4. LfM-Bürgermedienpreis 2007 in Neuss vergeben

4. LfM-Bürgermedienpreis 2007 in Neuss vergeben – Preise für Bürgerfunk und Bürgerfernsehen

 

Die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) hat am 15. Dezember 2007 in Neuss zum vierten Mal den LfM-Bürgermedienpreis für besonders kreative Programmleistungen in den nordrhein-westfälischen Bürgermedien vergeben. Ziel des Preises ist die Förderung der Qualität und Medienkompetenz in den Bürgermedien. Preise wurden in den Kategorien „Beiträge mit lokalem Bezug“, „Beiträge mit innovativer Umsetzung“, „Produktionen im Rahmen von Schulprojekten bis Klasse 6“ und „Produktionen im Rahmen von Schulprojekten ab Klasse 6“ verliehen. Insgesamt wurden 13 Preise vergeben. Die Preise sind mit einem Geldpreis in Höhe von je 1.000 Euro bzw. 200,- Euro (Anerkennungspreis) dotiert. Darüber hinaus erhielten die Preisträger eine Urkunde.

Erstmalig erhielten in diesem Jahr die Radiowerkstätten, die am Projekt „Qualitätsmanagement im Bürgerfunk“ erfolgreich teilgenommen haben, ein Zertifikat.

Dr. Jürgen Brautmeier, Stellvertreter des LfM-Direktors, sagte: „Die ausgezeichneten Beiträge machen deutlich, wie kreativ gestalterische Spielräume in den Bürgermedien genutzt werden können. Wir hoffen, dass gerade in der Umbruchphase, in der sich die Bürgermedien in Nordrhein-Westfalen befinden, diese Beiträge die Menschen ermuntern, sich auch weiter an der programmlichen Entwicklung der Bürgermedien zu beteiligen.“

Frauke Gerlach, Vorsitzende der LfM-Medienkommission, sagte, bürgerschaftliches Engagement brauche ein Sprachrohr. Hierfür sei Technik nötig. Radiowerkstätten als Produktionshilfeeinrichtungen  übernähmen deshalb eine Schlüsselfunktion. „Das heute vergebene Zertifikat macht nach außen hin deutlich sichtbar, dass in den Werkstätten der Qualität ein hoher Stellenwert eingeräumt wird. Die Radiowerkstätten geben dem Nutzer, der dort einen Radiobeitrag produzieren möchte oder um Beratung nachfragt,  die Sicherheit, mit seinem Anliegen einen kompetenten Ansprechpartner gefunden zu haben. Das ist für mich eine Basis für gelungenen Bürgerfunk.“

In der Kategorie „Bürgerfunk – lokaler Bezug“ wurden drei Preise vergeben. Den 1. Preis erhielt die Gruppe Heimatwelle (Radiowerkstatt Studio TV) für den Beitrag „Heimatwelle Vorst“. Je einen Anerkennungspreis erhielt die Redaktionsgruppe Kreuz & Quer für den Beitrag „Radiowerkstatt goes Knast“ (Kath. Bildungswerk Bonn) sowie die Gruppe Projektwoche Höfling für das Hörspiel „50 Jahre Höfling“ (Radiowerkstatt Radio Ragazzi).

In der Kategorie „Bürgerfunk – Innovation“ wurden zwei Preise verliehen. Den 1. Preis erhielt Literadium – Das Literaturradio für das Feature „Verstreute Fragmente – Erinnerungsbilder des Schriftstellers Jorge Semprun“ (Radiowerkstatt Bi Bürgerwache). Ein Anerkennungspreis ging an Chantik mit dem Portrait „Chantik Kolleg-Magazin“ (Radiowerkstatt Musik Kreativ Studio-Nord).

In der Kategorie „Bürgerfunk-Projekte bis Klasse 6“ erhielt die Klasse 1 c der Bodelschwingh-Schule Münster den 1. Preis für den Beitrag „Skulpturreporter“ (VHS Münster). In der Kategorie „Bürgerfunk – Projekte ab Klasse 6“ ging der 1. Preis an die Klasse 9.1 der Gesamtschule Hardt für „we are family“ (EXLEX, Mönchengladbach). Ein Anerkennungspreis in dieser Kategorie wurde an Radio Kurzwelle der Realschule Brackwede in Bielefeld für „Graffiti“ (Bielefelder Jugendring) verliehen.

In der Kategorie „Bürgerfernsehen – Innovation“ wurden zwei 1. Preise vergeben. Die Preise erhielten Christopher Unger und Christian Görzel von der Redaktion do 1 für den Beitrag „Handball WM – Durchblick“ (floriantv) und Katinka Sasse, Aaron Scheer, Stella Krampe und Tobias Hilger für den Trickfilm „vernetzt“ (Kanal 21 – Das Bielefelder Bürgerfernsehen).

Auch in der Kategorie „Bürgerfernsehen – lokaler Bezug“ wurden zwei 1. Preise verliehen. Selma Brand, Nicole Makowa und die Mädchengruppe Freckenhorst erhielten den 1. Preis für ihren Beitrag „Our life“ ([i:si] – Kinder- und Jugendkanal des Bürgermedienzentrums Bennohaus). Ebenfalls mit dem 1. Preis für das Lebenswerk ausgezeichnet wurde Wolfgang Kühnast für das Magazin „Kennzeichen Do“ von Kennzeichen Do – Medienwerkstatt e. V.

In der Kategorie „Bürgerfernsehen – Projekte bis Klasse 6“ ging der 1. Preis an Selma Brand vom [i:si] – Kinder- und Jugendkanal des Bürgermedienzentrums Bennohaus und die Erich-Kästner-Förderschule für „Schule gestern und heute“

Neben den 13 Bürgermedienpreisen wurden zudem an 16 Radiowerkstätten in NRW sog. QMB-Zertifikate (QualitätsManagement im Bürgerfunk) vergeben. Diese Art des systematischen Qualitätsmanagements, in Kombination mit einer externen Zertifizierung ist bisher einzigartig – sowohl im Bereich der Bürgermedien als auch im Bereich der Medien überhaupt.

Das QMB-Zertifikat gilt zunächst für drei Jahre und muss dann verlängert werden. Zusätzlich zur Testierungs-Urkunde erhielt jede Radiowerkstatt eine so genannte Netzwerk-Fliese, gestaltet von dem Künstler Guido Kratz. Alle Fliesen sind Teil eines Gesamtbildes. Hier wird der Gedanke an ein Netzwerk unter den Radiowerkstätten symbolisiert.

 

Die LfM-Bürgermedien-Jurys 2007
 
Bürgerfunk-Jury:
Andrea Donat* (Chefredakteurin Radio 98,5 Bochum)
Casy M. Dinsing
Peter Schilske
Dirk Stullich
Uschi Wienken
Maria Windhövel


*Vorsitzende der Jury

 

 

Bürgerfernsehen-Jury:
Christa Claßen*
Erdmann Linde
Prof. Dr. Ulrich Pätzold
Ute Reinhöfer


* Vorsitzende der Jury

 

Author: Dr. Peter Widlok
E-Mail: pwidlok@lfm-nrw.de

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