MOK Fulda: „Ein Bild sagt mehr als …

[Bild: Willi Hauck, 91 Jahre, mit seiner Großnichte]

Vorspruch: Auf die Frage, was wir in der 75. Ausgabe des von Wolfgang Thaenert auf den Namen MOK-Bote getauften Infoblattes zum Thema machen, kam die naheliegende Antwort – Senioren. Lernen Sie also fünf Herren kennen, die seit vielen Jahren das Programm der Offenen Kanäle mitgestalten. Dass es nicht immer exakt um die 75 geht, darf Sie bitte nicht stören. Und dass es diesmal nur Herren sind, auch nicht. Für die 80. Ausgabe nehmen wir uns den Ausgleich vor.

„Ein Bild sagt mehr als …

… tausend Worte, und ein Film sagt tausend Bilder.“ Wer es hört, der glaubt es kaum: Dieser Weltenbummler, der gerne mal Segelfliegen geht und als Hobbyfilmer schon etliche Beiträge im Offenen Kanal gesendet hat, ist 91 Jahre alt. Damit ist er der zweitälteste Nutzer und immer noch voll dabei. Von wem spreche ich wohl? Von meinem Großonkel Willi Hauck, der mir mein Praktikum im OK vermittelte, das ich für mein Studium absolviere. Und engagiert und aktiv, wie er ist, hat er sich heute spontan bereit erklärt, ein kleines Interview zu geben.

Seit wann filmst du, und seit wann filmst du für den Offenen Kanal? – Ich filme seit 1940 mit einer Schmalfilmkamera im Format Normal-8. Das war der An-fang der Filmerei, und heute bin ich nach etlichen Umstiegen auf das digitale-le Video gekommen. Meine Filme, die im Offenen Kanal gezeigt werden, habe ich bereits vom Sendestart an zur Verfügung gestellt. Mein erster Film, den ich am zweiten Tag direkt eingereicht habe, war einer über Tokio. Der wurde damals gleich genommen, man sagte einfach nur: „Ja, sendebereit!“. Inzwischen sind es 30 bis 40 Beiträge mehr geworden.

Wie bist du auf den Offenen Kanal gekommen? – Ich habe damals in der Fuldaer Zeitung eine Notiz gelesen, dass ein Offener Kanal kommt. Und da habe ich gedacht, das ist eine gute Möglichkeit, Filme auch in einem anderen Zu-schauerkreis zu zeigen. Vorher war ich immer in einem Filmclub.

Was gefällt dir am Offenen Kanal? Welche Sendungen schaust du dir am liebsten an? – Mir gefällt am OK vor allem, dass er „offen“ ist, praktisch jeder seine Filme zeigen kann. Man muss sich natürlich an gewisse Regeln halten, aber sonst gibt es keine Beschränkungen. Am meisten interessieren mich die Berichte über Fulda, die Umgebung und die Rhön, um zu erfahren, was hier so stattgefunden hat.

Und was gefällt dir am meisten am Filmen? Was war dein bisher schönster Film? – Mir gefällt, dass ich meine Erlebnisse und persönlichen Erinnerungen festhalten kann. Mein schönster Film war 1946 ein 8-mm-Film von Paris, in dem ich die Stadt mit meiner Frau gefilmt habe.

Wie häufig filmst du? Was zeichnet deine Filme aus? – Ich gehe für gewöhnlich nicht davon aus, dass ich einen Film machen muss. Das ergibt sich meist. Ich habe dafür immer eine kleine Kamera einstecken. Als ich zum Beispiel letztes Jahr in New York war, habe ich erst dort von der Thanksgiving Day-Parade erfahren. Meistens handelt es sich bei mir um Reiseberichte und meine Erlebnisse dabei. Es sind Erinnerungen, die einem mehr geben können als ein Foto. Wie sagt man? Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, und ein Film sagt tausend Bilder.

Quelle: MOK-Bote – Ausgabe 75 (Juli/August 2015)

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