Bistum Münster schließt seine Bürgerfunkstudios

Das Bistum Münster schließt seine Bürgerfunkstudios (Radiowerkstätten) in Münster und Bocholt zum 30. Juni 2007. „Ein medialer Tätigkeitsbereich geht zu Ende, in den die Diözese seit 1991 erhebliche finanzielle und personelle Ressourcen gesteckt hat“, sagte Generalvikar Norbert Kleyboldt: „Die Studios haben in dieser Zeit viele Gruppen aus Gemeinden und Verbänden qualifiziert und bei ihren zahlreichen Produktionen unterstützt.“ Ausdrücklich dankte Kleyboldt den Studioleitern Ludger Schulte-Roling (Münster) und Martin Wißmann (Bocholt), die „mit großem Engagement und fachlicher Kompetenz“ dazu beigetragen hätten, dass „kirchliche Informationen und Positionen über die Lokalradios an die breite Öffentlichkeit transportiert“ werden konnten. In dem Zusammenhang verwies der Generalvikar auch auf etliche Preise, mit denen Sendungen der Bistumsstudios ausgezeichnet worden waren.

„Nachdem die Landesregierung am 25. Mai die Verschiebung der Bürgerfunksendezeiten auf 21 bis 22 Uhr beschlossen hat, kann dieses Medium wegen der dann sehr geringen Hörerzahlen nicht mehr sinnvoll im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit kirchlicher Gruppen eingesetzt werden“, erläuterte Wißmann. Sich möglichst vielen Menschen vorzustellen und dabei über eigene Veranstaltungen oder Standpunkte zu informieren, sei die Hauptmotivation der meisten Gruppen gewesen, die „ehrenamtlich und meist mit großem Aufwand überwiegend gut anhörbare Sendungen“ produziert hätten. Genau diese Motivation falle nun weg, bedauerte Wißmann. „Schon nach der mancherorts bereits erfolgten Verschiebung des Sendebeginns auf 20 Uhr hatten einige der besonders engagierten Gruppen aufgegeben“, erinnerte Schulte-Roling, „Aufwand für die Produktion und Ertrag in Form von Reichweiten und Reaktionen passen jetzt einfach nicht mehr zusammen“.

Die „demotivierende Sendezeitverschiebung“ falle in eine Zeit, in der das Generalvikariat sich ohnehin gerade umstrukturiere, teilte die Bischöfliche Pressestelle am Donnerstag (31. Mai) weiter mit. Angesichts der langfristig strukturellen Probleme des Bistumshaushalts, der mit Blick auf den demografisch bedingten Kirchensteuerzahlerrückgang nachhaltig zurückgefahren werden müsse, sei eine Reduzierung und Verschlankung geboten. Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf die Sendezeitverschiebung habe man sich gegen eine Weiterarbeit der eigenen Bürgerfunkstudios entschieden. Die betroffenen Mitarbeiter bekämen andere Aufgabenbereiche: „Die Schließung der Bistumsstudios geht nicht zu Lasten unserer Medien- und Kommunikationsarbeit“, stellte Generalvikar Kleyboldt klar, „wir werden auch weiterhin für mediale Präsenz in allen Regionen des Bistums sorgen.“

Author: KNA / Landesverband Bürgerfunk NRW e. V.
E-Mail: redaktion@connex-magazin.de

Kommentare sind geschlossen.