Virtueller Reporter im Flüchtlingscamp

LMK-Ausschuss „Digitaler Wandel“ beschäftigt sich mit Newsgames

Ludwigshafen, 29. Februar 2016

Zwischen klassischem Journalismus und selbstproduzierten YouTube-Medien gibt es eine Vielzahl von neuen Informationskanälen und –möglichkeiten. Der Ausschuss „Digitaler Wandel und Medienkonvergenz“ der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Rheinland-Pfalz beschäftigte sich heute mit einer neuen Gattung, den Newsgames, der Fusion der traditionellen Fernseh-Berichterstattung mit einem Videospiel.

„Der Vorteil eines Newsgames besteht darin, dass thematisch durch das eigene spielerische Einbezogensein in die Informationssituation, eine thematisch größere Tiefe erreicht werden kann, als dies in der tagesaktuellen rein rezeptiven Berichterstattung möglich sei“, erläuterte LMK-Direktorin Renate Pepper in ihrer Begrüßung. „Dies finde ich sehr interessant, zumal sich das ARTE Pilotprojekt ‚Flucht‘ mit unserem wichtigsten und herausforderndsten gesellschaftspoltischen Anliegen befasst.“

Newsgames sind eine neue Art des Geschichtenerzählens und des journalistischen Arbeitens. Diese neue Darstellungsform verwirklicht den Ansatz, Geschichten transmedial zu erzählen. Uwe Lothar Müller, stellvertretender Redaktionsleiter beim deutsch-französischen Fernsehsender ARTE in Straßburg, präsentierte dem Ausschuss das Newsgame „Refugees“, das ein Baustein des groß angelegten ARTE-Projekts „Flucht“ ist. Dieses Online-Reportage-Spiel wurde entwickelt vor dem Hintergrund, wie man eine so komplexe, zunächst abstrakte Frage wie Flucht, Vertreibung, Migration von weltweit mehr als 50 Millionen Menschen verdeutlichen kann? Wie kann man über das komplexe Szenario von Flucht vor Krieg, Hunger und Naturkatastrophen informieren, sensibilisieren, berühren?

Das Newsgame „Refugees“ vermittelt Einblicke in das alltägliche Leben von Flüchtlingscamps: Wer mitmacht, verwandelt sich in einen Journalisten, der innerhalb von fünf Tagen eine Multimediareportage zusammenstellen kann. Die User werden damit selbst zu virtuellen Reportern in Flüchtlingscamps, die recherchieren, Interviews führen und Informationen beschaffen.

Herr Müller beleuchtete die Möglichkeiten und Grenzen von Newsgames, aber auch die künftigen Herausforderungen, vor denen Fernsehredaktionen und ihre Sender bei der Informationsvermittlung stehen. Könnten mit Newsgames neue Fernsehformate entwickelt oder ein neues übergreifendes Arbeiten von Medien kreiert werden?

Weitere Informationen oder das Mitmachen beim Newsgame „Refugees“ unter http://refugees.arte.tv/de

Kommentare sind geschlossen.