MOK Fulda: Nee, wirklich, …

… wir hassen Jahresbilanzen. Immer das Gleiche. Wir könnten problemlos die Zahlen vom letzten Jahr hier hinschreiben, keiner würde was merken: Knapp hundert Projekte, fünfhundert Termine, um die zweitausend Seminarstunden, zweitausendfünfhundert Teilnehmer. Zwei Drittel der Arbeit fallen auf Multiplikatoren, ein Drittel fällt auf Kinder und Jugendliche. Die genauen Zahlen gibt es Anfang Januar, aber, ganz ehrlich, da tut sich nicht viel. Das geht jetzt schon seit Jahren so.

Lassen Sie uns lieber über die Höhepunkte des letzten Jahres sprechen. Über Projekte wie „Abschnitt 39a“, das grenzüberschreitende Videocamp mit Schülern aus Hessen und Thüringen. Vier Tage, vier Gruppen, vier Filme. Ganz großes Kino, sowohl das Projekt als auch die fertigen Videos. Wie es alle Gruppen geschafft haben, aus grausig hölzernen und an den Haaren herbeigezogenen Geschichten lebendige und wirklich herzergreifende Filme zu machen – Hut ab! Wer es noch nicht gesehen hat, darf jetzt zur Mediathek Hessen umschalten. Oder das Internetprojekt mit der Brüder-Grimm-Schule Fulda. Zwei Wochen lang haben sich die Schüler mit ihrem eigenen Verhalten im Netz beschäftigt. Klingt wie ein normales Medienbildungsprojekt, war es aber nicht. Das Konzept hatte einer unserer Mitarbeiter zusammen mit Studenten der Hochschule speziell für die Grimm-Schule entworfen, eine Förderschule für Schüler mit anhaltenden Lernschwierigkeiten. Einer der teilnehmenden Lehrer bedankte sich zum Schluss mit den Worten, „für solche Arbeit bin ich Lehrer geworden.“ Für solche Projekte haben wir mit dem Offenen Kanal angefangen.

Und dann erst die Menschen! Menschen wie Bernhard Sitzmann, der es als Lehrer schafft, zwanzig Realschüler aus verschiedenen Klassen über Monate hinweg einmal in der Woche in einem Videoprojekt zu intensivster Arbeit zu bringen – weil er sie für ein Thema begeistert, das ihm selbst wichtig ist. Menschen wie unsere Stammnutzer, die hier unmöglich per Namen genannt werden können, weil nicht einer vergessen werden darf. Stammnutzer, die seit Jahren in immer besserer Qualität Sendung um Sendung produzieren und damit Stammzuschauer an den Offenen Kanal binden. Menschen wie die Daniels, die sich über Jahre von kleinen Video-Nerds zu professionellen Filmemachern entwickelt haben.

Wie jedes Jahr haben diese Menschen auch in 2015 wieder um die neunhundert Sendungen produziert, womit wir zurück am Anfang sind. Nichts Neues in Fulda, aber: was für ein großartiges Jahr!

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