorientiertem Arbeiten, sowie Darstellung und Wahrnehmung zu vertiefen. Und warum die Produktion mit der Trickboxx nicht mal zum Zwecke des Teambuildings oder zur Darstellung einer Firmenphilosophie nutzen?
Aus diesem Grund hat am Pfingstwochenende ein Trickboxx-Workshop für Diploma-Studenten stattgefunden. Diese kamen aus allen erdenklichen Himmelsrichtungen und Berufssparten. Nach einer kurzen Einführung ins Storytelling von Studiendekanin Karla Sponar und einen kurzen Überblick über das Thema Medienkompetenz von RFM-Mitarbeitern entbrannte schnell eine Diskussion über das geänderte Medienverhalten unserer Gesellschaft 3.0. Wie konsumieren wir, was und wann? Und an welcher Stelle werden wir wie gelenkt? Hoch spannend war es, von jedem einzelnen zu hören, wie er das Thema Medien in seinem Bereich betrachtet und anwendet.
Da die Diploma-Hochschule eine Kooperation mit dem Grenzmuseum Schifflersgrund hat, fand auch das Seminar dort statt. Und natürlich drehte sich auch im Film alles rund um Grenzen – politische Grenzen zwischen Ländern, emotionale Grenzen im Kopf, Selbstbegrenzung und Fremdbegrenzung.
Mit Ausdauer und Liebe zum Detail planten und gestalteten die Studenten ihren Trickfilm. In gut 14 Stunden entstand so ein Film von 1:22 Minuten. Sie können ihn auf unserer Facebook-Seite anschauen (die Seite ist öffentlich und lässt sich auch anschauen, wenn man kein Facebook-Profil besitzt). Die Trickboxx kann nach Vereinbarung im Medienzentrum Werra-Meißner-Kreis entliehen werden.

Die Grünschnäbel prüfen die drei Bürgermeisterkandidaten auf Herz und Niere
Am 7. Juni wählten die Eschweger ihren Bürgermeister für die kommende Amtsperiode. Drei Kandidaten hatten sich für die Wahl aufstellen lassen. Plakate, Flyer und persönliche Gespräche können helfen, eine Entscheidung zu treffen. Aber noch mehr hilft Radio. Und so haben sich die Grünschnäbel von der Grünen Jugend Werra-Meißner im Vorfeld der Wahl alle drei Bürgermeister-Kandidaten in ihre Sendung geholt.
Das Interview begann bei allen dreien gleich: Die Kandidaten sollten sich von ihrer persönlichen Seite zeigen, sich vorstellen, ein bisschen was von sich preisgeben. Danach stiegen die Grünschnäbel Jakob Meyer, Tim Martin und Max Wurdinger in die großen Themenbereiche wie beispielsweise Werratalsee, Tourismus, Arbeitsplätze und Wohnqualität ein. SPD-Mann Jörg Heinz machte den Anfang, gegen Ende kam Amtsinhaber Alexander Heppe (CDU) hinzu. Als Letzter in der Riege folge mit Bernd Gassmann der Herausforderer von den Linken. Die RFM-Hörer konnten sich sowohl schriftlich via Facebook und Mail sowie telefonisch an der Sendung beteiligen und ihre Fragen loswerden.
Und auch die Schüler, die an der Friedrich-Wilhelm-Schule seit diesem Jahr am Wahlpflichtunterrichtsfach Radio teilnehmen, haben eine Sendung über die Bürgermeisterwahl zusammengestellt und unter anderem Alexander Heppe interviewt.

Die Festivalsaison ist eröffnet – RFM berichtet live direkt vom Geschehen
Die Open-Air-Festivalsaison hat wieder begonnen, und unsere Moderatoren schwärmen aus auf die umliegenden Veranstaltungen. Neben dem Musikschutzgebiet- in Homberg-Efze und dem LakeSound-Festival am Edersee stehen natürlich die Festivals im Kreisgebiet im Vordergrund.
Am 10. und 11. Juli berichtet Rundfunk Meißner live vom Come2gether, dem Festival des KJR Witzenhausen. Zu finden sind unsere Moderatoren im Container mitten auf dem Gelände. Wir übertragen nicht nur ganze Auftritte live, sondern holen auch Künstler und Festivalbesucher vors Mikro. Wer möchte, kann das Radioteam besuchen und Grüße loswerden. Das Programm zum Festival finden Sie auf www.come-2gether.info.
Dasselbe – nur viel größer – gilt für das Open-Flair-Festival vom 5. bis 9. August. Von Montag bis Sonntag berichten wir täglich ab 10 Uhr durchgehend live vom Festivalgeschehen. Alles rund um Bands, Besucher und Backstagegeflüster. Rundfunk Meißner wird dann eine Woche lang zu FlairFM 99,7. Die Morning-Show kommt direkt vom Camping-Platz. Die Bands lotsen wir in unsere blaue FlairFM-Lounge im E-Werk. Neue Infos zu unserem Festivalradio finden Sie auf un-sere Facebookseite FlairFM 99,7.

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